Buschbericht Juni 2010

Der Juni war der erste der beiden Haupt-Wintermonate, ebenso beinhaltete er die erste Haelfte der 1. Fullball-WM auf afrikanischem Boden. Beides hatte seine Hoehepunkte, Safarimaessig wie auch im Fussball.  Die Euphorie und tolle Stimmung war ueberall zu spueren, selbst nach dem Ausscheiden unserer Bafanas blieb das WM-Fieber erhalten.      

Zweitages-Safari am 1. und 2. Juni                                                                                                                                                                              
Wir machten diese Safari mit einer Uebernachtung in Balule das erste mal. Balule ist ein kleines Krugerpark Bush-Camp suedwestlich von Olifants, es gibt dort nur sechs einfache Rondavels und Camping. Keinen Strom, nur eine gasbetriebene Gemeinschafts-Kuehltruhe und am Abend romantische Parafinlampen. Dafuer bietet das Camp ein einmaliges Flair von urspruenglichem Afrika! Puenktlich um 6:00 Uhr sind wir in Crocodile-Bridge in den Park gefahren. Die Arbeiten an der neuen Bruecke waren bereits wieder aufgenommen, wir hoffen dass es nun dieses Jahr endlich klappt. Gleich kurz nach dem Camp sahen wir viele Giraffen, Gnus, Impalas, und ein Breitmaulnashorn. Auffaellig ist das veraenderte Verhalten der Tiere durch die gefallenen Temperaturen, viele der Impalas lagen noch im Gras, ihr Deckhaar ist dicht und dunkel zum Isolieren der Waerme und dem Auffangen der ersten Sonnenstrahlen des Tages. Im Crocodile Thorn-Thicket entdeckten wir einen fressenden Elefantenbullen, auch die Dickhaeuter verbringen die Naechte nun im waermenden dichteren Busch. Einige Adler und andere Voegel sassen noch mit dick aufgeplusterten Federn auf Baeumen und in Bueschen. Auch am Sabie-River war durch die vorangegangene kalte Nacht noch nicht viel zu sehen. An der Bruecke bogen wir nach Norden ab, die Sonne stieg hoeher und waermte das Buschland langssam auf. Auch hier waren viele Giraffen unterwegs. Zwischen Klein-Mnondozi-River und dem Muntshe-Huegel war eine Gruppe Wasserboecke auf der Strasse, sie waren etwas konfus, blickten in alle Richtungen, vermutlich hatten wir sie etwas verschreckt. Ein junger Bock schnaubte warnend, die Gruppe teilte sich links und rechts des Weges. Wir wollten die sowieso schon aufgeregten Tiere nicht weiter stoeren und fuhren weiter, hinter uns konnten wir sehen wie die Herde sich wieder zusammenschloss. Am naechsten Tag sollten wir erfahren, dass wir doch noch etwas haetten bleiben sollen! Die Gegend wurde offener, weite Steppenflaechen lagen vor uns. Das gelbe abgebluehte Gras rauschte geheimnisvoll in der leichten Brise, das Geraeusch erinnerte uns an Szenen aus dem Afrika-Movie “Der Geist und die Dunkelheit”. An unserem Lieblingsplatz, dem Nkumbe-Huegel mit seinem Aussichtspunkt konnte man an diesem klaren Morgen besonders weit ueber das Land blicken, immer wieder grossartig, hier fuehlt man die gigantische Weite des Parks. Man braucht immer eine Weile bis sich die Augen mit dem Fernglas an die untenliegende Landschaft gewoehnt haben. Dann entdeckt man die Feinheiten. Ein Nashorn, Bueffelbullen die von einem Wasserloch zurueck in den Busch gingen, Strausse, Sekretaersvoegel auf der Suche nach Schlangen und Eidechsen, ein Gnu-Bulle unter einem Baum, und ein einsamer Impala-Bock streifte durch die Ebene! Auf der Weiterfahrt stoppten wir an einer Gruppe Giraffen mit zwei ganz kleinen Jungtieren, bei einem sah man noch deutlich ein Stueck der Nabelschnur. Wir pausierten am Tshokwane Picknick-Platz, dann ging es Richtung Satara. Am Kumana-Wasserloch lag eine riesige Bueffelherde, sie hatten bereits getrunken, nun waermten sie sich in der Sonne und kaeuten wieder. Ein Auto stoppte neben uns, die Leute erzaehlten uns von einem Leoparden gerade