Buschbericht Oktober 2009

Im Oktober beginnt normalerweise die Regensaison, davon hatten wir hier im suedosten des Kruger leider nicht all zuviel abbekommen. Am Monatsende gab es eine Nacht und den darauffolgenden Tag Nieselregen. Das Gras fing zwar an uebernacht zu spriessen, aber wir brauchen mehr von dem kostbaren Nass. Die Baeume, allen voran die Drehknopfdorn-Akazien und Marulas wurden gruen, sie hatten ja Fluessigkeit gespeichert. Die ersten Sichelbuesche bekamen ihre gelb/rosa Blueten und die Insektenwelt explodierte, worauf Eidechsen, Geckos und Froesche sowie die im Winter fruechtefressenden Nachtaeffchen wieder genug ihrer Lieblingsnahrung abbekommen.

Die meisten der Zugvoegel sind bereits da, ueberall kreisen die raeuberischen Gelbschnabelmilane und die taeglich steigenden Temperaturen schaffen gute Thermic fuer all die anderen Raubvoegel. Viele der Insektenfressenden Voegel starten in die Brutsaison. Die Impalaweibchen sind hochtragend, sie bekommen nun nach 7 Monaten Tragzeit im November/Dezember ihre Jungen. Sie sowie die Zebras und Gnus, die wir im Winter auch hier um unser Haus herum haben obwohl der Busch hier dichter ist ziehen nun hinunter in den flacheren offeneren Teil von Marloth wo sie mehr des frischen kurzen Grasses vorfinden. Am Crocodile River tummeln sich jeden Nachmittag die Elefanten, sie brauchen das Wasser! Elefanten und Bueffel sind im Kruger leicht zu finden um diese Jahreszeit, man stellt sich nur an einen Fluss, Damm oder ein Wasserloch und wartet bis sie zum baden und trinken kommen. Ganz speziell die Dickhaeuter am Nachmittag! Und die Raubtiersichtungen in diesem Monat waren fast unglaublich!

