Buschbericht November 2010

Zambia / Luangwa 30.10. – 16.11.2010  (mit Liuwa NP bis 22.11.2010)                                                 

26.10., der zweite Trip in Folge war zu Ende. Es war faszinierend, die vorangegangenen 41 Tage waren anstrengend gewesen, es war aber auch wie eine Sucht! Zambia, mehr Zambia, und noch mehr Zambia! Die Regenzeit wuerde hoffentlich bald beginnen, und damit der Sommer, wir warteten sehnsuechtig darauf!

27.-30.10.,es gab nur ein paar wenige Stunden des Relaxens! Kaputte Reifen mussten repariert werden, der Landrover musste gewaschen und gecheckt werden, er brauchte ein paar Ersatzteile. Zelte und Betten aufbauen, ueberpruefen, saubermachen, und wieder zusammenpacken. Die neue Gaesteliste, wieder 10 Leute, ein paar zusaetzliche Schlafsaecke, ein weiteres Zelt, da zwei Singles, sechs Leute machten die Verlaengerungswoche nach Liuwa. Einkaufen, aussortieren und ersetzen kaputter Sachen, Sitzbezuege mussten gewaschen und neu bezogen werden. Und dazwischen mussten die neuen Gaeste abgeholt werden, zwei bereits am Donnerstag, vier am Freitag, die anderen vier am Samstag. Die Gruppenzusammenstellung war gut, das merkten wir bereits beim Briefing am Samstag Abend, wir waren guter Dinge. Das Team bestand wieder aus David und uns! Und wir hatten Glueck, Andrew, unser seit dem Juni-Trip liebgewonnene Freund war ebenfalls mit dabei!  Wir fuhren wieder mit dem beigen Landrover, David mit dem Gruenen von unserem ersten Trip.

31.10. wir fuhren wieder los, nach Shopping und  Tanken ging es Richtung Lower Zambezi. Es wurde nun immer waermer, diesmal starteten wir bereits in Lusaka mit ausgebauten Fenstern. Ein kurzer Stop beim versteinerten Wald, und obligatorisches Lunch bei Zambezi Breezer. Danach weiter zum Munyemeshi-Camp. Alles wie gehabt, es gab keine Schwierigkeiten, wieder das ebenfalls schon obligatorische Begruessungs-Kommittee im Park bestehend aus Pavianen, Impalas, und natuerlich Elefanten! Zelte und Camp aufbauen, unser erstes Abendessen im Busch, die Gaeste genossen es. Nachts gab es den ersten Sturm, und auch Regen, wir mussten die Zelte besser sichern, die Regenzeit begann!                                         

01.11, Morgens Kaffee, Tee & Rusks, um 5:30 rollten wir los. Am Gate gab es mit Scout Zakala und den Rangern eine Lagebesprechung, dann ab in den Park. Vor dem ersten Abzweig zum Fluss fanden wir frische Loewenspuren. Wir folgten, drehten, folgten, verloren sie, fanden sie wieder, und dann fanden wir ihn! Ein junges Loewenmaennchen, er lag im Schatten und doeste, ein toller Start in den Tag! Wir fanden weitere Spuren, das Rudel war wohl Nachts auf der Suche nach Beute gewesen, doch der dichte Busch vereitelte uns eine weitere Katzensichtung, zumindest im Moment. Impalas, Kudus, Wasserboecke, und ein Elefantenbulle. Wir fuhren weiter, links die malerischen Berge des Escarpments, rechts der Zambezi-Fluss. Am von den Rangern “Hippo-City” genannten Ort machten wir wieder Brunch, dabei beobachten wir Flusspferde, Bueffel, Elefanten und Wasservoegel. Ein malerischer Ort! Auf dem weiteren Game-Drive pirschten wir uns an weitere Elefanten heran, an einige Bueffelherden, und am Fluss an eine Gruppe Hippos. Ein guter Safari-Tag, auf dem Rueckweg hatten wir Glueck, und trafen an einem Wasserloch noch auf ein Rudel Loewen, das Maennchen war etwas abseits unter einem Busch, einige Weibchen und Jungtiere unter Baeumen nahe am Wasser, eine tolle Sichtung. Zurueck im Camp war am Nachmittag relaxen angesagt. Spaeter sind wir wieder an die Chongwe-Wasserfaelle gefahren, auf dem Weg dorthin sahen wir zwei Buschschweine, eigentlich nachtaktive Tiere! Das Bad im flachen Felsenpool oberhalb der Faelle war wieder super, denn das Zambezi-Tal war nun heiss wie ein Hexenkessel. Zurueck im Camp gab es einen Sundowner ohne Sonne, da es bewoelkt wurde.

