Buschtagebuch September 2011

17.9. – 3.10.2011

Auch dieses Jahr wie schon 2010 machte ich als Freelance-Guide die letzten 3 deutsch gefuehrten 17-Tage Trips der Saison fuer Adventure Purists in Zambia. Da Margot ja ein Baby erwartet ging ich alleine, und machte die Safaris zusammen mit meinem zambischen Freund und Kollegen Andrew. Der Tourverlauf war 2011 leicht abgeaendert, so starteten wir vor Tourbeginn in Livingstone, fuhren nach Lusaka, erledigten die Einkaeufe, holten die Leute vom Flughafen ab, und starteten von Lusaka. Tourende war dann in Livingstone.

Samstag 17.9.2011
Bei der Anfahrt nach Lusaka hatten wir gleich einen Achsbruch am gruenen Landy, Andrew blieb vor Ort bis die Reparatur erledigt war, ich bin per Anhalter nach Lusaka. Unsere Gaeste wurden vom Flughafen zum Pioneer-Camp gebracht, wo sie die erste Nacht wie geplant verbrachten. Beim ersten Abendessen lernten wir uns etwas naeher kennen, es waren 9 Gaeste, und ich teilte den Leuten mit, dass es wegen der Reparatur am naechsten Tag wohl erst etwas spaeter losgehen wuerde. Die Temperaturen in Lusaka waren angenehm, die Nacht war kuehl und man konnte gut schlafen.

Sonntag 18.9.2011
Andrew kam todmuede aber mit repariertem Auto gegen 8:30 Uhr im Pioneer-Camp an. Fruehstueck, Packen, Leute eingeladen, im Arcades Shopping-Center eingekauft, Eis fuer die Getraenke besorgt, und gegen 11:00 Uhr kamen wir endlich in Lusaka los. Raus aus der Stadt, weiter suedlich querten wir das erste mal den Kafue-Fluss, im Escarpment gab`s am Strassenrand Lunch, in Chirundu, dem Grenzort zu Zimbabwe bogen wir nach Osten auf die Piste ab, diese fuehrte entlang des Zambezi Rivers Richtung Lower Zambezi NP, da querten wir dann mit einer Pontoon-Faehre zum zweiten mal den Kafue, der hier dann in den Zambezi fliesst. Nach einer stilvollen Begruessung durch Elefanten kamen wir am Spaetnachmittag auf dem Campingplatz der Mvuu-Lodge an, wir waren also wieder im Zeitplan! Der Platz lag schoen und wir hatten eigene Sanitaeranlagen und einen Helfer, der Andrew zur Hand ging. Dort lernte ich auch den jungen Guide Constant kennen, er sollte mir dann waehrend all meiner 3 Trips im Park und auch anderweitig zur Seite stehen.
Gleich in der ersten Nacht hatten wir Elefanten und einen Honigdachs im Camp!

Montag 19.9.2011
Nach Kaffee/Tee & Rusks ging es sehr Frueh los in den Park zur ersten Safari, aber erst nachdem ich einen platten Reifen gewechselt hatte. Wir hatten Glueck, sahen Bueffel, viele Elefanten, verschiedene Antilopen, und 2x Loewen, erst zwei Maennchen, spaeter ein Rudel dass im Schatten doeste! Constant fand einen tollen idyllischen Platz zum brunchen, vor uns tummelte sich eine Elefantenherde im Wasser eines langsam austrockneneden Seitenarms des Zambezis. Gegen 13:00 Uhr waren wir zurueck im Camp, die Leute konnten etwas relaxen, und gegen 15:30 Uhr machten wir einen Boots-Cruise organisiert von der Lodge. Wir sahen Bueffel, Elefanten, und viele Wasservoegel und Flusspferde. Auf einer kleinen Insel hielten wir den Sundowner, danach ging`s zurueck zum Camp, dort wartete Andrew schon mit dem Abendessen auf uns.

Dienstag 20.9.2011
Wir waren den ganzen Tag im Park, sahen u.a. viele Elefanten, und genossen zwei laengere Beobachtungspausen abgesessen vom Auto an zwei sehr schoenen Plaetzen! Andrew verwoehnte uns am Abend mit Pizza, Auflauf, und Obstsalat!

