Buschtagebuch Oktober 2011

8. – 24.10.2011

Viel Zeit zum Verschnaufen hatten Andrew und ich nicht nach dem ersten Trip zwischen 4. und 7. Oktober. Anhaenger und Ausruestung, Zelte, Feldbetten, Liegematten, Schlafsaecke, Geschirr, Kochutensiliens…, alles musste gecheckt und saubergemacht werden. Der Landy brauchte 2 neue Reifen, und eine ganze Schachtel voller Ersatzteile musste noch verbaut werden. Da zur selben Zeit zwei weitere Trips anstanden hatten wir keinen Anhaenger, was uns freute. Andrew fuhr diesen Trip dann mit einem zweiten Auto, einem Landy 130 Double-Cab. Aber auch das musste vorbereitet werden, so waren die Tage zwischen den Trips schnell vorbei. Am Donnerstag rollten wir hoch nach Lusaka, im Schlepptau hatte ich den Anhaenger fuer einen Kollegen, den stellte ich im Pioneer-Camp fuer ihn ab. Die Leistung des “Gruenen” war unveraendert mies, aber wir sollten auch diesmal wieder alles planmaessig schaffen! Freitag war Vorbereitungs- und Einkaufstag. Der Gaeste-Landy war in der Werkstatt, wir hatten ja noch den 130er, aber wie schon angesprochen, die konnten den Fehler auch nicht finden! Unser Chef schickte uns dann zwar noch in einer Nacht- und Nebelaktion einen Turbolader hoch von Livingstone nach Lusaka, aber auch das half nichts. Aber der “Gruene” machte trotzdem nicht schlapp, er rollte und rollte!

Samstag 8.10.2011
Mit Alfred vom Pioneer-Camp holte ich mit 2 Lodge-PKW`s und einem Taxi unsere Gaeste vom Flughafen ab, es waren wieder 9 Leute. Ungluecklicherweise kam bei Dreien vom SAA Flug das Gepaeck nicht mit in Lusaka an! Am Abend Briefing und Kennenlernen beim Essen. Eines der verlorengegangenen Gepaeckstuecke traf dann aber doch noch mit der letzten Maschine um 20:45 Uhr in Lusaka ein.

Sonntag 9.10.2011
Guide Constant von der Mvuu Lodge in Lower Zambezi hatte mir am Vorabend noch eine SMS geschickt und mitgeteilt, dass die Pontoon-Faehre am Kafue ausser Betrieb sei. So blieb uns nichts anderes uebrig, als die einzige Alternativstrecke zu nehmen, die beruechtigte Leopard-Road, eine nur von echten Offroadern befahrene Escarpment-Piste. Nach einem kurzen Einkaufsstop fuer die Gaeste ging`s los, wir mussten uns etwas in den Einstieg der Piste durchfragen, aber ab dem Abzweig an einer kleinen Dorfschule ging`s dann aber ausser ein paar heiklen Schluesselstellen doch mehr oder weniger problemlos hinab ins Zambezital. Ein paar “haarige” enge steilabfallende Kurven, aber da wir keinen Anhaenger hatten waren diese Stellen gut zu meistern. Gegen 14:00 waren wir an der Piste zwischen Nationalpark und Chirundu, und gegen 16:00 erreichten wir das Camp der Mvuu-Lodge, begruesst wurden wir wieder von Elefanten, diesmal waren sie aber direkt im und um das Camp! Nachts hoerte man Hyaenen und Loewen, Letztere von der anderen Flusseite aus Mana Pools/Zimbabwe!

Montag 10.10.2011
Um 5:30 Uhr ging`s los in den Park, Constant war wieder mit von der Partie. Gleich auf der Anfahrt sahen wir eine Leopardin und einen Honigdachs! Im Park dann 2x Loewen, Elefanten, Bueffel, und Flusspferde, sowie natuerlich alle moeglichen Antilopen und Voegel. Brunch wieder an einem der idyllisch liegenden noch wasserfuehrenden Stellen eines austrocknenden Seitenarms des Zambezis. Gegen 13:00 Uhr waren wir zurueck im Camp, und nach Relaxpause und Kaffee & Keksen ging`s um 15:30 Uhr wieder zum Boots-Cruise mit Sundowner. Diesmal hatten wir ein groesseres Boot, und der Guide fuhr langsam, das war schoener und man sah mehr, und konnte das Gesehene auch geniessen und in Ruhe fotografieren! Wasservoegel, Fischadler, Hippos, Bueffel, und Elefanten, sowie viele Wasserboecke auf der Zimbabwe-Seite!

