Buschbericht Mai 2010

Der letzte Regen ist gefallen, nun geht`s endgueltig in den Winter. Die Baeume verlieren ihre Blaetter oder wechseln in bunte Farben. Dazwischen bluehen auffaellig typische Winterbaeume wie der Spikthorn. Die Tiere stuerzen sich auf das letzte Gruen, die Wasserloecher im Busch trocknen aus. Seit ca Mitte des Monats haben wir nun bereits jeden Tag einige Elefantenherden und Bullen hier bei uns am Crocodile-River. Sie trinken, baden und matschen sich ein, anschliessend nehmen sie Staubbaeder und fressen im Reet und dem angrenzenden Uferbusch! Natuerlich sieht man die grauen Riesen nun auch vermehrt im Krugerpark an den permanenten Wasserstellen wie z.B. dem Sabie-River und am Mlondozi-Damm. Raubvoegel, Spechte und Papageien kommen nun in die Brutzeit, allen voran unser lautstarkes Fischadlerpaar am Fluss. Die Paarungszeit der Impalas ist beendet, die Tiere vermischen sich wieder, und nur noch ein paar letzte Nachzuegler bellen und kaempfen um ein immaginaeres Territorium mit Weibchen.

Geparde in Marloth-Park!

Diesen Monat bekamen wir unglaublichen Tier-Zuwachs bei uns im Marloth Park. Am 7. Mai machten wir einen kleinen Afternoon-Drive am Fluss. Die typischen Sichtungen zu dieser Zeit waren unser Fischadlerpaar, ein Nashorn dass sich kurz vorher im Schlamm gewaelzt hatte, einige alte Bueffelbullen, verschiedene Reiher und andere Wasservoegel, Krokodile, und natuerlich grunzende Flusspferde! Es war Freitag, Beginn des Wochenendes, so waren am Sundownerplatz auch schon einige Leute versammelt die auf Campingstuehlen und ihren Pick-Up`s sitzend den Sonnenuntergang geniessen wollten. Wir trafen einen Bekannten, der sagte uns, dass Leute an diesem Tag Geparde auf der Krugerseite gesehen hatten, und nun am Nachmittag angeblich auch weiter Flussaufwaerts hier in Marloth. Wir grinsten nur etwas, es gibt hier oefter mal ein paar “Wilde Geschichten”! Und keiner unserer Bekannten hatte hier jemals Geparde gesehen, selbst diejenigen nicht, die schon lange Jahre hier im Park leben. Aber natuerlich waren wir neugierig und wollten nachsehen. So fuhren wir den Fluss entlang, bis wir an einer Senke nahe der Spinnekop-Strasse auf drei parkende Autos stiessen. Es war an der Stelle, an der der Wanderweg zwischen Hauptweg und Zaun einen Knick um einige riesige Wildfeigenbaeume macht. Wir naeherten uns langsam den anderen Fahrzeugen, zueckten die Fernglaeser und suchten die Umgebung ab. Und tatsaechlich! Direkt am Wanderweg, unter einigen Bueschen lagen zwei Geparde, und sie frassen an etwas! Sie hatten einen unvorsichtigen Impalabock gerissen! Er war wohl zu sehr in seine Paarungs- und Territoriumtaetigkeiten vertieft, und das hatte ihm nun sein Leben gekostet. Die Gesichter der Katzen waren blutverschmiert, die Schwaenze zuckten nervoes, und abwechselnd frassen sie an der Antilope! Wahnsinn, und dass innerhalb des Parks, an einer Stelle an der wir oft spazieren oder ich mit dem Rad unterwegs bin, echt grossartig! Wir blieben an dieser tollen Sichtung bis es dunkel wurde und wir nichts mehr erkennen konnten. Am naechsten Morgen sahen wir noch einmal nach, die Geparde waren natuerlich weg. Dass wusste ich bereits, denn diese Katzen bleiben nie lange an einem Kill und kehren auch niemals an einen zurueck. Die staerkere Konkurenz wie z.B. Loewen und Hyaenen lassen dies nicht zu, und die zierlich gebauten Geparde lassen sich nicht auf einen eventuellen Kampf ein! Aber ich sah mir den Bock an, die typischen Zeichen eines Geparden-Kills. Wuergemale unten am Hals, geoeffneter Koerper, und gefehlt haben nur die “Filets” und Oberschenkel. Alles typisch Gepard, so hinterlaesst jedes Raubtier arttypische Merkmale, die an einem frischen Kill einfach zu erkennen sind. Wir trafen dann weitere Zeugen des Vortages. Es handelte sich um vier juengere Geparde, und obwohl der Fluss noch viel Wasser fuehrt hatten die Katzen ihn ueberquert. Man kann nur mutmassen, vielleicht sind sie in ein Loewenrudel gestolpert, und haben dabei die Flussueberquerung einem Kampf vorgezogen. Und waehrend wir hier zwei der Tiere an dem Impalabock beobachtet hatten haben die beiden Anderen nur etwa 300m weiter in der Spinnekop-Strasse ein Warzenschwein gerissen. Die Geparde wurden dann in den folgenden Tagen noch mehrere Male gesichtet. Es gab einige Versuche unserer Ranger die Katzen durch ein paar geoeffnete Stellen im Zaun zurueck in den Kruger zu jagen, dies war jedoch nicht sehr erfolgreich. Dann wurden die Tiere nahe und sogar innerhalb unseres “Lionspruit” Parks gesehen, und so liess man sie in Ruhe. Da Geparde keinerlei Gefahr fuer Menschen darstellen ueberlaesst man nun den weiteren Verlauf der Natur. Entweder verschwinden die Geparde wieder von selbst, sie wie sie auch aufgetaucht waren, oder sie versuchen vielleicht sogar in unserem kleinen Wildpark ansaessig zu werden. Genug Beute wie Impalas und Warzenschweine waeren auf jeden Fall fuer sie da!