02.11., Fruehstueck, Packen, dann die Verbindungsetappe als Game-Drive durch den Park. Es ging durch malerische Ana-Tree Waelder, Kudus, Wasserboecke, Impalas, Paviane, und Elefanten. Das letzte Stueck der Strecke war wieder schlechteste Piste mit engen Kurven, Dornenbusch, und holprigen Auf- und Abfahrten sowie einigen Querungen sandiger ausgetrockneter Flussbetten. Gegen Mittag erreichten wir die Bootsanlegestelle der Ana-Tree Lodge. Lunch, ein platter Reifen wurde gewechselt, da kamen auch schon die Boote. Margot, Andrew, die Gaeste, sowie Verpflegung fuer den Abend und das persoenliche Gepaeck wurden verladen. Dann ging es auf einer Zambezi Boots-Safari zum Tamarind- Camp. Leider nicht fuer David und mich. Wir haemmerten wieder in einer siebenstuendigen Hetzjagd ueber das Escarpment hinauf, ueber teilweise steile felsige Streckenabschnitte. Dann 150km Teerstrasse, weitere 90km Piste, und als kroenenden Abschluss der Abstieg ueber die supernervige bei Dunkelheit schlecht zu findende Piste mit von Elefanten umgerissenen Baeumen und Bueschen hinab zum Tamarind-Camp. Total muede und verstaubt kamen wir gegen 20:30 ohne Pannen und in Jahresbestzeit bei Margot, Andrew, und den Gaesten an. Schnelles Abendessen, Duschen, dann war nur noch Schlafen angesagt! Nachts hatten wir dann wieder starken Regen.                         

03.11., nach dem Fruehstueck ging die Fahrt weiter, hoch an die Piste, entlang des Luangwa-Flusses, dann Querung der Luangwa-Bruecke und Teerstrasse bis Tikondane. Alles ging glatt, wir erreichten Tikondane am fruehen Nachmittag. Am Abend ging Margot mit den Gaesten auf drei Ochsenkarren verteilt wieder in das Nachbar-Dorf  in dem ihnen der “Frauentanz” und “Ghost-Dance” vorgefuehrt wurde, immer wieder eine beeindruckende Sache, kein Touristen-Schnickschnack. David, Andrew und ich hatten in der Zwischenzeit wieder einiges an unseren Landrover zu reparieren. Zambia hat knallharte, felsige Pisten, sie forderten ihren Tribut.  Es begann wieder zu regnen, aber richtig, es stuermte und goss wie aus Eimern. Als es gegen 22:00 Uhr immer noch nicht aufhoerte  beschloss ich die Gruppe abzuholen. Mit dem Nachtwaechter des Camps als Scout fuhr ich in stockdunkler Nacht  bei stroemenden Regen ueber enge Weglein Richtung dem Dorf. Nach einigem Suchen fand ich die Leute auch irgendwo im Busch, sie waren bereits auf dem Rueckweg. Sie waren froh ins trockene Auto umsteigen zu koennen. Ich handelte mir dabei einen weiteren Plattfuss ein den ich am Morgen reparierte.

04.11.,Fruehstueck, Projekt-Fuehrung durch die Voluntaerin Laura, wir packten in der Zwischenzeit, dann ging es weiter. Einkaufs- und Marktstop in Chipata, Eis und Ersatzschlaeuche, danach ausserhalb der Stadt Lunch an der Mamarula-Lodge, Fahrt bis Tribale-Textile. Dann erreichten wir Mfuwe und unser Camp, diesmal waren wir im Wildlife-Camp untergebracht. Das war auch sehr schoen, fuer die Gaeste gab es hier ebenfalls tolle Safari-Zelte . Vier unserer Gaeste machten am naechsten Tag einen Bush-Walk, den buchte ich gleich. Abendessen servierte Margot und Andrew in einer Lapa, wieder direkt am Fluss. So ging auch dieser Tag zu Ende.                                                              