Kruger 2-Tages Camping-Trip am 9. und 10. Oktober

Das Wetter war etwas kuehler und bedeckt, optimales Game-Drive Wetter. Wir sind mit 2 Gaesten von Crocodile Bridge ueber Lower Sabie und Tsokhwane nach Satara gefahren, alles komplett auf der Teerstrasse. Bereits nach Crocodile Bridge kamen uns ein Clan Hyaenen entgegen, sie stoppten immer wieder um mit der Paste ihrer Analdruesen Grashalme zu markieren. Kurz darauf entdeckte Margot zwei Breitmaulnashoerner, sie doesten unter Baeumen, um sie herum grasten Impalas und Gnus. Ein Stueck weiter 5 weitere Nashoerner, diese lieben die Gegend hier, es waren 2 Kuehe mit grossen Kaelbern und etwas abseits ein Bulle. Eine der Kuehe hatte ein ueberdimensionales langes duennes Horn, sie sah sehr spektakulaer aus damit! Kurz darauf erspaeten wir ein ruhendes Loewenpaar, sie waren mitten in der Paarung. Etwas weiter dann ein erbaermlich aussehendes weiteres Loewenmaennchen, er hatte TB im Endstadium, er wuerde elendlich verhungern wenn ihn die Ranger nicht vorher erloesen wuerden. Ein Schabrackenschakal querte die Strasse, eine Elefantenherde frass geruhsam zwischen Sichelbueschen und Giraffen machten sich ueber die frischen Akazienblaetter her. Kurz vor Lower Sabie entdeckten wir beim ueberfahren einer kleinen Bruecke einen Leoparden der sich auf einem Felsen liegend ausgiebig putzte. Nach einer Weile stand er auf und kletterte einen Mahagonibaum hinauf, da entdeckten wir den Grund, ein in eine Astgabel geklemmtes Impala. Die Raubkatze begann gerade mit dem Fressen als 2 Hyaenen auftauchten, vermutlich vom Geruch des frischen Kills angelockt. Sie hatten jedoch keine Chance, Leopard und Impala waren unerreichbar fuer sie. Als sie nach etwa einer halben Stunde das Interesse verloren und abzogen, da kam auch der Leopard von seinem Baum herunter und verschwand fuer den Tag, er wuerde am Abend wiederkommen! Direkt im Ufergebuesch des Sabie Rivers trafen wir gerade mal ca 4 km nach der ersten Leopardensichtung auf einen Zweiten, er schlich am Reet entlang, wir folgten ihm etwa 200 m, dann verschwand er in das hohe Ufergras. Wir bogen an der Bruecke vor Lower Sabie Richtung Norden ab und trafen mitten auf der Strasse auf ein altes Hyaenenweibchen das ihr schon sehr grosses Junges saeugte. Gerade mal 4-5 km weiter sahen wir in der nun offeneren Savannengegend nach einigen grossen Zebra- und Gnuherden einige Autos stehen, da musste etwas besonderes sein. Dort angekommen fanden wir 2 junge aus dem Rudel verstossene Loewenmaennchen, mit blutverschmierten Gesichtern und dick gefuellten Baeuchen lagen sie in dem spaerlichen Schatten eines kleinen Apfellaubbaumes. Daneben der Rest eines gekillten Gnus und ein lauerndes Schakalpaerchen sowie ein paar Kappengeier. Wohl oder uebel mussten wir uns von der tollen Sichtung losreissen, wir hatten noch einiges an Strecke zu machen bis Satara. Ueber die Huegel kurz vor Tshokwane trafen wir auf Meerkatzen-Aeffchen und einen Trupp Paviane. Kurz nach dem Picknickplatz sahen wir etwas entfernt im trockenen Flussbett ein 8-koepfiges Loewenrudel, sie schlichen sich an einige Impalas heran, dann hoerte man die Warnrufe der Antilopen, sie hatten die Katzen entdeckt. Sie liessen ab und legten sich im Schatten zum doesen nieder. Auf der Weiterfahrt dann ein paar Elefantenbullen, eine im Schatten wiederkaeuende Bueffelherde, dann erreichten wir Satara! Wir bezogen das Camp, machten uns frisch und trafen zwei deutsche Globetrotter die mit einem LKW seit einem Jahr in Afrika unterwegs waren. Sie hatten am Morgen an einem Damm in der Naehe einen weiteren Leoparden in der dichten Laubkrone eines grossen Schakalbeerenbaumes gesehen, er wuerde da vermutlich auch noch sitzen. Also sind wir zum kurzen Spaetnachmittag-Gamedrive dorthin gefahren. Und unser Glueck blieb uns hold, wir erreichten die Stelle und nach einigem Suchen entdeckte einer unserer Gaeste den herunterhaengenden Schwanz auf dem Baum. Wir waren erst 5 Minuten an der Sichtung, da kletterte die Raubkatze vom Baum und lief seitlich in unsere Richtung, wir standen hinten an. Und genau neben uns, fuer die anderen vielleicht schon einige Stunden wartenden Leute uneinsehbar kam der Leopard, ein Weibchen aus dem Gebuesch in ein fast ausgetrocknetes Bachbett und trank aus einem kleinen Wassertuempel unter einem alten Baumstamm an einer tieferliegenden Stelle des Baches, unglaublich! Wir fuhren zurueck in das Camp, das abendliche Holzfaellersteak mit Margot`s bayrischem Kartoffelsalat und einem Feierabendbier hatten wir uns alle an diesem Tag redlich verdient! Wir hatten wie immer hier in Satara unser Camp direkt am Zaun aufgeschlagen und waehrend wir das Fleisch grillten patrouillierten immer wieder ein paar Hyaenen direkt neben uns am Zaun entlang, den Armen lief vermutlich das Wasser im Maul zusammen bei dem leckeren Grillgeruch!