mal 3km von uns entfernt. Wir sind sofort los, und tatsaechlich! Etwas abseits der Strasse lag ein Leopardenmaennchen auf einem Felsen neben einem Schakalbeerenbaum und waermte sich ebenfalls in den Sonnenstrahlen. Hier, ebenso wie vorher an dem Aussichtspunkt merkte man wieder, wie wichtig doch ein gutes Fernglas ist auf Safaris. Einige Leute in vorbeifahrenden Autos konnten nur einen Punkt auf den Felsen sehen, sie taten uns echt leid. Wir konnten mehr sehen, eben das es ein mittelgrosses Maennchen war, dass ihm die Sonne gut tat, und er rollte sich mehrmals ausgelassen, suchte sich immer wieder eine angenehmere Position auf seinem Ruheplatz. Und als ich die Umgebung um ihn herum abschwenkte, das mache ich immer, da entdeckte ich auch den Grund fuer seine Anwesenheit! Etwa 30m von ihm entfernt bewegte sich etwas auf einem Marulabaum. Es war ein Leoparden-Weibchen! Sie sass dort oben und frass an einem frischen Kill, einem kleinen Steinboeckchen! Das Maennchen war nicht desswegen hier, er war hinter dem Weibchen selbst her. Da sie aber nicht wirklich an ihm interessiert war, zeigte uns, dass sie gerade erst in Oestrus gekommen war. Es wird noch eine Weile dauern, das Maennchen wuerde jedoch beharrlich auf ihrer Faehrte bleiben. Gerade als die Leopardin sich vergewissert hatte dass ihre Beute sicher im Baum hing, und sie Diesen verlassen wollte kam eine einzelne Hyaene. Sie postierte sich eine Weile unter dem Baum, schnupperte hungrig nach oben, peilte die Lage, und verliess den Ort dann wieder. Sie wuerde in der naechsten Nacht wiederkommen, irgendwann wuerde schon ein Happen fuer sie abfallen, sie muesste nur hartnaeckig bleiben, keine Kunst fuer eine Hyaene! Danach wollte die Raubkatze wieder von ihrem Baum herunter, da kam aber das Maennchen und hoffte auf eine Chance. Das gefiel der Leopardin auch nicht besonders, so machte sie es sich nun doch in einer Astgabel bequem. Auch kein Problem fuer den “Tom” (so nennt man maennliche Leoparden), er ging zurueck zu seinem Felsen und legte sich ebenfalls wieder nieder. Die Beiden hatten alle Zeit der Welt, so machten wir uns wohl oder uebel auf unseren weiteren Weg. Aber wir durften fuer gut eine Stunde an dem einmaligen Schauspiel teilhaben, so etwas sieht man nicht oft, speziell nicht untertags! Kurz vor dem Satara-Camp querte eine Herde Elefanten die Strasse, sie waren trotz der kleinen Kaelber flott unterwegs, ein Zeichen dass sie auf dem Weg zu einer Wassertelle waren. Sehr beeindruckend wie lautlos eine Herde der Grauen Riesen an einem vorbeiziehen kann! Bei und nach Satara sahen wir wieder Giraffen, und viele Impalas, Zebras und Gnus, sowie weitere Strausse und Riesentrappen. Beides typische Grossvoegel die man hier in der weiten offenen Savannen-Gegend sieht. An einem kleineren Tuempel standen drei grosse Elefantenbullen, sie hatten bereits ein Bad genommen und staubten sich nun ein. Kurz darauf trafen wir auf eine Gruppe der truthahngrossen Hornraben. Sie gehoeren einfach zum Krugerpark, und obwohl man viele Leute gelangweilt an ihnen vorbeifahren sieht, wir moegen sie. Es ist immer kurzweilig die grossen schwarzen Voegel mit ihren riesigen roten Schnaebeln und den langen Wimpern zu beobachten was sie so alles finden. Schnecken, Grashuepfer, Eidechsen, Froesche, ja sogar Schlangen bis zu der Groesse einer dicken Puffotter! Die ausserhalb des Parks zu den gefaehrdeten Arten zaehlenden Tiere brueten nur alle paar Jahre, und dann jeweils nur ein Ei. Paare bilden einen Bund fuer`s Leben, und die Jungvoegel bleiben noch einige Jahre bei den Eltern. Sie helfen bei der Aufzucht der naechsten Brut, dabei lernen sie fuer die Zeit wenn sie spaeter einen eigenen Lebenspartner gefunden haben und selbst brueten! So gegen 14:30 erreichten wir das kleine Balule-Camp, das