05.11., Kaffee/Tee & Rusks, dann ging`s los. Das Wildlife-Camp war etwas weiter vom Parkeingang entfernt, wir holten den Scout  ab, und um Punkt 6:00 waren wir im Park. Der Game-Drive war wieder super, Elefanten, Bueffel, Giraffen, Zebras… und sich paarende Loewen, wir konnten einige Paarungsakte beobachten, plus ein Loewenrudel an einem Bueffelkill, als sie sich in den Schatten verzogen stuerzen sich die Geier auf die Reste, ein genialer Vormittag. Um 11:00 eilten wir dann zu Margot`s Brunch. Danach war Relaxen an der kleinen Bar mit Pool angesagt. David hatte in der Werkstatt des Camps ein Radlager und die Radaufhaengungslager ausgewechselt. Waehrend wir alle Vier zusammen das Abendessen vorbereiteten gingen unsere 10 Gaeste auf einen Afternoon/Night-Drive, durchgefuehrt von Guides des Camps. Sie hatten dabei tolle Sichtungen, und hatten beim Essen viel zu erzaehlen!

06.11., Fruehstueck, Packen, rein in den Park, und dann hoch ueber die 05-Road. David blieb im Lubi-River stecken, wir zogen ihn mit unserem Auto raus, der Rest der Strecke war ok. Gegen 15:00 waren wir im Mupamadzi-Camp, Campaufbau, Duschen, Relaxen, Abendessen, Briefing fuer den kommenden Bush-Walk. Wir mussten bald aufstehen, desshalb gingen Alle Frueh schlafen.                 

07.11., am Morgen hatten wir dann seltsamerweise schon wieder hier in diesem Camp einen kranken Gast, zwar auch nichts Schlimmes, wir hatten auch einen Arzt in der Gruppe, aber aergerlich ist es fuer die jeweilige Person wohl doch wenn einem so etwas gerade imUrlaub wiederfaehrt. Margot blieb mit diesem Gast im Camp. Andrew kam spaeter nach und richtete das Tagecamp im Park ein. Wir machten uns mit David auf den Weg in den Park. Am Gate gab man uns zwei Scouts mit, sehr erfahrene Burschen. Wir querten an der Furt, diesmal fuhren wir noch weiter nach Osten, eine sehr schoene Gegend. David blieb beim Auto, wir starteten zum Walk. Schakalbeerenbaum, Elefanten- und Bueffeldung, Spuren und Zeichen von Stachelschwein, Zibetkatze, Impala, Puku, Ameisenbaer, und wir sahen 2x Elefanten, einen alten Bullen im Reet, er frass, und beim Zurueckgehen stolperten wir fast in eine kleine Herde am Wegesrand, sie verzogen sich aber still und leise. Auf der Rueckfahrt zum Brunch sahen wir dann ruhende Bueffel auf der anderen Flusseite, die wollten wir am Nachmittag angehen. Andrew hatte schon alles hergerichtet, es gab frischgebackenes Brot, danach faulenzten oder lasen die Leute im Schatten. Dann wurde es bedeckt und es begann kurz zu Regnen, ich hielt Ruecksprache mit den Scouts, dann brachen wir auf. Es war zwar erst 14:30, aber wer wusste schon ob es nicht bald wieder regnen wuerde. Da es nur ein kurzer Walk wurde konnten die Leute das Handgepaeck im Auto lassen. Wir nutzten Deckung und Windrichtung, naeherten uns dem Fluss, gingen an der gegenueber im Reet fressenden Bueffelherde vorbei, und wollten dann gerade den Fluss queren. Da sah ich links von uns frische Spuren am Wasser, Loewen! Vom Morgen, sie waren hier vermutlich den Bueffeln gefolgt. Ich sagte den Gaesten, dass es gut moeglich sein koennte, dass wir hier irgendwo auf die waerend dem Tag doesenden Raubkatzen stossen koennten. Ich erklaerte die Regeln bei einem Kontakt mit den Loewen, dann zogen wir unsere Schuhe aus und querten den Fluss. In einer Senke naeherten wir uns den Bueffeln, wir kamen nah ran, sie frassen oder lagen wiederkaeuend im Schatten. Der Wind stand gut fuer uns, wir beobachteten und machten Fotos. Dann drehte der Wind etwas, die Bueffel bemerkten uns! Sie beobachteten nun uns, aergwoehnisch und unsicher, dann rannte einer los, und alle folgten, Schade. Wir wollten die Herde nicht noch mehr verschrecken und gingen zurueck zum Fluss. Als wir querten sahen wir auf der anderen Seite eine weitere grosse Bueffelherde. Sie waren relaxter, wir kamen sehr nahe, gingen leicht schraeg an ihnen vorbei, das machte den Eindruck als seien wir gar nicht an ihnen interessiert. Vorne die grossen Bullen, dahinter die Kuehe mit den Kaelbern, alle hoben witternd die Koepfe, es war eine beeindruckende Sichtung, es waren ca 200-300 Tiere. Wir kehrten zurueck zum Auto und machten uns auf den Rueckweg. Zurueck im Camp erfuhren wir, dass Margot und unser zurueckgelassener Gast ein Wahnsinss-Glueck hatten! Sie sahen doch tatsaechlich oben im Camp am Fluss drei Loewinnen auf der Jagd nach Wasserboecken. Am Abend dann Essen, Lagerfeuergeschichten, und ein paar Bier, ein typischer Abend im Busch.                                                                                                                                                                          