Am naechsten Morgen verliessen wir das Camp puenktlich um 5:30 bei Toroeffnung, wir hatten solch ein Glueck, kurz nach Satara vor der Abzweigung in die beruehmtberuechtigte S100 Strasse lagen 3 Loewenmaennchen mitten auf der Strasse, waermten sich am warmen Strassenbelag, und neben ihnen im Busch lauerte ein Hyaenenclan. Sie vermuteten einen anstehenden Kill der Loewen und wollten dies natuerlich nicht versaumen. Sie waren in der Ueberzahl und konnten so sicher ein paar Brocken abbekommen. Aber einer der 3 Katzen wurde das nervige gekichere und herumgelauere dann doch zu dumm, er sprang auf und attackierte die Hyaenen und jagte sie einen Tierpfad entlang. Dorthin verschwanden dann auch die beiden anderen Loewen! Auf der S100 trafen wir dann auf ein im Gras doesendes anderes Loewenrudel, wir konnten 5 Weibchen und ein Maennchen ausmachen!
Es waren viele Tiere unterwegs an diesem Tag, Giraffen, Zebras, Gnus, Kudus, Wasserboecke, Impalas, Steinboeckchen, Buschboecke, Warzenschweine, Zwerg-, Schlanke- und Zebramangusten, Baumhoernchen, etliche Adler, grosse Hornraben, Geier und Sattelstoerche! Ein paar Elefanten, Flusspferde an einem kleinen Damm, 2 grosse Bueffelbullen mit blutunterlaufenen Augen, und noch zweimal Hyaenen! Dann sahen wir kurz nach Tsokhwane das Loewenrudel vom Vortag wieder, sie hatten in der Nacht den Picknickplatz umgangen und lagen nun suedlich immer noch im Flussbett wieder im Schatten an der Boeschung! Kurz vor Lower-Sabie wollten wir noch einmal nach den beiden jungen Loewen und ihrem gerissenen Gnu sehen, aber da war nichts mehr das an das Drama des Vortages erinnerte. Wir trafen auf ein paar Leute die uns rieten doch auf der anderen Strassenseite abzubiegen und ein paar Kilometer nach Westen zu fahren, das machten wir dann auch. Und was soll ich berichtenen? Wir fanden ein weiteres Loewenrudel, dies hatte ein Zebra gerissen. Es waren fast nur die nervoes zuckenden Schwanzspitzen der Katzen im hohen trockenen Gras zu sehen. Nur eine Loewin, sie lag neben dem Rest des Zebras, dem Brustkasten, ein paar Fellfetzen und 2 Beinen und kringelte sich genuesslich im Schatten eines Busches! Bevor wir in Lower-Sabie noch einmal kurz stoppten sahen wir am Sunset-Damm noch nach Krokodilen und Flusspferden die man hier immer vorfindet. Dann ging es weiter Richtung Sueden und Heimat. An der Stelle des ersten Leoparden des Vortages sahen wir eine der beiden Hyaenen, diese schien dort eisern zu warten bis vielleicht doch etwas von dem Impala vom Baum fallen koennte! Danach querte eine Elefantenherde die Strasse, wir bogen mit ihnen in die Schotterstrasse Richtung Sueden ab. Da entdeckten wir dann wieder ein paar Breitmaulnashoerner! Gegen 17:00 fuhren wir dann raus aus dem Park, es war eine wahnsinns Ausbeute, fast unglaublich! Aber so ist der Krugerpark. Manchen Tag sieht man fast gar nichts und dann hat man solch ein Glueck und der Park oeffnet einem sein Schatzkaestchen und zeigt einem das volle Programm!

Ganztages-Safari am 16.Oktober

Gleich vorweg, obwohl es ein heisser trockener Tag war hatten wir tolle Sichtungen mit unseren 5 Gaesten!
An einem ausgetrockneten Flussbett nach Crocodile Bridge wurden wir auf ein ruhendes Loewenrudel aufmerksam.