fast direkt am Olifants-River liegt. Wie bereits erwaehnt, ein Zeltplatz, eine handvoll kleiner Rondavels, eine Gemeinschafts-Kueche, und ein Gebaeude mit Duschen und Toiletten. Schoen unter schattigen Baeumen gelegen, ruhig und ideal fuer Menschen die die Natur in Ruhe geniessen wollen. Direkt neben dem Tor am Zaun war eine Herde Elefanten beim Fressen, desshalb schloss der SANParks-Angestellte auch sofort wieder das Tor hinter uns. Wir stellten die Zelte auf, richteten alles fuer den Grillabend her, dann duschten wir. Im Anschluss sind wir auf einen kurzen Sundowner-Drive. Gefahren waren wir genug an diesem Tag, gute 240km, so erkundeten wir nur die nahe Umgebung, und stellten uns dann direkt auf die Olifants-Bruecke. Bei einem “Feierabend-Bier” sahen wir der langsam sinkenden Sonne zu. In ihrem Licht glaenzten die Blueten des Reets im Fluss silbern, ein Hippobulle patrouillierte seinen Flussabschnitt, ein Eisvogel fing einen Fisch, ein kleiner Reiher suchte sich einen “Angelplatz”, in den grossen Schakalbeerenbaeumen am Ufer versammelten sich Geier zum Schlafen und auf der gegenueberliegenden Flusseite machte sich ein Trupp Paviane ebenfalls schleunigst auf den Weg zu ihrem Schlafbaum. Ein Dassel Zebras, dass einen Giraffenbullen begleitete verliess den Fluss, und weiter flussabwaerts grunzten weitere Flusspferde. Die Sonne versank hinter den Huegeln, wir machten uns auf den Rueckweg ins Camp. Der Abend verlangte nach langen Hosen und einem Fleece-Pulli, wir sassen am Feuer und bereiteten das Braai vor. Als das duftende Grillfleisch auf dem Rost lag kamen die ersten Hyaenen an den Zaun, gerade mal 4m vor uns. Ihnen lief das Wasser im Maul zusammen, aber fuettern wuerde ihr natuerliches Verhalten veraendern. Man muss da eisern sein, aber wir wussten, Heute hatten sie Hunger, aber vielleicht schon Morgen Frueh wuerden sie sich vermutlich an einem Loewenkill ihre  Baeuche fuellen! Nach dem Essen gingen wir bald zum Schlafen, am naechsten Morgen ging es wieder Frueh raus! Die Nacht war wunderbar, ab und zu rief einer der Paviane, auf einem anderen Baum warnten die Gruenmeerkatzen vor einem herumstreifenden Leoparden, entfernt bruellten Loewen, am Fluss grunzten die Hippos, um`s Camp heulten die Hyaenen, irgendwo in den Baeumen sass eine Eule, dazu das Konzert der Nachtschwalben. Und ueber uns der gigantische afrikanische Sternenhimmel mit seinen Millionen von funkelnden Sternen! In so einer Nacht wirkt alles zeitlos, man moechte nie wieder von hier weg!
Um 5:00 Uhr bimmelte das Handy, Waschen mit Taschenlampe, Zelte verstauen, eine schnelle Tasse Kaffee, dann ging`s wieder los. Noch im Dunkel querte vor uns ein Flusspferd die Strasse nach seinem naechtlichen Fressausflug, nun auf dem Weg zurueck zum Fluss. Zurueck auf der Teerstrasse beobachteten wir einen Pavian-Trupp der gerade aufgewacht war und sich in seinem Baum auf die morgendliche Futtersuche vorbereitete. Am Ngotso Wasserloch entdeckten wir einige Hyaenen und Schakale, sie machten sich ueber irgend etwas im hohen Gras her, vermutlich die Ueberreste eines Loewenkills aus den Vortagen. Hier hatten wir am Vortag schon Geier kreisen sehen, nun wussten wir warum. Nahe des Mavumbye Flusses, er war bis auf einzelne Tuempel ausgetrocknet, entdeckten wir ein Loewenrudel. Sie waermten sich in der Sonne, vier Weibchen und ein junges Maennchen. Manchmal hoben sie erregt die Koepfe als unten am Ufer ein paar Zebras vorbeizogen. Man sah auch, wenn sie manchmal aufstanden um sich zu strecken, dass ihre Baeuche duenn waren und nach etwas Fressbarem verlangten. Aber es war zu offen hier, sie hatten keine Deckung um sich anzuschleichen. Die Raubkatzen koennen wohl mit ihren Kraeften haushalten, und so wussten sie, dass eine Jagd hier von vorneherein zum Scheitern