08.11., Weiterfahrt Richtung  Mutinondo, Auffahrt uebers Escarpment, Stop am Aussichtsfelsen, kurz nach Mittag erreichten wir Mutinondo und bezogen unser Camp. Essen, Relaxen, am Nachmittag dann Baden am Fluss, danach machten wir einen Sundowner-Walk zu Charlies-Rock, waehrend Margot mit einem Gast einen Ausritt  machte. Der Walk war schoen, die Leute waren fasziniert von der Aussicht auf den Miombowald und die umliegenden Granithuegel, wir blieben lange oben sitzen. Mit tollen Eindruecken erreichten wir genau bei Einbruch der Dunkelheit das Camp. Die Nacht war regenfrei, mit angenehmen Temperaturen.                                                                                                                                     

09.11., wir mussten etwas pushen,  hatten wir doch eine lange Fahrt vor uns. Diesmal ging es nicht mehr zu den Kundalila Wasserfaellen, wir sind zum Kasanka Nationalpark, um die dort gerade aus Angola eintreffenden Frucht-Fledermaeuse zu sehen. Abfahrt, Tankstop, kurzer Markt-Einkauf, die nach Norden abzweigende Teerstrasse war gut, gegen Mittag erreichten wir den Park. Einchecken an der Rezeption, nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir unser Camp, eine Nische im Wald, mit kleiner Lapa, WC, und Eimerdusche. Zelte aufgebaut, Mittagessen, Relaxen.  Dann starteten wir zum Afternoon-Drive, erst an einem Fluesschen entlang, da sahen wir die seltenen Sitatunga Sumpfantilopen. Dann sind wir zu einer Beobachtungs-Plattform gefahren. Man ging von einem kleinen Parkplatz aus zu einer Gruppe riesiger Baeume, schon von weitem konnte man den Radau der in den Aesten haengenden Fledermaeuse hoehren. Strawcoloured Fruit-Bats, 60cm Spannweite, sie kamen wegen den reifen Wildfruechten hierher, 5 Mio Tiere mal 170g Gewicht, das entspricht in etwa einem Gewicht von 600 Elefanten, was im Moment hier in den Baeumen hing, unglaublich. Die Tiere waren zwar noch an ihren Schlafplaetzen, aber sie flogen immer wieder kurz auf, draengten sich gegenseitig von den Plaetzen, ein einziges Durcheinander und Gekreische, wahnsinnig beeindruckend. Einige der Leute blieben gleich hier, sie wollten den Start der Tiere in die Nacht von hier aus sehen. Wir sind mit dem Rest ein Stueck weiter zu einem in schwindelnder Hoehe in einem Mahagonibaum liegenden Hide. Erst sind wir hoch auf den Hide, dann genossen wir jedoch die Abendstimmung lieber unten auf einer freien Lichtung im Papyrus. Wir lagen auf dem Ruecken im Gras, und die Fledermaeuse starteten, erst kleine Schwaerme, dann immer mehr, bis der Himmel uebersaeht war von ihnen, sie flogen ueber uns als ob ihr Strom nie mehr abreissen wuerde, unbeschreiblich! Als es finster wurde brachen wir ab, wir holten den Rest der Gruppe beim Beobachtungsstand, dann ging`s hoch zum Camp. Gerade rechtzeitig, es begann zu regnen, aber wie, ein richtiger Wolkenbruch! Das Essen war zum Glueck schon fertig, es wurde in der kleinen Lapa angerichtet. Wir sassen dicht gedraengt aussenherum, die Teller auf unseren Schoessen, es war kein Platz fuer die Tische. Nachts hatte es dann aufgehoert zu regnen, so konnten wir ungestoert schlafen.