Ein Maennchen, drei Weibchen sowie zwei Junge waren zu sehen, vermutlich lagen noch mehr im hohen Gras!
Der Tag entpuppte sich zum Giraffentag, irgendwann hoerten wir auf zu zaehlen, bei einigen sehr guten Sichtungen marschierten die Tiere direkt vor unserm Game-Viewer ueber die Strasse. Es wurde immer heisser und wir stoppten zum Brunch in Tshokwane, dabei beobachteten wir bruetende Voegel, einen kreisenden Gelbschnabel-Milan, diebische Affen und direkt neben dem Camp kaute friedlich ein junger Elefantenbulle an einem Ast! Danach ging es weiter Richtung Lower Sabie Highwater-Bridge, an einem der zahlreichen Wasserloecher stoppten wir und beobachteten eine grosse Bueffelherde und unzaehlige Elefantenherden die sich gegenseitig beim trinken und baden abloesten. Die eine Herde kam an, die andere war im Wasser, die vorhergehenden bewarfen sich ausserhalb mit Sand und verschwanden wieder im Busch. Nach der Sabiebruecke machte uns ein Guide-Kollege auf ein Loewenpaerchen aufmerksam, die machten was Loewen meist machen waehrend des heissen Tages, sie doesten direkt am Strassenrand, zwei praechtige gesunde Exemplare! Auf dem Weg entlang des Flusses entdeckten wir ein schon vorher von Leuten angekuendigtes totes Spitzmaulnashorn, im Wasser liegend und ohne Horn. Die Ranger in Lower Sabie berichteten uns spaeter, das Tier war nach einem Kampf mit einem anderen Bullen seinen schweren Verletzungen erlegen, die Parkranger hatten das Horn entfernt um es nicht Wilderern in die Haende fallen zu lassen. Den Rest wuerde die Natur erledigen. Geier, Krokodile, Hyaenen, in einer Woche wird nichts mehr von dem Kadaver uebrig sein und an die Tragoedie erinnern! Ein Stueck weiter versorgte uns das Glueck mit einer langen Leopardensichtung, das Weibchen lag im Schatten einer Felsformation und verschlief den Tag unbeeindruckt von seinen Beobachtern. Nun war die heisseste Tageszeit, unzaehlige Elefantenherden und einzelne Bullen kamen an den Fluss um sich abzukuehlen und zu trinken. Am Sunset-Damm bei Lower Sabie beobachteten wir dann Flusspferde und grosse Krokodile, Impalas und Giraffen, dann mussten auch wir uns eine Erfrischung im Camp goennen. Bei Eis und Getraenken liessen wir das bereits Gesehene Revue passieren und beobachteten dabei von der grossen Terrasse aus weitere Flusspferde und Elefanten sowie Busch- und Wasserboecke im Reet! Danach machten wir uns auf den Rueckweg, dabei hatten wir dann noch das Vergnuegen auf 3 Breitmaul-Nashoerner zu treffen, zwei veschafften sich ebenfalls eine Abkuehlung an einem der Wasserloecher, ein weiterer Bulle frass friedlich am Wegesrand und lies sich dabei auch nicht stoeren. Und obwohl es so heiss war und die meisten Tiere den Tag im Schatten verbrachten, aber eben auch an den verbliebenen Wasserstellen sowie dem Fluss hatten wir viel gesehen und hatten auch das Privileg alle “Grossen 5″ erleben zu koennen!

“Einkaufs”-Safari am 18. Oktober

Eigentlich war nicht viel geplant von unseren Gaesten an diesem Tag, etwas relaxen und dann zum Einkaufen nach Malelane. Die Entscheidung fiel dann am Mittag, wir wuerden die Einkaufsfahrt am Nachmittag mit einem Game-Drive von Crocodile-Bridge nach Malelane verbinden. Gesagt, getan, und wir waren auf dem Weg. Ich dachte mir noch, auch wenn wir nicht viele Tiere sehen sollten, so koennten wir doch die Landschaft im Kruger entlang des Flusses geniessen und ein paar interessante Voegel oder Aehnliches gibt es ja immer zu sehen. Und so kamen wir dann zu zwei tollen Highlights! Wir entdeckten eine Elefantenherde mit einem vielleicht gerade einmal vor ein paar Stunden geborenen Kalb, klein, tapsig und noch etwas wackelig, umsorgt und geleitet von der Mutter und einem “Kindermaedchen”, einer jungen Elefantenkuh. Lange beobachteten wir die grauen Riesen mit diesem noch so zerbrechlich wirkenden winzigen Wesen dazwischen und wie fuersorglich sich doch alle kuemmerten und es dann beim ueberqueren des Weges von uns abschirmten und auf seinen ersten Lebensstunden beschuetzten, ein Privileg dies beobachten zu duerfen. Wir sprachen noch ueber die Begegnung, da entdeckte einer unserere Gaete eine Bewegung im Busch, etwa 20 Meter vom Weg im Gras. Wir stoppten, und? Es war ein Leopard, ein Weibchen, es hatte nur wenige Minuten vorher ein Impala gerissen. Mit den Fernglaesern beobachteten wir die scheue Katze, blutverschmiert machte sie sich ueber ihren Kill her, uns aber argwoehnisch nicht aus den Augen lassend! Nach einiger Zeit, als noch mehr Fahrzeuge kamen wurde die Leopardin jedoch unsicher, einige der Beobachter sprachen leider laut und dies veraengstigte die Raubkatze. Sie verzog sich, auch wir entfernten uns, hoffend, dass es wieder ruhig werden wuerde damit sie ihre Beute doch noch sichern koennte. Es ist nicht einfach einen Leoparden zu sehen, oft ist es nur eine kurze Sichtung, ein huschen ueber die Strasse, ein kurzer Blick auf das gefleckte Fell, aber so eine Sichtung wie an diesem Tag ist nicht Jedem gegoennt!