verurteilt war. Sie sonnten sich weiter, wenn es heisser wuerde wuerden sie irgendwo in den Schatten ziehen. Entweder haetten sie Glueck und irgendein Tier wuerde auf dem Weg zum Wasser direkt in das Rudel hineinstolpern, ansonsten wuerde die naechste Nacht vielleicht neues Jagdglueck bringen. Ein Stueck weiter am Leopardenbaum des Vortages hatte sich die Hartnaeckigkeit der Hyaene wohl gelohnt. Das Steinboeckchen war nicht mehr in der Astgabel, vermutlich war es der Leopardin in der Nacht beim Fressen doch hinuntergefallen! Wie schon am Vortag sahen wir viele Giraffen, in der Naehe des suedlchsten Baobab-Baumes querten drei alte Bueffel die Strasse, auf ihnen sassen warnend laermende Madenhacker-Voegel. Zwei Kampfadler, ein Alt- und ein Jungvogel wurden auf einem Baum sitzend von einer Schar Trauerdrongos gemobbt. Kurz vor dem Muntshe-Huegel lag ein Nashorn-Bulle mitten in der Ebene in der Sonne. Und an der Stelle, an der wir am Vortag die Wasserboecke sahen sassen ueberall in den toten Baeumen Geier. Fuer uns auffaellig, es waren ein paar grosse Ohrengeier, sehr viele der normalerweise selteneren Kappengeier, und ein Paaerchen der sehr seltenen Weisskopfgeier. Ein aelteres Ehepaar stoppte neben uns und erzaehlte, dass hier Leute am Vortag einen Loewenkill beobachtet hatten. Die Raubkatzen hatten einen Wasserbock gerissen. Nun wussten wir, warum die Antilopen so aufgeregt und aengstlich waren. Und wie immer, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, das macht den Krugerpark so spannend! Kein Zoo mit Fuetterungszeiten! Waeren wir am Vortag noch etwas geblieben, vermutlich haetten wir gesehen wie die Loewen, getrennt in zwei Gruppen die Wasserboecke vom Fluss aus nach oben direkt in die Klauen der wartenden Gruppe gejagt haetten! Aber wir hatten trotzdem noch Glueck, als wir schon weiterfahren wollten sahen wir die Katzen dann doch noch! Drei Stueck, zwei sehr grosse und alte Weibchen und ein juengeres Tier. Sie waren unten am Fluss und nun auf dem Weg ueber die offene Flaeche zurueck in den Busch. Wir konnten sie noch ca 10 Minuten beobachten bis sie verschwunden waren. Am Mlondozi-Damm standen einige Elefantenbullen im Schatten unter grossen Marulabaeumen, sie waren bereits am Wasser gewesen. Dort sonnte sich eine Herde Flusspferde. Wir sind weiter nach Lower-Sabie, am Sunset-Damm dann ebenfalls viele Flusspferde ausserhalb des Wassers beim Sonnen, dazwischen ein paar riesige Krokodile, und direkt vor unserem Bus ein Nil-Waran. Es war so gegen 14:00, es war bereits warm, und so kamen am Sabie-River entlang viele Elefantenherden an den Fluss zum Trinken. Eine total relaxte Kuh brachte mitten auf der Strasse doesend den Verkehr fuer gute 20 Minuten zum Erliegen. Nachdem wir das Kommen und Gehen einiger Herden und deren Trinken am Wasser fuer gut eine Stunde beobachtet hatten machten wir uns auf den Rueckweg nach Crocodile-Bridge. Noch am Sabie-Fluss sahen wir wie ein grosser Flusspferdebulle einen Kontrahenten durch`s Schilf jagte, ueber ihnen kreiste das Fischadler-Paaerchen. Vom Fluss weg, den offenen Huegel hinauf trafen wir auf viele weitere Elefanten die bereits alle am Wasser waren. Vor Crocodile-Bridge entdeckten wir noch zweimal Nashoerner, eine Kuh mit Kalb im dichten Busch, und die zwei uns bekannten jungen Bullen, die im offeneren Gebiet mitten in der Nachmittags-Sonne lagen. Dazwischen ein voellig eingeschlammter alter Bueffel. Zum Ausklang des Tages dann direkt vor dem Camp nochmal viele Impalas, Gnus, Giraffen und einige Warzenschweine. Gegen 4 Uhr verliessen wir den Park. Fuer Alle die Naturerlebnis pur wollen, und das in einem ruhigen urigen Bush-Camp mit Flair, mit wenig Luxus aber hohem Erlebnis-Faktor, dieser Zweitages-Trip mit Uebernachtung in Balule ist das Richtige dafuer!