10.11., um 3:30 war die Nacht zu Ende, wir wollten noch mal zu den Fledermaeusen, gegen 4:00 starteten wir, 4:20 waren wir am Beobachtungsstand, es war stockdunkel. Da hoerten wir die Fledermaeuse ueber uns, und es wurde langsam heller, sie kamen zurueck von ihrem naechtlichen Ausflug. Die Gegend lag gespenstisch in einem Hauch von Nebel. Unbeschreiblich, so etwas muss man Selbst gesehen haben. Danach beobachteten wir vom Hide aus wieder Sitatunga-Antilopen und den herrlichen Sonnenaufgang. Kasanka war ein schoener Park mit einem ganz besonderen Flair. Dann ging`s zurueck ins Camp, Fruehstueck, Packen, wir hatten wieder eine lange Fahrt nach Lusaka vor uns. 8 Stunden spaeter erreichten wir die Hauptstadt, erledigten unsere Einkaeufe, dann ging`s raus zur Kundalila-Lodge. Dort bekamen wir diesmal Abendessen, Margot und Andrew brauchten nicht zu kochen. Nachts gab es heftigen Regen, sogar in die Chalets der Gaeste tropfte es leicht, unsere Zelt waren patschnass.                                                              

11.11.,am Morgen etwas gedrueckte Gewitterstimmung, wir packten und machten uns auf den Weg. David und Andrew sind zurueck nach Lusaka, es waren noch Dinge zu erledigen wofuer es am Vorabend bereits zu spaet war. Unter Anderem kauften sie wegen den bevorstehenden Tiefsandstrecken in Liuwa  zur Sicherheit noch einen Satz Kupplungsbelaege und eine Druckplatte. Wir machten gut Strecke, Teerstrasse bei Nieselregen, Park-Gate, Abzweigung nach Itezhi-Tezhi, 140km Schlaglochpiste. Ich haemmerte diePiste Richtung Sueden, gegen Mittag erreichten wir das Scout Camp am See. An einer schoenen Stelle machten wir Mittagspause, nach dem Einchecken ging es dann die Lake-Shore Road am Ufer entlang zum Camp. Wir sahen eine Bueffelherde sowie viele Wasservoegel und Adler, Pukus, Impalas, und Defasa-Wasserboecke, eine Sub-Species die es nur hier in Kafue gibt. Kurz darauf kamen auch David und Andrew an, sie hatten auch unseren grossen Pavillon mitgebracht, wegen dem Regen. Dann entdeckten wir unseren neuen Camp-Mitbewohner, eine Schwarze Mamba. Sie lebte in einem Termitenhuegel, direkt neben unserem Pavillon. Meisst sah man nur den Kopf der Schlange, Margot sah sie einmal ganz, sie haette fast ein zeterndes Baumhoernchen gefressen. Wir sahen auf diesem Trip durch den beginnenden Sommer und den Regen relativ viele Schlangen, Warane, Camaeleons, Froesche, Schildkroeten, und Insekten.

12.-13.11., hier am See gab es wieder keine superspektakulaeren Tiersichtungen, jedoch war die Landschaft gigantisch, alle genossen es, es war eine Gegend zum relaxen. An den beiden Tagen hier fuhren wir viel an den kleinen Buchten entlang, beobachteten Voegel wie Reiher, Hammerkoepfe, Stoerche, Kraniche, Kibitze, Stelzvoegel, Gaense, Fischadler, Kormorane, Schlangenhalsvoegel… und dazu Pukus, Impalas, Wasserboecke, Buschboecke, einmal sahen wir Gnus und Zebras, einmal Kuhantilopen, und einen Elefantenbullen. Wir waren am Elefantenwaisenhaus, haben einen “Sundowner” im Regen an der Lodge-Bar gemacht, die Mamba beobachtet, Margot`s und Andrew`s Essen genossen und uns am Abend am Feuer unterhalten. Das Schoenste hier war, dass man total alleine war!                                                                                                                              