Bush-Walk in Crocodile-Bridge am 19. Oktober

Die Gruppe bestand aus Drei unserer Gaeste, einem deutsch Paerchen einer weiteren Marloth-Lodge und mir, und natuerlich den beiden Guides! Wir fuhren im SANParks Game-Viewer ein Stueck hinaus zum Startpunkt des Walks. Es ging schon sehr gut los, beim Briefing kamen ploetzlich 5 Hyaenen um die Ecke gebogen, beschnueffelten und begutachteten uns aus naechster Naehe, markierten ihr Revier und zogen dann weiter. So nahe hatte selbst ich als Guide die Tiere noch nicht oft gesehen, zumindest nicht zu Fuss! Vorbeifahrende andere Touristen waren dann ganz aufgeloest, seien doch Loewen nur etwa 200m von uns entfernt direkt auf dem Weg zu uns! Leider waren zu viele Fahrzeuge an der Sichtung und die Raubkatzen verliessen den Weg und liefen in den Busch. Wir trackten sie jedoch, folgten also ihren Spuren und nach nur ca 400m stiessen wir bereits auf sie. Eine Loewin lief argwoehnisch auf und ab, knurrte und zeigte uns somit “Halt und nicht einen Meter weiter!” Wir stoppten, beobachteten sie etwas und entfernten uns dann langsam und vorsichtig schraeg von ihr weg. Sie ging auf Nummer Sicher und verabreichte uns noch einen kurzen Warn-Angriff. Sie kam naeher, geduckt und fauchend, stoppte etwa 30 Meter vor uns, und entfernte sich als sie sah dass wir uns auch entfernten. Da hoerten wir etwas lauter ein Loewenmaennchen, schraeg hinter uns, wir waren vermutlich nur etwa 20m an ihm vorbeigelaufen. Nun war uns auch klar warum die Loewin sauer war, wir hatten sie bei der Paarung gestoert! Wir verliessen die Szene, als Alle sich etwas beruhigt hatten gingen wir noch ein Stueck, dann suchten uns die Guides einen schoenen Platz fur eine Pause. Auf einem felsigen Huegel rasteten wir bei Snacks und Getraenken. Direkt vor uns kam ein Nashornbulle aus dem Busch und graste in aller Seelenruhe vor uns. Erst am Ende unserer Pause kam er kurz naeher, begutachtete uns, und als er sicher war wir wuerden ihm nichts anhaben wollen entfernte er sich weiter grasend von uns. Auf dem Rueckweg wurden dann noch einige Baeume erklaert, wir entdeckten ein Pin-Tailed Whyda Vogelmaennchen, es warb mit seinen schoenen langen Schwanzfedern um ein Weibchen. Die Guides erklaerten Nashornspuren und Tierdung sowie andere Zeichen im Busch, davon fand ich die von einem Honigdachs ausgegrabenen und aufgebrochenen Mistkaefer-Kugeln am interessantesten, aber das ist vermutlich Ansichtssache!

Ich denke, fuer die Gaeste war die Loewenbegegnung am beeindruckendsten, wann hat man auch schon die Chance auf diese grossen Raubkatzen ohne das sichere Auto um einen herum so hautnah zu Fuss zu treffen!