Lionspruit Game-Drive am 5. Juni

Lionspruit ist unser eigener kleiner Game-Park innerhalb von Marloth-Park. Der Busch ist ziemlich dicht und oft sind die Drives hier reines Natur-Erlebniss, Tier-Sichtungen sind rar. Wir folgten den frischen Spuren unserer drei Loewen, diese verloren sich dann aber leider irgendwo im Busch. Dafuer fanden wir im dichten Dornengestruepp eine der Nashornkuehe mit ihrem Kalb. Und wir hatten eine sehr interessante Sichtung mit 6 grossen Giraffenbullen. Wir konnten sie beim kauen auf Knochen und dem lecken von Erde beobachten, die Fachausdruecke dafuer sind “Osterophagia” und “Geophagia”! Dabei gleichen die Tiere ihren Kalzium- und Mineralienhaushalt aus. Zwei der Bullen konnten wir danach bei einem langen Ringkampf beobachten was sehr beeindruckend war. Die gegenseitigen Schlaege mit dem Hals sehen aus als seien sie in Zeitlupe, die lauten heftigen Schlaege der aneinanderprallenden Haelse zeugte jedoch vom Gegenteil. Was einen Lionspruit Drive zu einem relexten Erlebnis werden laesst sind weiterhin die Stops an den fuenf Beobachtungs-Hides an den verschiedenen Wasserloechern. Meisst ist man ganz alleine, kann entspannen und dabei Voegel wie z.B. Fischadler beobachten.

Maputo/Mozambique Tagesausflug am 7. Juni

Ein schoener Ausgleich zwischen den Safaris im Krugerpark. Leckeres Fruehstueck an einer kleinen Baeckerei kurz vor Maputo mit starkem richtigen Bohnenkaffee, frischem Weissbrot oder einem der koestlichen portugisischen Suessgebaecke sind ein guter Start in den Tag. Danach dann Sight-Seeing in der Stadt: Staehlernes Haus, Kathedrale, Stadtpark, koloniale Gebaeude, das Fort, Denkmaeler, der alte Bahnhof mit seinem besonderen Flair, typischer Frischprodukte- und Fischmarkt… es gibt so viel zu sehen hier in Maputo und die Stadt hat ihre Reize. Der Hauptgrund fuer einen Tagesbesuch ist und bleibt jedoch bei den meisten Gaesten das Meeresfruechte-Mittagessen in einem der urigen Restaurants unter Palmen am Indischen Ozean. Danach ein Verdauungs-Spaziergang barfuss am Strand, waehrend draussen die Fischerboote an einem vorbeigleiten. Und als schoenen Tagesausklang dann auf der Heimfahrt der Sonnenuntergang am Zusammenfluss von Crocodile- und Komati-River mit dem Krugerpark im Hintergrund.

Kwa Madwala – Elefanten und Pferde am 15. und 16. Juni                                                                                                                                
Das private Game-Reserve nur ca 45 Minuten entfernt von uns bietet einiges, von regulaeren Game-Drives, Nacht-Safaris, Bush-Walks, bis hin zu Ausritten mit Elefanten oder Pferden, oder ideal fuer Familien Interaktionen mit den Elefanten. Wir haben uns die Sache genau angesehen, den Elefanten hier geht es sehr gut, und Sean der Trainer kuemmert sich liebevoll um die beiden Dickhauter. Sein grosser Traum ist es, die Beiden so weit hinzubekommen, um eines Tages mit Gaesten direkt an die Herde mit wilden Elefanten heranzureiten und diese zu beobachten ohne sie dabei zu stoeren. Margot testete die Pferde, es sind sehr gut trainierte Buren-Pferde, und es macht Spass mit ihnen den Busch zu erkunden. Die Gruppe sah an diesem Tag sogar ganz nah drei Nashoerner, dazu Kudus, Impalas, und zwei Flusspferde am Damm. Das Tempo wird dem unerfahrendsten Reiter angepasst, am Schluss durften die Erfahrenen noch ein Stueck im Galopp ueber eine offene Grasflaeche jagen. Margot`s Rundum-Grinsen konnte ich entnehmen dass die ganze Sache richtig Spass machte. Mit einer Familie waren wir am naechsten Morgen bei einer der Elefanten-Interaktionen. Man lernt dabei viel ueber die grauen Riesen, darf sie beruehren und fuettern, es werden ein paar Lernspiele gezeigt bei denen man sieht wie intelligent die Tiere sind. Und zum Schluss gab`s einen 15-Minuetigen Ritt fuer die beiden Kinder. Wer Tiere liebt, sich fuer Elefanten interessiert, und dies nicht in einer Massenveranstaltung wie an einigen anderen Orten in der Naehe erleben will, dem sei dies hier waermstens empfohlen. Ebenso natuerlich die Ausritte mit den Pferden, ob Anfaenger oder passionierter Reiter, es ist ein Ausgleich zu den oft langen Tagen im Auto und bleibt sicher ein unvergessliches Erlebnis!