Mittwoch 21.9.2011
Zeltabbau, Fruehstueck, und gegen 7:30 Uhr ging`s weiter. Piste, Chirundu, Teerstrasse, ein kurzer Abstecher zum versteinerten Wald, Escarpment, Lusaka, Chaplin Barbet Lodge 60km noedlich der Hauptstadt. Aber an diesem Tag machte der Land Rover Probleme. Der Motor hatte kaum Leistung, ueber`s Escarpment musste ich teilweise in Low-Range umschalten! Und irgendetwas machte Geraeusche, es wurde schlimmer, und die letzten 10km fuhr ich im Schrittempo neben der Strasse. Zum Glueck hatte die Lodge einen Mechaniker, wir reinigten alle Filter, zogen alle Schrauben an Fahrwerk und Lenkung nach, und entdeckten 2 kaputte Lager am Anhaenger. Unsere kaputte Achse vom Tourbeginn lag noch bei einem Bekannten in Lusaka, so bin ich nach dem Abendessen nochmal zurueck, hab die beiden Radnaben geholt, diese haben wir dann komplett mit denen des Haengers ausgetauscht, zum Glueck besteht unser Anhaenger aus einer hinteren Landy-Haelfte, so kann man sich schnell weiterhelfen. Das Problem mit der fehlenden Motorleistung konnten wir nicht beheben, selbst Land Rover Lusaka konnte es nach dem Trip nicht beheben, aber ich beendete diesen Trip, und machte einen Weiteren mit dem Fahrzeug, und der “Gruene” brachte uns immer gut ans Ziel!

Donerstag 22.9.2011
Einer der laengsten Fahrtage der Tour wartete auf uns, und das mit dem langsamen Auto, 500km! Nach dem Fruehstueck starteten wir sofort los Richtung Norden, Tankstop in Kapiri Mposhi, da bogen wir auch nach Osten ab. Erst gegen 16:00 Uhr erreichten wir die Kundalila-Wasserfaelle, ein Teil der Gruppe blieb oben am Aussichtspunkt, der Rest ging mit mir nach unten, mit ca 86m sind Sie denke ich die hoechsten Faelle des Landes. Waehrend die Gaeste fotografierten konnte ich mir ein schnelles Bad in einem der Becken nicht verkneifen. Es war schon fast 18:00 als wir dort wieder aufbrachen, wir hatten dann noch ca 150km im Finsteren zu fahren, und wer das Licht der Land Rover kennt, und die zambischen Strassenverhaeltnisse, der weiss von was ich hier rede! Gegen 19:30 kamen wir im Mutinondo Wildernesscamp an, stellten die Zelte auf, dann schnelles Abendessen und ab ins Bett!

Freitag 23.9.2011
Kaffee/Tee & Rusks, dann wanderten wir durch urspruenglichen Miombowald zu Charlies-Rock, einem runden Granithuegel, von dem aus hat man eine grandiose Aussicht auf das Miombogebiet! Gegen 9:30 Uhr waren wir zurueck, Andrew wartete mit Brunch, dann bauten wir das Camp ab und weiter ging`s. Kurz vor Mpika bogen wir ab ins Escarpment, da wurde es abenteuerlich. Auf kaum befahrener steiler, felsiger Piste ging es ueber Serpentinen hinab ins Luangwa-Tal, dort erreichten wir am Spaetnachmittag das Mupamadzi Community-Camp. Schon beim Zeltaufbau sahen wir Elefanten am Fluss, die Gaeste holten ihre Campingstuehle und genossen den angehenden Abend am Fluss mit der Beobachtung der Dickhaeuter. Der folgende Tag sollte sehr frueh beginnen, so ging`s nach dem Abendessen bald ins Bett.

Samstag 24.9.2011
4:30 aufstehen, Zeltabbau, Kaffee/Tee & Rusks, und los ging`s, schlechte Piste bis hinunter zum Chifungwe Gate. Ich freute mich, Freund Bernhard hatte Dienst, ich kannte ihn von den Trips des Vorjahres. Er gab uns Scout Pieter mit, wir querten den Mupamadzi-Fluss in einer Furt mit Sandsaecken. Ein Stueck weiter stellten wir den Wagen ab und machten einen Bush-Walk. Spuren, Zeichen, Voegel, Pukus, Impalas, Kudus, Buschboecke, und Paviane, grosse Anabaume saeumen das Flussufer! Danach ging`s ein kleines Stueck mit dem Wagen weiter, wir querten noch ein sandiges Trockenflussbett, dann stoppten wir im Schatten zum wohlverdienten Brunch. Im Anschluss ging es ueber die beruechtigte 05-Road durch fast unberuehrte Gegend, hier kommt nicht oft Jemand vorbei. Normalerweise das Gebiet von Robin-Pope-Safaris, aber die Saison ist beendet, die mobilen Camps abgebaut, kein Mensch hier bis zum naechsten Jahr im April/Mai! Holprige Piste, Trockenflussdurchfahrten, abgebrannte Landschaften, Mopaniwaelder, gegen 16:00 erreichten wir die Allwetterwege des Mfuwe-Gebietes, wir hatten den South Luangwa NP durchquert. Hier in Mfuwe blieben wir 3 Naechte, diesmal im Wildlife Camp, es liegt idyllisch direkt am Luangwa-Fluss! Der Nachtwaechter erzaehlte uns, dass sie erst drei Tage vorher nachts Loewen im Camp hatten! Hier hatten die Gaeste feste Safarizelte mit Bad/WC, Andrew und ich zelteten neben unserem kleinen Kuechengebaeude.