14.11., letzter Morgen am See, nach Fruehstueck und Packen brachen wir auf. Ort Itezhi-Tezhi, dann die 140km Schlaglochpiste hoch in den Zentralteil des Parks. Unterwegs trafen wir auf Kinder die uns riesige Speise-Pilze verkauften, eine Delikatesse hier waehrend der Regenzeit! Wir sahen Kuhantilopen, erreichten die Teerstrasse, dann das Mayukuyuku Camp. Wir bekamen einen tollen Platz unten am Fluss, von dort konnte man direkt runter ans Ufer gehen, Hippos und Voegel beobachten. Campaufbau, Mittagessen, Afternoon-Drive. Durch den Regen war der Anfahrtsweg zum Chunge-Fluss diesmal recht schlammig, aber er war es wieder wert. Wir sahen wieder das Loewenmaennchen, auf einer freien Flaeche doesend, und ein Stueck weiter Neun junge Loewen verschiedenen Alters, diese Sichtung war echt schoen. An diesem Abend feierte die Gruppe den ersten Abschied, 6 Leute machten die Verlangerungswoche, 4 Leute fuhren zurueck nach Lusaka, fuer sie war die Reise zu Ende.  

15.11., um 5:00 standen wir auf, fruehstueckten, dann war Abfahrt. Die 6 Zurueckbleibenden machten an diesem Tag Game-Drives und einen Boots-Trip der Lodge, Andrew und David blieben im Camp, Margot und ich brachten die 4 Abreisenden nach Lusaka. Wir fuhren los, kamen aber nicht weit, der Motor rasselte, ich stellte ab, das war`s. Wir ueberlegten, ich stoppte einen LKW, er nahm mich mit bis zum Gate, dort gab es Telefonempfang. Ich rief unseren Chef an, er organisierte einen Transfer der Gaeste durch das Pioneer-Camp, und er informierte David im Camp auf dem Satelitentelefon. Dann machte ich mich auf den Rueckweg, ein Zam-Beef LKW nahm mich mit. Bei Margot angekommen war David schon da, er hatte eine Abschleppstange aus einem Seil und einem Baum gebastelt. Die Gaeste stiegen in Davids Auto, Margot und ich sassen im gezogenen Fahrzeug. Dann ging`s los, das Abschleppen funktionierte, wir kamen gut voran. Nach etwa 70km Fahrt kam uns das Auto des Pioneer-Camps entgegen. Die Leute stiegen um, wir luden ihr Gepaeck auf die Ladeflaeche des Pick-Up, dann hiess es Abschied nehmen. Wir wurden weiter abgeschleppt, an der Kundalila Lodge stellten wir den beigen Landrover ab, packten alles Wichtige um in Davids Wagen.Wir fuhren in die Stadt zu unserem Lagerraum, bauten Sitze in den gruenen Landrover ein, haengten den Anhaenger an, tankten, und brausten los. Gegen 00:30 erreichten wir nach einer rasantan Fahrt und einer tollen Sichtung zweier Honig-Dachse unser Camp in Mayukuyuku. Ich ging noch kurz zur Toilette, als ich zurueckkam stand ein Elefantenbulle genau vor unserem Zelt, er  frass an dem Ast, an den Margot die Zeltschnur gebunden hatte, unser Zelt wackelte. Ich wollte aber auch schlafen, so blendete ich den Riesen mit der Taschenlampe so lange an bis er sich kurz wegdrehte und 2 Meter zurueckging. Ich schlich um unser Zelt, und huschte hinein, dann war es mir egal, nun konnte er wieder weiterfressen.                                                                                 

16.11., die Nacht war kurz, wir standen um 5:00 auf, hatten wieder einen weiten Weg vor uns. Beim Fruehstueck erzaehlten wir den 6 Zurueckgebliebenen unsere Story, und sie uns die Ihre. Sie hatten einen guten Tag gehabt, hatten bei ihrem Game-Drive und der Boots-Safari viel gesehen, u.a. einen toten Elefanten am Fluss mit Krokodilen, weitere Loewen, Rappen- und Kuhantilopen, und das Highlight waren zwei Geparde. Dies war nun der erste Tag mit nur einem Auto plus Haenger, aber wir waren ja nun auch nur noch 10 Leute. Wir zogen los, durch den Park nach Westen, Tanken und Einkaufen in Mongu. Die folgende Strecke Mongu-Kalabo war der Hammer, fuer die 30km brauchten wir stundenlang. Es war eine Schwemmebene mit einigen Doerfern,  die Bewohner ziehen in der Regenzeit um in hohergelegene Gegenden. Es gab hier schon mal eine Strasse, schlecht gebaut, nach einigen Regenzeiten war sie weggeschwemmt. Uebrig blieben nur die vielen Betonbruecken, verteilt wie Wuerfel auf einem Tisch. Und man konnte nicht einfach von einer zur anderen fahren, man musste aufpassen wo es schlammig oder tiefsandig war, es gab tiefe ausgefahrene Spurrinnen. An austrocknenden Tuempeln waren Fischer mit Angeln, Netzen und Speeren unterwegs, ueberall roch es nach Fisch, frisch oder getrocknet. An einer Pontonfaehre querten wir den Zambezi, einmal stoppten wir fuer ein schnelles Lunch. Gegen 16:00 hatten wir die Strecke ueberwunden, kamen in Kalabo an.  Der Liuwa Nationalpark wird nicht von der staatlichen ZAWA verwaltet, er wird von der Organisation African-Parks verwaltet. Wir checkten ein, querten mit der kleinen handbetriebenen Faehre den Fluss, steckten gleich mal richtig im tiefen Sand fest. Wir uebernachteten in einem nagelneuen Camp am Parkeingang, in einem Knie des Flusses gelegen, wir waren die allerersten Gaeste. Nachts regnete es wieder.