Bush-Walks in Mjejane am 17. und 18. Juni                                                                                                                                                            
Mjejane ist ein neues zum Krugerpark offenes Konzessionsgebiet, das erste suedlich des Crocodile-Rivers, und es agiert als wichtige Pufferzone zwischen Park und Community-Land. Einige kleinere Antilopenarten gab es hier schon immer, und nach Fallen des Zaunes 2008 kamen als erstes Elefanten und Bueffel, sogar zwei Spitzmaulnashoerner, Kudus, Hyaenen, und mittlerweile gibt es ausser dem Besuch einiger Loewennomaden sogar schon ein kleines festes Rudel. Und die vier Geparde, die noch vor Kurzem unserem Marloth-Park einen Besuch abgestattet hatten halten sich nun hier in diesem Gebiet auf. Es ist zu erwarten, dass zumindest ein oder zwei der schnellen Katzen hier bleiben werden. Flusspferde und unzaehlige Wasservoegel muessen nicht extra erwaehnt werden, und Leoparden gehoeren natuerlich zu einer Gegend mit dem Fluss und dichtem Uferbewuchs. SANParks hat 2009 in einer grossen Aktion Tiere umgesiedelt die normalerweise nicht von selbst den Fluss queren wuerden. Giraffen, Zebras, Gnus, und sieben Breitmaulnashoerner. Und einige der ueberzaehligen Tiere aus unserem Marloth-Park hatten auch Glueck, 40 Zebras und einige 100 Impalas haben in Mjejane einen neuen Lebensraum bekommen. Wir haben das Glueck, hier unter anderem Nacht-Safaris durchfuehren zu koennen, und auch Bush-Walks. Im Rahmen der Fusball-WM hatte die Lodge eine Gruppe Ungarischer Fans als Gaeste, und die hatten einen Afternoon- und einen Morning-Walk gebucht. Drei meiner Kollegen und ich fuehrten diese Walks in zwei Gruppen von jeweils acht Gaesten durch. Die Gegend ist schoen, mit Drainage-Lines, Uferwaeldern, offenen und dichterem Buschland. Sinn und Zweck eines Bush-Walks sind natuerlich mehr die kleineren Dinge im Busch, Spuren, Zeichen, Dinge die man vom Auto aus eben nicht sieht. Bei dem Afternoon-Walk am ersten Tag hatten wir jedoch zusaetzliches Glueck, gleich nach dem verlassen des Landrovers im Zielgebiet stiessen wir auf eine grosse Herde Bueffel. Wir umgingen sie in einem Bogen und konnten sie beim rasten und wiederkaeuen beobachten. Die aussenherum positionierten Bullen musterten uns argwoehnisch. Wir erklaerten Baume wie den Marula, Tamboti, Leadwood, Jackalberry, sowie deren traditionellen und medizinischen Nutzen. Wir sahen Spuren von Loewen, Hyaenen, Leoparden, Ginsterkatzen, Mangusten, Nashoernern, Flusspferden, Kudus, Stachelschweinen… wir fanden Stellen an denen sich Elefanten, Nashoerner und Warzenschweine ihrer Schlammschicht und den darin befindlichen Parasiten entledigten. Teilweise spiegelglatt geschmirgelte Baumstuempfe, Baeume und Steine. Wir fanden die von einem Dachs ausgegrabenen Kugeln von Mistkaefern, Grabstellen von Ameisenbaeren, Baue von Warzenschweinen und Mangusten. Ein Kampfadler, Graulaermvoegel, Tokos, Drongos, Reiher, Madenhacker, Paviane, Impalas, ein Buschbock, Kudus und Impalas, und noch einmal die Bueffelherde. Wir setzten uns unter einen Busch auf einem alten Termitenhuegel, und die Herde, die Selbe die wir schon am Beginn gesehen hatte, zog fast direkt neben uns in Richtung Fluss, sehr beeindruckend. Am naechsten Morgen dan der zweite Walk, leider kam die Gruppe viel zu spaet vom Fruehstueckstisch weg, und wir versaeumten einige spektakulaere Sichtungen. Wir fuhren an einen der zwei grossen Daemme und gingen von dort aus los. Als erstes fanden wir die frischen Spuren eines Nashornbullen, dann die Stelle an der er getrunken hatte, und dann wo er sich im Schlamm gewaelzt hatte. Auf der anderen Dammseite schlenderten zwei Hyaenen zurueck in den Busch. Aus westlicher Richtung, hinter einer Kurve warnten Impalas nahe des Dammes! Als wir ca 10 Minuten spaeter dort ankamen, wir mussten einen Bogen machen um den Wind zu unseren Gunsten zu haben, da fanden wir wieder nur die Spuren, zwei Loewinnen hatten hier vor wenigen Minuten ihren Durst gestillt. Gegenueber, etwas weiter weg frass ein Elefantenbulle im Gebuesch. Auch seine Spuren fanden wir, wo er etwa eine halbe Stunde vorher getrunken hatte! Wir beobachteten Reiher, und dann hoerten wir das Warngeschnatter von Perlhuehnern. Ein Adler scheuchte die Schar auf und versuchte immer wieder sich eines aus der Schar zu schnappen. Ein paarhundert Meter weiter zeugte ein Haufen Federn und ein Fluegel davon, dass der Raubvogel wohl erfolgreich war. Die Gruppe hatte leider ein straffes Zeitprogramm, ansonsten haetten wir noch versucht dem Nashornbullen zu folgen. Fuer mich war jedoch klar, Mjejane hat wunderbare Plaetze fuer aufregende und erfolgreiche Bush-Walks. Und wie immer, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, das ist immer die Devise!