Sonntag 25.9.
Wie immer auf Safari ging`s natuerlich frueh los, als oertlichen Guide hatten wir Rabby, den Sohn eines Chiefs mit uns. Wir sahen Elefanten, Bueffel, viele Antilopen, Zebras, Giraffen, unzaehlige Voegel, und das Highlight, gleich 2 Leoparden! Gegen 11:00 Uhr waren wir zum Brunch zurueck im Camp, danach war relaxen angesagt, und um 15:30 Uhr ging`s zum Afternoon Game-Drive, da sahen wir noch 2x Bueffel, wieder viele Elefanten, und am Fluss grosse Krokodile. Vormittag, Nachmittag, und Abend verwoehnte uns natuerlich Andrew wieder mit seinen Kochkuensten!

Montag 26.9.2011
Verlauf wie am Vortag, diesmal sahen wir jedoch auch Loewen, die Landschaft um den Luangwa-Fluss ist grandios! In der Mittagspause musste ich die Einspritzduesen des Landys in der Lodge-Werkstatt checken lassen, aber wie gesagt, bis zum Schluss meiner 3 Trips konnte wirklich Niemand den Ursprung des Problems am Landy herausfinden!

Dienstag 27.9.2011
Nach dem Packen ging`s ins Tribale-Textile, einem Community-Project, es werden Stoffe bemalt und zu z.B. Kissenbezuegen, Tischdecken, Wandbehaengen u.s.w. weiterverarbeitet. Man findet die Artikel im ganzen Lande, sie sind sehr schoen, das Projekt ist sehr erfolgreich. Das Besondere, die Raender der Bilder werden mit Mehlstaerke gemacht, damit die Farben nicht ineinander verlaufen. Wenn der Stoff fertig bemalt ist wird er in Wasser eingeweicht, die Mehlstaerke abgeschabt, und laeuft dann bei 150 Grad durch einen Ofen. Danach ging`s ueber die “Noch-Piste” nach Chipata, es wird fleissig gebaut, in 1-2 Jahren ist wohl die Teerstrasse von Lusaka bis Mfuwe fertiggestellt. In Chipata, dem Grenzort zu Malawi war Shopping angesagt, Lebensmittel, Getraenke, Eis, Tanken! Danach dann noch 1,5 Stunden Fahrt bis nach Tikondane. Im dortigen Community-Projekt der Deutschen Elke Radcliff-Kroeger uebernachteten wir. Es gab traditionelles Mittagessen mit Shima (Maispapp), Gemuese, und Huehnchen. Danach gab es eine Fuehrung durch deutsche Voluntaere durch das Projekt, und im Anschluss ging es mit Ochsenkarren in ein benachbartes Dorf. Da wurden wir durch singende Kinder begruesst, besichtigten u.a. einen neugebauten Fischteich und einen Dorfladen, dann waren wir im Frauenhaus zu einer Tanzvorfuehrung eingeladen, 100% noch kein Touri-Schnickschnack, sondern urspruengliche Tradition! Danach waren wir wie immer bei Elkes Gaertner Benson und seiner Frau Agnes zum Essen eingeladen, ca 15 verschiedene vegetarische Gerichte, unheimlich lecker. Gegen 21:00 Uhr begleitete Benson uns mit den Ochsenkarren zurueck zu unseren Zelten in Tikondane, ein eindrucksvoller Tag neigte sich dem Ende!

Mittwoch 28.9.2011
Wieder ein langer Fahrtag, gut 500km! Nachdem die Gaeste Elke persoenlich kennenlernten und ihr Geld- und Sachspenden uebergeben hatten ging`s los. Tankstop in Nyimba, Querung der Luangwa-River-Bridge, Lunch am Strassenrand, schnelle Querung von Lusaka vor der Feierabend Rush-Hour, und gegen 17:30 erreichten wir die Kundalila Lodge, bereits westlich der Hauptstadt in Richtung Kafue gelegen. Andrew hatte eine verdiente Ruhepause, es gab Essen von der Lodge, so hatten wir alle einen relaxten Abend.