17.-18.11., am Morgen bekamen wir unseren Scout, Lucanana-Lucanana, ein eher italienisch klingender Name. Wir querten denabgelegenen Park, Hauptanziehungspunkt hier ist eine riesige weite Ebene, und da sahen wir den Beginn der diesjaehrigen, weltweit zweitgroessten Migration von Gnus. Es war erst der Anfang, aber wir sahen bereits tausende von Gnus, dazwischen in langsam austrocknenden Wasserbecken unzaehlige Wasservoegel, u.a. Pelikane. Es gibt in Liuwa noch wenige Raubkatzen, drei Loewen wurden hier ausgesetzt, bekannt durch den National Geographic Film ist die Loewin “Lady Liuwa”. Haupt-Raubtier hier sind die Tuepfel-Hyaenen, dazu Streifenschakale. Highlight waren jedoch die riesigen Gnuherden, mit bereits vielen Kaelbern, begleitend sah man auch Zebras. Eine zeitlose Gegend. Wir waren zwei Naechte im Katoyana-Camp, waren die Einzigen Gaeste dort, es war wieder sehr idyllisch dort. Ausser den Gnus gab es auf den Game-Drives zwei weitere Highlights. Ein Wildhunderudel mit 17 Hunden, davon 9 Welpen, und 4 Hyaenen, fressend an einem Gnu-Kadaver. Waehrend die Gaeste am Nachmittag relaxten hatten wir wieder einiges zu reparieren, 2 Reifen mussten mit neuem Schlauch versehen werden, eine Radaufhaengung und das Antriebswellen-Gelenk  mussten gewechselt werden.

19.11., am letzten Morgen gab es heftigen Regen, Zelte und Matratzen wurden beim Abbauen nass. Es regnete weiter, der nasse Sand war besser zum Fahren, aber an der Faehre blieben wir wieder im tiefen Sand stecken. Diesmal dauerte das Freikommen laenger, schaufeln, Sandbleche unterlegen, Luft ablassen, ein- zwei Versuche, dann hatten wir es aber doch geschafft und rollten auf die Faehre. Nach der Flussquerung ging es auf einer so gut wie nie befahrenen Strecke Richtung Sueden, meine Kollegen und ich waren gespannt auf den Zustand der Strecke, der sogenannten Mango-Road. Erst war es schoene frisch geschobene Piste, dann wurde es ruppiger und tiefsandig. Wir erreichten einen Damm an einem Schwemmgebiet. Dieser war von weggeschwemmten Stuecken unterbrochen, sie waren mit Baumstaemmen und Steinen repariert. Wir wiesen David ein und passierten die Stellen. Dann kamen ein paar Abzweigungen die nicht auf der Karte verzeichnet waren, und es wurde noch sandiger. Zwei grosse Gruben auf der Piste zeugten von ausgebuddelten LKW`s. Wir blieben auch 2x stecken, kamen aber mit Spatenhilfe und Sandblechen schnell wieder raus.  Dann wurde die Piste fester, aber total zugewachsen. Wir kamen vorbei an Kasava-Feldern, die wurden von den Leuten unten aus der Barotse-Ebene angebaut. Buschland, vertraeumte Waelder mit knorrigen Baeumen, hier kamen wir gut voran, unterwegs stoppten wir an einem Platz mit Aussicht auf die Ebenen zum Lunch. Selbst der erfahrene David war hier noch nie gewesen, und auch sonst schon lange Niemand mehr. Gegen Spaetnachmittag hatten wir es geschafft, wir trafen auf den Fluss mit dem Ponton-Uebergang, blieben auf der Westseite und folgten der ab nun besseren, oder sagen wir mal mehr befahrenen Piste Richtung Sueden. Als es duster wurde stoppten wir an einem Waldrand, hier schlugen wir unser “wildes” Buschcamp fuer die Nacht auf.