Kruger Tages-Safari am 13. Mai

Ein Nashornbulle, Giraffen, Impalas, Gnus und Zebras, und das alles innerhalb der ersten 3-4 Kilometer nachdem wir vom Crocodile-Bridge Gate losgefahren sind. Die Gegend hier ist ein Garant fuer gute Sichtungen. Und gleich kurz danach Loewen, besser konnte der Tag gar nicht beginnen. Soweit wir sahen, bestand das Rudel aus 11 Katzen, sie lagen direkt wie auf dem Praesentierteller auf der Mauer des Gasanftombi-Dammes. Zuerst ein Maennchen und sechs Weibchen, dann kamen noch zwei spielende “Teenies” aus dem Busch. Anhand auf einer alten Knotenakazie sitzender Geier wussten wir, dass die Loewen einen Kill gemacht hatten. Und nach dem genauen Beobachten der Umgebung entdeckten wir nahe den Geiern eine aeltere Loewin die ins Gras gekauert noch an etwas frass. Aber vermutlich keine grosse Beute, sonst waere das restliche Rudel nicht schon wieder am Damm gelegen. Als die Sonne hoeher stieg trollten sich die Raubkatzen in den Uferbereich wo sie sich im Schatten niederliessen. Da lagen sie dann auch noch gegen 16:00 als wir den Park verliessen. Nahe Gomondwane entdeckten wir ein paar praechtige grosse Kudubullen im dichteren Busch. Am Sabie-River angekommen dann das Fischadler-Paar, Flusspferde die noch ausserhalb im Reet frassen, und zwei alte Bueffelbullen. Beim Ueberqueren der Bruecke dann eine Gruppe Wasserboecke, ein Goliath-Reiher beim Fischen und eine Horde Paviane die ebenfalls die Bruecke benutzten. Als die Gegend offener wurde entdeckten wir einen Strauss mit zwei Hennen, sowie weitere Giraffen und Zebras, und einige Warzenschweine. Wir waren gut in der Zeit, so stoppten wir diesmal nicht am Mlondozi-Damm, sondern erst am Nkumbe Aussichtspunkt, und dann am Tshokwane Picknickplatz. Nkumbe laesst einen traeumen von der Zeit des alten Afrikas, der Zeit als es noch ein echtes Abenteuer war diese Gegend zu besuchen. Es ist immer wieder unheimlich beeindruckend ueber die Weite Ebene zu blicken, Park soweit das Auge reicht! Wir entdeckten wandernde Gnus, Giraffen, ein paar Elefantenbullen, und zwei Nashoerner. In Tshokwane gab`s das verdiente Fruehstueck und frischen Kaffee, dazu beobachteten wir direkt neben uns im Baum einen wunderschoenen bunten Haubenbartvogel der seine Jungen in einem Nest eines Astloches fuetterte. Unser Weg fuehrte dann erst Richtung Skukuza, dann querten wir die Highwater-Bridge und bogen ab zurueck nach Lower-Sabie. Wir sahen weitere Kudus, Gruenmeerkatzen, grosse Hornraben, verschiedene Adler, Buschboecke und Impalas sowie einen lustigen Trupp Zwergmangusten. Am Sunset-Damm dann Flusspferde die sich in der Sonne waermten, dazwischen einige Krokodile, trinkende Impalas, Warzenschweine, Afrikanische Loeffler, Eisvoegel, Reiher, Kaptriele und ein Hammerkopf. Vom Restaurant-Deck im Sabie-Camp beobachteten wir weitere Flusspferde waehrend einer weiteren Tasse Kaffee, sowie einen faul auf einer Sandbank liegenden Bueffelbullen, er liess sich waehrend dem Wiederkaeuen von einigen Madenhackern verwoehnen. Es war bereits 14:00 als wir wieder Richtung Crocodile-Bridge aufbrachen, eine gute Zeit um Elefanten am Fluss anzutreffen. Und so war es auch, kurz nach der Bruecke querte die erste Herde die Strasse, die Kaelber schuetzend in die Mitte genommen, einige Kuehe mit hoch erhobenen Koepfen und aufgestellten Ohren jeweils nach links und rechts sichernd! Am Wasser tummelten sich bereits mehrere Herden. Die einen warteten zwischen Strasse und Wasser, die anderen tranken bereits, eine weitere Herde querte den Fluss. Von deren kaelbern sah man teilweise nur noch die kleinen Ruessel aus dem Wasser ragen. Einige junge Bullen tollten ausgelassen im Fluss herum, sie verscheuchten ein paar Flusspferde die neugierig naeher kamen. Weitere Elefanten wateten bereits am anderen Ufer, eine Herde erklomm bereits die Uferboeschung, andere nahmen ein Staubbad, und einige verschwanden auch schon wieder fressend im Busch. Das sind die Vorteile des Winters, sollte man Nachmittags nicht viel sehen, aber Elefanten an Fluessen und Wasserstellen findet man immer vor. Und es ist eben auch nie langweilig diese intelligenten Riesen zu beobachten, das Verstaendigungs-Grummeln und das Trumpeten zu hoeren, ihre sozialen Interaktionen, tollpatschige Kaelber, geschaeftige “Nanny`s”, raufende Jungbullen, und sorgende Muetter! Dabei verfliegt die Zeit, wir machten uns auf den weiteren Rueckweg. Vor Crocodile-Bridge in Etwa das selbe Bild als am Morgen, sich im Schlamm suhlende Bueffel bei Gomondwane, im Schatten doesende Loewen, ein unter Baeumen liegendes Nashorn und Gnus, und fressende Impalas, Zebras und Giraffen!

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