Donnerstag 29.9.2011
Einer der Gaeste beendete bereits hier seine Reise, er wurde von Chris, einem der Soehne des Lodgebesitzers zum Airport gebracht. Wir tankten nochmal alle Tanks des Landy`s voll, ca 200l, dann brachen wir auf nach Kafue. Am Hook-Bridge Gate am Kafue-River lieferten wir 2 weitere Gaeste ab, sie machten dort 4 Anschlusstage in Nord-Kafue. So ging es mit 6 Gaesten weiter zur Mukambi-Lodge. Ein schoenes Camp am Kafue-Fluss, bekannt durch ein dort jeden Tag neben der Bar schlafendes Flusspferd! Die Gaeste konnten ihre Zelte unter schattigen Unterstaenden aufbauen. Kurzes Relaxen nach dem Mittagessen, dann gings zum Afternoon Game-Drive an den Shishamba Loop, an einem kleinen, bis auf ein paar Becken ausgetrockneten Nebenfluesschen des Kafue. Wir sahen u.a. eine Elefantenherde, und eine Loewin! Nachts im Camp hoerte man die Loewen bruellen, und wir bekamen Besuch von drei Hyaenen!

Freitag 30.9.2011
Nach Campabbau und Fruehstueck ging es ueber die in diesem Jahr in guten Zustand befindliche Piste Richtung Itezhi-Tezhi Staudamm, Unterwegs sahen wir Reetboecke und Oribis! Nach der Durchfahrt des gleichnamigen Ortes und dem Ueberfahren der Dammmauer erreichten wir das Musa Gate, dabei sahen wir Klippschliefer! Danach ging es ueber die sehr schoen am Seeufer gelegene Lake-Shore Piste entlang zum Hippo-Bay Camp. Unterwegs sahen wir viele Wasservoegel und Fischadler, Flusspferde, Pukus, Wasserboecke, und Hornraben. Das Camp liegt sehr idyllisch am See, ausser uns war dort Niemand! Wir bauten unsere Camp auf und machten dann Mittagspause, 3 der Staffleute der benachbarten Lodge pumpten uns Duschwasser in den Tank und besorgten Feuerholz fuer Andrew. Knox, einer der Leute, ging spaeter mit uns auf Game-Drive. Und wir hatten Glueck, sahen erst eine Bueffelherde, und dann Wildhunde, was fuer ein Glueck! Die Hunde jagten erst die Bueffel durcheinander, obwohl die ja als Beute deutlich zu gross waren! Danach kamen sie zum Trinken an ein Wasserloch, sie waren sehr vorsichtig, beobachteten dabei ein Krokodil. Danach liefen sie noch ein ganzes Stueck vor uns auf dem Weg, bevor sie in den Busch verschwanden, eine tolle Sichtung. Beim Abendessen hatten wir eine Insektenplage, die Lage des Platzes direkt unmittelbar am Wasser, und der Schein unserer Lampen, das machte die Lage perfekt! Nachts stuermte es dann etwas und es gab die ersten Regentropfen!

Samstag 1.10.2011
Beim Zeltabbau hatte ich eine Peitschenschlange unter meinem Zelt, war aber harmlos! Ueber das Ngoma Rangerhauptquartier und vorbei am Airfield ging es Richtung Nanzhila-Plains, eine ebenfalls sehr abgelegene Gegend, die Piste wird nur selten befahren! Und hier hatten wir richtig Glueck! Wir sahen Kraniche, badende Geier, eine zebrajagende Loewin, Lichtenstein Kuhantilopen, Rappen- und Pferdeantilopen, weitere Reetboecke und Oribis, echt total super! Die Strecke war anfangs tiefsandig, aber ok! Wir waren lange unterwegs, kurz nach dem Dumdumwezi Gate machten wir Mittagspause am Wegesrand, und nach weiteren 80km Piste erreichten wir gegen 14:30 die Teerstrasse bei Kalomo, und um 16:00 waren wir dann in der Maramba River-Lodge in Livingstone. Gemeinsam haben wir in der Lodge zu Abend gegessen, Andrew hatte frei!

Sonntag 2.10.2011
Am Morgen um 8:00 machte Andrew eine Village-Tour mit uns nach Mukuni-Village, Andrew ging im Anschluss mit 2 Gaesten noch in den Mosi-A-Tuna Park an die Viktoria-Wasserfaelle, und am Spaetnachmittag machten wir dann alle zusammen eine Drift-Tour mit dem Schlauchboot von BUNDU-Adventures, das war sehr schoen. Ein Guide lenkte das auf dem Zambezi-Fluss dahingleitende Schlauchboot, wir sahen Flusspferde und viele Voegel, und trotz der fehlenden Sonne hatten wir einen schoenen “Sundowner”! Ein gelungener Abschluss der Tour!

Montag 3.10.2011
Es hatte Nachts wieder Regen gegeben! Nach dem Ausschlafen und einem relaxten Fruehstueck brachten Andrew und ich unsere verbliebenen 6 Gaeste zu ihren Fluegen zum Livingstone Airport. Abschiednehmen ist nie schoen, auch ich als Guide werde mich da nie daran gewoehnen Aber wir hatten den Trip planmaessig und ohne groessere Vorkommnisse gut zu Ende gebracht!

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