Buschbericht Maerz 2010

Anfang des Monats wurde es etwas kuehler, was fuer den Herbst ja normal waere. Aber dann, gegen Mitte des Monats
heizte es sich noch einmal auf, fast bis an die 40 Grad, das letzte Aufbaeumen des Sommers?! Aber die Graeser sind bereits trocken und verlieren die Samen, was viele Nager und Voegel freut! Auch die Baeume faerben sich herbstlich oder verlieren die Blaetter. Die Jungtiere der Antilopen wachsen und gedeihen, Bueffel und Gnus sind schon wieder in der Haupt-Paarungszeit fuer den naechsten Nachwuchs! Die Zugvoegel haben zum Grossteil bereits das Land verlassen oder wandern gen Norden, allen voran waren die Stoerche, die ja bereits wieder in Europa sind! Auch die allgegenwaertig ueber den Strassen kreisenden Gelbschnabel-Milane und die Steppenadler sind auf dem Rueckweg nach Asien. Die sommerlichen Klaenge der Kuckucks und Woodland-Kingfisher sind verstummt! Nun dominieren die Gesaenge der Hiergebliebenen, Busch-Wuerger, Oriolen, Drongos, Barbets, Hopfe, Babbler, Bulbuls u.s.w.
Die Wasserloecher im Busch trocknen langsam aus, die Tiere muessen nun an die permanenten Wasserstellen wie z.B. an den Crocodile River wandern! So ist der Tisch reich gedeckt fuer die Jaeger, unser Loewenrudel ist nun fast allabendlich am Fluss zu hoeren, sie brauchen nur zu warten bis ihr “Fressen” zu ihnen kommt! Unsere Geckos, Froesche und ein paar Warane am Haus schlagen sich noch ein paarmal richtig die Waenste voll bevor sie durch den winterlichen Rueckgang der Insekten etwas auf Sparflamme schalten muessen! Die Breitmaulnashoerner verschwinden langsam von den offenen Flaechen, dort ist bereits das Meisste abgegrast! Man sieht nun auch viele Zebras und Gnus wie sie zusammen in den niedrigliegenden noch nahrhafteren Senken grasen bevor sie etwas ziehen muessen in Gegenden in denen sie auch im Winter noch Futter finden!

Tagesausflug nach Maputo/Mozambique am 11.03.2010

Mit einer Gruppe junger Gaeste machten wir einen Tagesausflug nach Maputo, der Hauptstadt Mozambiques. Es bietet sich an, als Ausgleichstag zwischen den Safaris, etwas Kultur und Kulinarisches!
Nur ca 30 Minuten sind es von Marloth Park an den Grenzuebergang, dort ist typisch afrikanischer Grenz-Trubel angesagt, trotz Umbau der Bueros u.s.w. dauert es eben einfach ca 45-60 Minuten bis man Visum, Stempel und alle Formalitaeten erledigt hat! Aber es ist nie langweilig wenn man dem Treiben der Leute zusieht, ein reges Kommen und Gehen. Aber dann ging`s weiter, die Gegend wird zum Meer hin flacher und offener, viele Buesche und Baeume wurden fuer Brennholz gerodet! Kurz vor Maputo dann ein Stop beim portugiesischen Baecker mit leckeren Pasteten und frischem noch warmen Weissbrot, eine tolle Abwechslung zum Suedafrikanischen trockenen Toast! Dann ging`s ins Grossstadtgewuehl das gegensaetzlicher nicht sein koennte. Haeuser teilweise noch aus den Kriegszeiten zerstoert, Townships, praechtige Kolonielbauten, Plattenbauten wie aus unseren DDR-Zeiten, neue moderne Hochhaeuser im Dubai-Stil mit verspiegelten Glasfronten! Dann die Altstadt mit der katholischen Kathedrale, Casa de Ferro, das Staehlerne Haus und der alte Bahnhof, mit Einfluessen des Herrn Eiffel. Der vertraeumte Stadtpark mit gigantischen maechtigen Bouganville-Baeumen, die Samora Machel Statue… Der Frischprodukte- und Fischmarkt mit typisch afrikanischem Treiben, noble Hotels, und der Hafen sowie die Beach-Front. Ein leckeres Seafood-Mittagessen direkt am Indischen Ozean mit Palmen, angenehmer Brise und vorbeigleitenden Fischerbooten liessen diesen Tag sehr schnell und abwechslungsreich vergehen! Ein etwas anderes Afrika im Gegensatz zum Krugerpark und dem Innland, und das in nur eineinhalb Stunden Fahrzeit!