Dienstag 11.10.2011
Ganztages Game-Drive, u.a. viele Elefanten und Bueffel, auf der Rueckfahrt versuchten wir die Strecke durch die hoeher am Escarpment liegende GMA-Road, wir sahen dort noch eine Bueffelherde, Hornraben, einen Kronenducker, und ein grantiger Elefantenbulle machte einen kurzen Warnangriff! Zurueck im Camp trafen wir auf unseren Chef Jo mit seiner Gruppe, sowie auf Kollegen Fraans der mit seiner Gruppe gerade ueber die Ost-West-Piste kam. Freude fuer unsere zwei noch gepaecklosen Gaeste, Jo brachte die 2 vermissten Gepaeckstuecke von Lusaka mit, sie waren einen Tag nach unserer Abreise eingetroffen!

Mittwoch 12.10.2011
Der Morgen ging gleich gut los, ich checkte an Andrew`s 130er das Oel, vergass den Deckel wieder aufzuschrauben, und so spuckte der Landy etwas Oel. Doch Glueck im Unglueck, wir fanden Ersatz, der Oeldeckel eines VW`s passte wie original! Die Pontoon-Faehre war immer noch nicht wieder einsatzbereit, so mussten wir auch zurueck wieder die Leopard-Road nehmen, diesmal bergauf. Die eine enge zur rechten Seite steilabfallende Stelle hatte es in sich, aber nachdem wir Diese gemeistert hatten ging`s flott voran! Kurz vor 12:00 Uhr machten wir Lunch-Break kurz vor Lusaka, dann Stadtquerung mit kurzem Shopping, leider konnte ich Nirgends Ersatz fuer den kaputtgegangenen Inverter zum Laden von Kamera- und Handyakkus bekommen. Gegen 16:00 Uhr waren wir dann am Etappenziel, Chaplin-Barbet Lodge. Hier fanden wir dann leider noch heraus, dass nun auch die im Landy installierte Kuehlbox nicht mehr funktionierte, ab da mussten wir immer genuegend Eis besorgen um Fleisch und Getraenke zu kuehlen.

Donnerstag 13.10.2011
Wieder ein langer Tag, Zeltabbau, Fruehstueck, Packen, und los ging`s. Als Andrew in Kapiri Mposhi den Gaeste-Landy bis ans Dach volltankte bin ich mit dem 130er zu Immigration, hab einen Ersatzreifen flicken lassen, und beim Warten darauf ebenfalls das Auto und die 2 Ersatzkanister vollgetankt. Dann ging`s weiter, gegen 15:00 Uhr war ich dann an den Kundalila Faellen, Andrew hatte ich verloren, es gab keinen Handykontakt. Es sah nach Gewitter aus, so haben wir die Wasserfaelle nur von oben von einem Aussichtspunkt aus geniessen koennen. Zurueck an der Teerstrasse hatte ich wieder Kontakt zu Andrew, er hatte innerhalb von nur 5 Minuten gleich 2 platte Reifen. Ich fuhr zurueck, und gerade als wir ihm den letzten Ersatzreifen meines Landy`s montieren wollten begann es wie aus Eimern zu schuetten! Es war nicht angenehm, klatschnass, und haarstraeubend nahe und schnell an uns vorbeirasende Trucks, die Situation war nicht ungefaehrlich. Wir schafften es, setzten die Weiterfahrt fort, und es hoerte auf zu regnen. Gerade noch vor Einbruch der Nacht erreichten wir die Zufahrt zu Mutinondo Wilderness, zum Zeltaufbau brauchten wir dann bereits die Stirnlampen. Danach wieder schnelles Abendessen und ab ins Bett!

Freitag 14.10.2011
Wie schon mit der Vorgruppe gab`s am Morgen nur schnell Kaffee/Tee& Rusks, dann ging`s auf einer Wanderung zu Charlies Rock, die Leute genossen es sehr, danach dann Andrew`s Brunch, Packen, und ab ueber`s Escarpent hinunter zum Mupamadzi Community-Camp, das erreichten wir so gegen 15:30 Uhr. Die Solaranlage fuer die Wasserpumpe funktionierte nicht, so war fuer die Einen Nichtduschen, fuer die Anderen ein Bad im Fluss angesagt! Nachts bekamen wir wieder Besuch von Elefanten im Camp!