20.11., am folgenden Tag wurden wir spontan in einem Dorf zu einer echten afrikanischen Tanzveranstaltung eingeladen, nach einer Stunde verabschiedeten wir uns dankend und fuhren bis an die Ngonye Wasserfaelle, da blieben wir noch eine Nacht im Sioma-Camp. Gleich bei Ankunft auf dem Campingplatz am Zambezi hatte ich eine Begegnung mit einer Schwarzen Mamba. Beim checken des Platzes baute sie sich ploetzlich direkt vor mir etwas auf, sie war so gross dass ich ihr fast auf Augenhoehe ins Maul sehen konnte. Das war innen pechschwarz, Markenzeichen der Schwarzen Mamba! Sie fiel wieder in sich zusammen, verschwand im Busch. Es hatte sicher nur einen Sekundenbruchteil gedauert, ich war immer noch gebannt von der Begegnung.  Zwei der Gaeste fuhren am Nachmittag mit David zu den Wasserfaellen, die Anderen fuhren mit dem Boot des Camps auf dem Fluss zu den Faellen. Wir trockneten die Matratzen in der Sonne, und gerade rechtzeitig, als diese trocken waren begann es wieder zu regnen. Die Stimmung am Fluss mit ruhigem schnurgeraden Regen war schoen, beruhigend und entspannend.  Dann kamen die Gaeste zurueck, ein paar wanderten zur Lodge und sassen an der Bar, die anderen relaxten im Camp und wir unterhielten uns waehrend Margot das Abendessen zubereitete. Es war der letzte Abend im Busch.

21.11., Frueh Morgens ging es weiter, wir hatten noch etwa 3 Stunden Piste vor uns, dann die Teerstrasse entlang des Namibischen Caprivistreifens, spaeter dann vorbei am Grenzuebergang  nach Kasane in Botswana. Gegen 13:00 erreichten wir Livingstone, im Garten der Maramba River-Lodge machten wir Mittagspause. Die Gaeste bezogen ihre schoenen Safari-Zelte, am Nachmittag besuchten sie die Victoria-Faelle. Und am Abend hatten wir dann unser letztes gemeinsames Dinner im Restaurant der Lodge. Die Leute waren etwas bedrueckt wegen ihrer Abreise. Fuer uns war es das Ende eines “Afrikanischen Abenteuers” an einem Ort, ein Neues, an einem anderen Ort wuerde sicher schon bald auf uns warten.                                                                                                                                              

22.-23.11., die Gaeste wurden am Vormittag zum Airport gefahren. Wir relaxten noch zwei Tage an der Lodge, dann machten uns dann auf dem Landweg auf den Rueckweg nach Suedafrika. Wir brachten einen der Landrover zurueck nach Johannesburg.  Mit der Ponton-Faehre querten wir den Zambezi, die Grenze zwischen Zambia und Botswana, und blieben dann noch eine Nacht in Kasana.

24.11., am Morgen machten wir uns auf den Weg quer durch Botswana. Nach Kasane sah man noch Elefanten und Impalas, dann wurde das Buschland abgeloest von Farmland, die Wildtiere durch Kuehe, Esel, und Ziegen. Ein kurzer Tankstopp gegen Mittag, am Abend hatten wir ca 700km heruntergespult, wir waren kurz vor der Grenze. Wir wollten nicht in die Dunkelheit fahren, so uebernachteten wir hier noch einmal in einem Camp.

25.11., Punkt 8:00 waren wir am Grenzuebergang Martins-Drift nach Suedafrika. Hier im Norden gab es nichts ausser Farmen, Busch, und ein paar winzigen Doerfern. Irgendwann erreichten wir die Auffahrt zur N1 nach Pretoria, ein paar Stunden spaeter dann den Flughafen OR-Tambo in Johannesburg. Wir lieferten den Landrover ab, blieben noch eine Nacht im Formula-1 Hotel.

26.11., Fruehstueck, Taxi zum Airport, Citybug-Bus nach Nelspruit, Nelspruit – Marloth Park, dann waren wir wieder zu Hause im “Suedafrikanischen Busch”, nach 75 Tagen “Abenteuer Zambia”!

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