Krugerpark Halbtages-Safari am 19. Juni                                                                                                                                                                
An diesem Tag zeigte der Park sich wieder einmal von seiner besten Seite, wir hatten ein riesen Glueck! Ich war unterwegs mit einem Indischen Geschaeftsmann und seinem Sohn, dieser hatte noch einen Freund aus Kanada dabei, dem wollten sie den Park zeigen. Und sie hatten leider nur diesen einen Vormittag Zeit! Da es zu diesem Zeitpunkt recht kuehl war fuhr ich erst so gegen 7:30 ans Crocodile-Bridge Tor, die Chancen vorher viel zu sehen waren gering. Und der Paradetag startete, bei Gomondwane frassen ein Nashornbulle sowie eine Kuh mit Kalb direkt an der Strasse und liessen sich auch durch uns nicht stoeren. Im Crocodile-Thorn Dickicht trafen wir auf ein paar fressende Elefantenbullen, einer hatte eine Many-Stemmed Albizie umgebrochen und stand mit dem Hinterteil noch auf der Strasse und knabberte mit einer Seelenruhe die einzelnen Aestchen ab. Er war relext und nach einiger Zeit mogelten wir uns vorsichtig hinter ihm vorbei. Keine 2km weiter ueberquerte ein Leopard die Strasse, eine kurze Sichtung, aber man konnte das Maennchen schoen sehen. Am Sabie-River angekommen frassen vier alte Bueffelbullen ebenfalls direkt an der Strasse im Reet, ein fuenfter querte direkt vor uns die Strasse. Kauend drehte er sich gelangweilt zu uns um um dann zu seinen Kollegen zu wackeln. Der Bursche war riesig und er hatte einen maechtigen Boss, so werden die fast wie aus einem Stueck wirkenden Hoerner der Bullen genannt. Und kurz vor dem Abzweig zur Sabie-Bruecke hatten wir die “Big-5″ komplett, unten am Fluss lag ein Loewenrudel in der Morgensonne. Zwei Loewinnen standen kurz auf, streckten sich, um sich aber dann gleich wieder abzulegen. Sie streckten die Pfoten in die Luft und schienen das Sonnenbad zu geniessen. Am Sunset-Damm sahen wir dann wie ein grantiger Flusspferdebulle einen Juengeren jagte und attackierte, die Beiden waelzten sich durchs Wasser wie zwei Giganten. Daneben lagen ein paar maechtige Krokodile, sie genossen ebenfalls die Sonne. Meine Gaeste waren gluecklich, obwohl sie nur einen Halbtag gebucht hatten haben sie in nur zwei Stunden gesehen was sie sehen wollten. Sie luden mich im Sabie-Camp zum Brunch ein und dort sassen wir uns unterhaltend auch noch drei Stunden spaeter. Um 12:30 fuhren wir zurueck nach Crocodile-Bridge, dabei sahen wir dann noch viele Elefanten, Giraffen, Zebras, Gnus, Impalas, Kudus, Buschboecke, Warzenschweine, Geier, Fischadler, Gaukler und zwei grosse Hornraben!

Zwei Kruger Ganztages-Safaris am 21. und 22. Juni plus SANParks Night-Drive und Bush-Walk                                                    
Dass es auch anders gehen kann als bei der zuvor beschriebenen Safari kann man hier lesen.