Fullday-Safari 19.03.2010

Wir hatten wieder Riesenglueck, das Wetter war etwas bewoelkt, gute Voraussetzungen dass die Tiere sich nicht schnell in schattige Plaetze verziehen. Die ersten Kilometer nach Crocodile Bridge war aber leider nicht viel los, ich nutzte die Zeit und erzaehlte unseren Gaesten etwas ueber die historischen Geschehnisse in dieser Gegend des Parks, unter anderem die fuer uns Deutsche nicht gerade ruhmreiche Geschichte des etwas “Schraegen” Colonel Steinacker mit seiner Spezialtruppe. Er war waehrend des Burenkrieges auf britischer Seite dafuer zustaendig, die Buren davon abzuhalten Kontakt zu den Portugiesen in Maputo aufzunehmen und um dabei Nachschub wie z.B. auch eine Waffenlieferung aus Deutschland zu bekommen!. Aber dann war keine Zeit mehr fuer Erzaehlungen, direkt auf der freien Flaeche am Abzweig zur S82 bewegte sich etwas, da lagen Tiere am Weg, es war ein Loewenrudel, das Gomondwane Rudel. Alle drei Maennchen, und ich konnte 5 der Weibchen entdecken, der Rest war sicher auch in der Naehe! Die Raubkatzen lagen verstreut ueber die Flaeche verteilt, ein Maennchen lag mit 2 Weibchen zusammen, das zweite Maennchen schlief direkt mitten auf dem Weg, der Dritte im Bunde mit den anderen Loewinnen lag etwas weiter an einem Guarry-Busch. Ich freue mich jedesmal riesig wenn ich die Maennchen dieses Rudels zusammen sehe, sie haben etwas sehr Verwegenes an sich, wie die 3 Musketiere. Zottige lange dunkle Maehnen, narbige Gesichter, es sind drei kampferprobte Knaben, aber einer von Ihnen hat einen so durchdringenden Blick, ich bekomme jedes mal eine Gaensehaut wenn ich das Glueck habe und er einen mal direkt in die Augen blickt, echt unheimlich! Wir standen gerade einmal ein paar Minuten, da konnte man bereits erkennen, dass eines der Weibchen in Oestrus war, und zumindest 2 der Herren hinter ihr her waren. Der mit dem durchdringenden Blick wuerdigte weder uns noch seine Damen nur eines Blickes an diesem Tag, er war einfach nur muede und wollte schlafen. Das bekamen auch die Leute eines Game-Drive Fahrzeuges zu sehen, er knurrte und fauchte sie missmutig an als sie zu nah an ihm vorbeirollten. Die beiden anderen Loewen sahen zwar auch muede aus, sie waren jedoch hellwach als die betreffende Loewin aufstand und sich etwas entfernte, sie verrichtete ihr Geschaeft. Aufgeregt trotteten die beiden Maennchen hinterher, der Vordere warf dem Hinteren nur einen kurzen Blick zu, das schien zu sitzen, der Zweite Loewe wartete missmutig und legte sich nahe eines anderen Weibchens wieder ab. Der ander Loewe schnupperte an dem Busch an dem das Weibchen vorher vorbeiging, flehmte, markierte mit einem Urinstrahl und kratzte Katzentypisch den Boden! Dann folgte er der Kaetzin in den Busch, das Weitere entzog sich unseren Blicken, keine Chance fuer Spanner! Der Rest des Rudels zog sich nach weiteren ankommenden Autos dann doch etwas weiter von der Strasse zurueck und machte das, was Loewen fast immer tun, sie legten sich hin und schliefen! Bis Lower-Sabi hatte ich nichts zu tun, unsere Gaeste hatten aufgeregt mit den neuesten Schnappschuessen auf ihren Kameras zu tun, was nicht verwunderlich ist, wir kamen an eines der Maennchen bis auf 2 Meter nahe heran! Im Lower-Sabi Camp