Samstag 15.10.2011
Ein 4000km Trip durch Zambia ist kein Ausschlaftrip, es ging wieder sehr frueh los, Zeltabbau, Fruehstueck, Packen, und los! Holpriges Offroad bis zum Park-Gate, diesmal gab uns Headranger Bernhardt den Scout Dulley mit, er hatte die Saison ueber fuer Robin-Pope-Safaris gearbeitet, so wusste er viel und sprach ein gutes Englisch! Wir querten den Mupamadzi-Fluss an der Sandsackfurt und stellten ca 10 Minuten danach den Landy ab. Der Walk war ansonsten wie immer, Pukus, Impalas, und Paviane, irgendwo am Fluss waren Loewen, aber die fanden wir leider nicht. Voegel, Spuren, Baeume und Pflanzen, und es wurde wieder schnell sonnig und heiss! Auch diesmal fuhren wir im Anschluss nur ein kleines Stueck weiter, dann brunchten wir im Schatten einiger Anabaeume. Danach dann noch 3 Stunden fahrt auf der 05-Piste, alles ging glatt, durch den sandigen Lubifluss liess ich die Gaeste wieder aussteigen, ich hatte mich da im Vorjahr schon einmal festgefahren, das wollte ich nun tunlichst vermeiden! Gegen 15:30 Uhr waren wir in Mfuwe, diesmal im Track & Trail Camp, ebenfalls idyllisch am Luangwa-Fluss gelegen. Die Gaestechalets waren luxurioes und grosszuegig, doppelstoeckig mit Balkon. Auch hier gab`s wieder Besuch von Pavianen, Elefanten, und vielen Hippos in der Nacht!

Sonntag 16.10.2011
Kaffee/Tee&Rusks, dann holten wir Guide Rabby ab, und Punkt 6:00 ging`s durch das Gate in den Park. Gleich beim Queren der Luangwa-Bruecke sahen wir einen Pond Hippos mit ueber 100 Tieren, sehr beeindruckend, und so kann man beruhigt glauben, das dieser Fluss eine der hoechsten Konzentrationen an Flusspferden in Afrika hat! Danach sahen wir eine Hyaene am Wegesrand, sie zog sich nach ihrem naechtlichen Streifzug zur Tagesruhe zurueck. Wir bogen von der Hauptpiste ab, stiessen auf ein Loewenpaar dass wohl gerade mit der Paarung begann. Weiterhin sahen wir Elefanten, ein paar einzelne Bueffelbullen, Thornicroft`s Giraffen, Crawshay`s Zebras, Wasserboecke, Buschboecke, Kudus, Pukus, Impalas… und viele Voegel, u.a. Raubvoegel wie z.B. Fischadler und Gaukler, Stoerche und Reiher, Bienenfresser, Eisvoegel, Kibitze und Frankoline, um nur einige zu nenen! Brunch an einer schoenen Stelle im Park, und gegen 13:00 waren wir wieder im Camp. Die heisse Tageszeit verbrachten auch wir wie die Tiere mit relaxen. Gegen 16:00 gingen unsere Gaeste mit einem Fahrzeug und Guides des Camps auf einen Night-Drive, Andrew und ich bereiteten das Abendessen vor.

Montag 17.10.2011
Game-Drive wie am Vortag. Wir sahen 3x Loewen! Das Loewenpaar vom Vortag, eine weitere Loewin mit einem halbwuechsigen Jungen, und eine einzelne Loewin auf der Jagd! Dazu dann noch eine Leopardin auf einem Baum, was will man mehr? Desweiteren wieder Elefanten und unzaehlige Voegel. Brunch im Park, relaxen im Camp von 12:00 bis 14:00 Uhr, Kaffeepause, und dann nochmal zum Afternoon-Drive. An einem Wasserloch beobachteten wir einen Osprey, Kraniche, Pelikane, sowie Krokodile und Hippos. Und wir fanden das Loewenpaar wieder, sie lagen jedoch nur faul im Schatten eines Mahagonibaums.

Dienstag 18.10.2011
Andrew fuhr mit dem 130er voraus nach Chipata zum Einkaufen, wir stoppten zu einer Besichtigung bei Tribale-Textile. Wir holten Andrew jedoch wieder ein, er hatte eine weitere Reifenpanne. In Chipata besorgten wir dann 2 neue Reifen, fuellten die Kuehlboxen mit Eis, und kauften ein, die Gaeste wechselten Geld und gaben ihre Postkarten im Postoffice auf. Nac kurzer Fahrt erreichten wir dann um 13:30 Uhr Tikondane. Traditionelles Essen, Fuehrung durch die Voluntaere, und etwas verspaetet ging es dann gegen 17:30 Uhr mit den Ochsenkarren in Benson`s Dorf. Begruessung durch die Kinder, Frauentanz, Abendessen bei Benson, und gegen 21:45 Uhr lieferte dieser uns dann wieder zurueck im Camp ab.

Mittwoch 19.10.2011
Fruehstueck, waehrend Andrew und ich packten trafen die Gaeste noch kurz auf Elke, dann ging`s auf die knapp 400km lange Strecke nch Lusaka. Ein Sturm in der vergangenen Woche hatte das Restaurant- und Bargebaeude in der Kundalila-Lodge umgerissen, so uebernachteten wir im Pioneer-Camp, in dem wir so gegen 16:00 Uhr ankamen.