Mjejane Sundowner-Night Drive am 21. Oktober

Auch hier hatten wir wieder Glueck, es war seit Tagen der erste Abend ohne Wolken, also ideal fuer diesen Drive. Mjejane ist ein neues in den Krugerpark eingegliedertes Gebiet, suedlich des Crocodile Rivers nahe der N4. Es ist nur ca 30 Minuten von uns hier in Marloth entfernt und wir haben das Privileg, dass ich hier die Safaris mit unseren Gaesten selbst machen kann da ich hier auch auf Freelance Basis arbeite.

Es war ein relaxter Tag, der letzte Tag unserer Gaestefamilie und da wir die Tage zuvor schon sehr viel gesehen hatten sollte es einfach nur ein schoener Nachmittag/Abend werden. Wir starteten gegen 16:00 von der Lodge, mein Kollege Kwaga war der Tracker, er sass also vorne auf der Motorhaube auf seinem Sitzchen und hielt Ausschau nach Tieren oder deren Spuren. Der Weg fuehrte uns direkt hinunter an den Fluss, ca 10km ungestoerten River-View, eines der Highlights hier! Der Fluss hatte zwar wenig Wasser, es tummelten sich jedoch viele Voegel wie Nilgaense, Reiher, Kibitze und Cormorane sowie Wasser- und Buschboecke am Ufer oder auf den kleinen Sand- oder Reetinseln! Bei einem Stop erklaerte Kwaga den antiseptischen Nutzen der Rinde eines Marulabaumes, fand am selben Baum die Krallenspuren eines Leoparden, erklaerte den Unterschied zwischen Spitzmaul- und Breitmaulnashorndung und zeigte uns wie man trockenen Elefantendung zum Feuermachen sowie durch inhalieren des Rauches gegen Schnupfen einsetzt! Eine Elefantenherde kam gerade zurueck vom Wasser und querte direkt vor uns den Weg waehrend ueber dem gegenueberliegenden Ufer langsam die Sonne sank. Wir stoppten, und gingen zu Fuss hinunter an die Uferboeschung und beobachteten Flusspferde, ein Bulle schwamm naeher und zeigte uns grunzend seine grossen Zaehne als Zeichen von Domminanz. Ein Fischadler kreiste am Himmel, ein Stueck Flussaufwaerts lag ein Krokodil in der Abendsonne. Wir suchten uns eine schoene Stelle am Fluss und genossen bei Snacks und Getraenken den Sonnenuntegang. Dies ist fuer mich und natuerlich auch fuer die meisten Gaeste das absolute Highlight dieses Drives. Man findet hier Ruhe, geniesst die Natur und den Sonnenuntergang und lauscht den Stimmen der nahenden Nacht! Als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war und die letzten glutroten Streifen am Himmel verblassten kamen die Scheinwerfer zum Einsatz und wir machten uns auf den Rueckweg. Wir erspaehten im Kegel des Lichts noch ein paar kleine Kronenducker Antilopen sowie einige Buschbabys, das sind nachtaktive kleine nur ca 170g wiegende Primaten. Die kleinen Kerle ueberwinden bei Spruengen bis zu 3 Metern die Distanzen zwischen Baeumen und Bueschen, auf den Boden kommen sie nur ungerne. Sie ernaehren sich vom Harz der Akazien und im nun kommenden Sommer groesstenteils von Insekten die sie geschickt sogar im Finsteren aus der Luft fangen. Um ihren Weg durch den naechtlichen Busch sowie ihre Familienmitglieder zu markieren benutzen sie die mit urin angefeuchteten Pfoetchen. Auf oft von ihnen benutzten Wegen ueber Aeste erkennt man dies durch einen lakritzartigen Geruch. Die Aeffchen haben riesige Augen zugunsten der Nachtsicht unbeweglich, somit muessen sie immer den Kopf drehen wenn sie sich nach Sicht orientieren. Man kann ihre quiekenden Laute vernehmen wenn sie entweder ihre Familienmitglieder ueber eine groessere Nahrungsquelle informieren oder wenn ein paarungsbereites Weibchen nach einem Maennchen ruft! Gegen 20:00 erreichten wir die Lodge wo das Abendessen vorbereitet war, wir sassen bei Lagerfeuer und Fackellicht in der Boma waehrend die Steaks zubereitet wurden und genossen den Abend!

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