begossen wir unsere tolle Sichtung erst einmal mit ein paar Tassen frischem heissen Kaffee, dabei beobachteten wir die Flusspferde direkt vor dem Deck des Restaurants. Danach gab es dann ein paar riesige Krokodile am Sunset Damm zu bestaunen, sowie leider eine nicht so schoene Sichtung. Am Sunset Damm ist ein Paviantrupp heimisch, er war kurz vor unserem Antreffen dort an uns vorbeigezogen, nach Nahrung suchend, sich gegenseitig putzend, die Kleinen miteinender tollend und spielend! Immer wieder ein kurzweiliger Anblick. Eine Weile nach dem ganzen Trupp torkelte ein Nachzuegler auf die Strasse, boese am linken Ellenbogen verletzt! Das Stueck zwischen Ober- und Unterarm bestand nur noch aus einem Stueck Knochen und Sehnen, nicht jedermanns Anblick! Das arme Tier war bereits sehr geschwaecht, stoppte immer wieder, legte sich auf die Strasse und leckte sich die Wundstellen! Aber nach Jahren habe ich mich daran gewoehnt, das ist die Natur, es wuerde fuer den Pavian bald eine Erloesung geben, vermutlich in Form eines Leoparden! Am Sabi River entlang sahen wir Wasserbocke, Kudus, einige alte Bueffel und noch einige Male weitere Paviane und Gruenmmerkatzen. Wir bogen in die S21 und fuhren auf kuerzestem Wege zu den Renosterkoppies und das Stevenson Hamilton Denkmal. Dort entdeckten wir erst einen Nashornbullen, danach genossen wir die Landschaft von Oben auf Hamiltons Lieblingsplatz, hier wurde auch seine Asche in alle Winde verstreut! Ueber die S114 gings dann Richtung Sueden, ueber den Biyamiti Loop. Da hatten sich Hyaenen als Bau ein Betonrohr unter dem Weg ausgesucht. Zwei erwachsene Tiere streunten noch herum, ein Jungtier blickte uns direkt vom Eingang in das Rohr neugierig an! Eine schoene Sichtung dieser sehr interessanten Tiere, viele Leute denken dass Hyaenen eklige Aasfresser sind, in Wirklichkeit sind sie jedoch auch sehr gute Jaeger, mit einer hoeheren Erfolgsrate als die 3 grossen Katzen, nur die Wildhunde sind noch erfolgreicher! Spaeter stoppten wir noch einmal zu einer Mittagspause in Afsaal, wo wir 2 Elefantenbullen direkt am Camp genossen! Ueber die S118 und den Gardenia Bird-Hide ging`s dann zurueck nach Osten am Crocodile River entlang. Da sahen wir dann noch zwei alten Bueffeln bei ihrem Schlammbad zu, gemaechlich suhlten sie sich im Matsch und genossen sichtlich ihr Leben! An einer Furt standen ein paar Marabus sowie ein Sattelstorch Paerchen im Wasser und fischten. Kurz vor Crocodile Bridge blieben wir dann noch gut eine Stunde stehen und beobachteten nacheinander 3 Gruppen mit Zebras wie sie an einem idyllischen Wasserloch mit Lilien bewachsen zum Trinken gingen. Erst vorsichtig sichernd, immer auf der Hut vor Gefahr, und dann aufgereiht wie auf einer Perlenschnur Eines neben dem Anderen am Wasser. Waehrend die Meisten tranken hatten immer einige von Ihnen witternd den Kopf oben! Danach saeugten die Stuten die Fohlen, es wurde noch kurz ausgelassen getobt, dann verliessen die Tiere wieder schoen in einer Reihe, am Ende sichernd die Hengste den Ort des Geschehens! So hatten wir wieder einen wunderschoenen Tag im Park und wir wuerden wohl wieder einige unserer Sichtungen beim Abendlichen Braai aufarbeiten!

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