Donnerstag 20.10.2011
Am Morgen wuehlten wir uns durch Lusakas Berufsverkehr, das kostete uns gut eineinhalb Stunden. Ein Gast blieb in Lusaka, er beendete die Reise nach 13 Tagen und wurde zum Flughafen gebracht. Gegen 13:30 Uhr erreichten wir die Mukambi-Lodge in Zentral-Kafue, stellten die Zelte auf, und machten Mittagspause. Afternoon Game-Drive machten wir wieder am Shishamba Loop, Lichtenstein-Kuhantilopen, Pinselohrschweine, Defassa-Wasserboecke, Buschboecke, und eine grosse Bueffelherde waren die Ausbeute! Nachts hatten wir 2 raufende Hippobullen im Camp!

Freitag 21.10.2011
Fruehmorgens ging es auf die 140km lange Piste zum Itezhi-Tezhi Stausee, unterwegs sahen wir Kuhantilopen, Oribis, und Reetboecke. Wir passierten das Gate, fuhren die Lake-Shore Piste entlang, und zum Mittagessen erreichten wir das Hippo-Bay Camp. Campaufbau, etwas relaxen, dann Game-Drive, wir sahen einen Kronenducker, eine Trappe, einen Sharpes-Grysbock, und das Highlight! Wir stoppten unten am Seeufer zum Sundowner, da fragte unser Scout nach meinem Fernglas, er beobachtete eine Weile die Gegend, dann sagte er ganz ruhig “Wild Dogs, straight in front of us!” Und tatsaechlich, keine 200m von dem Platz an dem wir sie schon das erste mal sahen, da waren sie, wieder die selben Sechs. Wir sprangen ins Auto, und vorsichtig fuhr ich an die Hunde heran, und dann hatten wir sie fuer gut 20 Minuten fuer uns. Sie stoppten, sozialisierten, liefen weiter, es war eine wunderbare Sichtung, Wild-Dogs sind meine persoenlichen Favouriten! Als sie dann in den Busch verschwanden kamen wir genau rechtzeitig zurueck ans Seeufer als die Sonne am Horizont versank!

Samstag 22.10.2011
Zeltabbau, Fruehstueck, Packen, und schon ging die Fahrt weiter. Scoutcamp, Airfield, Turn-Off, und dann ueber die Nanzhila-Plains zum Dumdumwedzi-Gate. Auf dem Weg sahen wir viele frische Loewenspuren, Oribis und Reetboecke, und Rappen- sowie Pferdeantilopen, nicht sehr nah, aber wir sahen sie! Lunch irgendwo im Busch, Andrew hatte kein Glueck, er hatte Plattfuss Nummer 4, Teerstrasse ab Kalomo, und gegen 16:00 Uhr waren wir dann in Livingstone! Beim Abendessen liessen wir die Tour Revue passieren.

Sonntag 23.10.2011
Beim Fruehstueck an der Maramba River-Lodge hatten wir Elefanten vor uns am Wasser. Andrew machte mit einigen Leuten wieder die Village-Tour nach Mukuni. Ich ging mit einem Gast auf die Sprayview-Tour, das war grossartig! Mit den Raftern stiegen wir hinunter zum Fluss, auf einer kurzen Fahrt ging`s mit dem Schlauchboot nahe an die Faelle. Dann eine kurze Kletterpartie ueber teilweise nasse, glatte Felsen, dann sprangen wir in das Wasserbecken direkt unterhalb der Faelle! Wahnsinn, man schwamm direkt in der Gischt der Faelle, echt superschoen! Danach konnten wir mit den Raftern die Rapid No 1, den “Boiling-Pot” durchfahren, sehr spannend! Dann wurden wir an Land gebracht, diese Aktivitaet von BUNDU-Adventures ist wirklich weiterzuempfehlen, ein “Muss” fuer Wasserratten! Am Nachmittag machten wir dann alle zusammen wieder den Sundowner-Drift mit dem Schlauchboot auf dem Zambezi, mit den beiden “Dominic” Guides, es gab einen traumhaften Sonnenuntergang, wieder ein toller Ausklang der Reise!

Montag 24.10.2011
Der letzte Tag, 2 Gaeste machten am Morgen noch einen Microlight-Flug ueber Livingstone und die Wasserfaelle. Fuer sie, und fuer die anderen ging es dann nach relaxtem Fruehstueck gegen 11:00 Uhr an den Airport zum Heimflug. Der Kreis schloss sich, Trip Nr 2 2011 war zu Ende! Abschied fuer die Gaeste, auf Andrew und mich wartete Trip Nr 3!

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