Wir waren unterwegs mit einem sehr netten Paerchen die Suedafrika im Rahmen der Fussball-WM besuchten. Trotz diesem speziellen Anlass zu dieser Reise waren die Beiden sehr interessiert an Tier und Natur und wussten auch bereits viel ueber Flora und Fauna. Gerade mit solche Leuten wuenscht man sich alle nur erdenklichen Sichtungen. Und so starteten wir in den ersten Tag, uns wurde direkt Angst, denn wir sahen NICHTS! Also so gut wie nichts! Impalas, Giraffen, Zebras, Gnus, und Elefanten, jedoch versteckt im Busch hinter Baeumen und Zweigen! Es war wie verhext, aber was sollte man machen, manche Tage sind eben so! Wir stoppten am Sunset-Damm, wenigstens auf die Hippos war verlass, danach war Brunch im Sabie-Camp angesagt. Unsere Gaeste assen im Restaurant, wir klapperten in der Zwischenzeit alle Kollegen ab, aber auch die hatten nichts gesehen! Wir versuchten es danach noch einmal am Fluss entlang, und da bekamen wir dann wenigstens zwei Elefanten schoen nahe am Strassenrand. Danach fuhren wir die Duke-Schleife, und an einem der Schlammloecher hatten wir dann doch noch ein riesen Glueck, da suhlten sich !!!10!!! Nashoerner, das machte einiges wett! Auch wenn ich Euch vielleicht schon langweile mit dem Spruch, aber zur richtigen Zeit am richtigen Ort, das ist das Rezept! Aber nun wo wir endlich eine tolle Sichtung hatten rannte uns die Zeit davon, wir mussten um 16:00 in Crocodile-Bridge sein, unsere Gaeste hatten dort einen Sundowner-Night-Drive. Als mussten wir uns wohl aber uebel von den Nashoernern losreissen. Durch die WM war zwar im Park das angekuendigte Chaos ausgeblieben, der Drive war jedoch gut gebucht, es wurde mit zwei Fahrzeugen gefahren. Margot und ich warteten derweilen im Camp, gegen 20:00 Uhr kamen die Game-Viewer zurueck, sie hatten Nashoerner, Elefanten, eine Hyaene, eine Zibetkatze, eine Weissschwanzmanguste, einen Buschhasen, und eine Eule gesehen!
Der naechste Morgen startete mit dem Busch-Walk, ebenfalls in Crocodile-Bridge, Spuren und kleinere Dinge standen im Vordergrund, aber es gab diesmal auch einen Nashornbullen ganz nah zu sehen. Wir machten in der Zwischenzeit die Gegend mit unserem Bulli unsicher, wir suchten und suchten, aber wie auch am Vortag hatte auch keiner der Kollegen auch nur eine Katze gesehen. Ein paar Glueckspilze hatten nahe Gomondwane eine Wilddog-Sichtung. Als unsere beiden Gaeste vom Walk zurueckkamen lautete die einzige noch bestehende Moeglichkeit, entlang dem Fluss Richtung Malelane und Berg-en-Dal zu fahren. Man sah insgesamt mehr als am Vortag, leider aber keinen Reisser. Es wurde waermer und waermer, die Chancen auf Raubkatzen war nun gleich Null. Dann am Byiamiti Fluss trafen wir auf ein Auto, die Insassen beobachteten etwas unten am Fluss, ein Loewenmaennchen. Aber leider sehr weit weg, man sah nur das Gesicht in einem Busch. Wir hatten nichts zu verlieren und warteten. Und wir warteten und warteten. Alle anderen Autos bis auf eines weiter vorne hauten ab, sie hatten keine Geduld. Bei dem anderen Wagen angekommen hoerten wir, das irgendwo im Busch ein Kill war, man konnte ab und zu ein Knurren hoeren, sonst aber auch schon nichts weiter. Auch dieses Auto verschwand, wir ueberlegten, also noch mal vor zum Fluss, und da sahen wir das Loewnmaennchen das zurueck in den Busch wollte. Wir zurueck an die Stelle mit dem Kill, und tatsaechlich, nur wenige Minuten spaeter erschien der Loewe, der vom Fluss hochkam. Er querte die Strasse und wackelte von dannen. Wir hoerten wieder ein Knurren, und so warteten wir, ein Jeep einer Lodge gesellte sich dazu. Und als wir uns so unterhielten kam ein zweites Loewenmaennchen aus dem Busch, es schlenderte direkt vor uns die Strasse entlang. Wir folgten ihm, es war eine schoene Sichtung, dann ging er an den Fluss und trank. Das Lodge-Auto folgte uns, der Guide war gluecklich und winkte uns immer wieder dankend zu. Als der Loewe getrunken hatte kam er wieder hoch, direkt vor dem anderen Wagen, er liess uns den Vortritt, aber wir folgten dann neneneinander, so konnten die Gaeste aus beiden Fahrzeugen die Raubkatze noch etwas geniessen. Dann verschwand auch er zurueck Richtung dem Kill. Loewen in fast letzter Minute. Wir sahen dann noch ein paar alte Bueffel und drei Nashoerner, dann machten wir uns auf den Weg nach Berg-en-Dal, unsere Gaeste brauchten noch etwas Proviant fuer den Abend. Und kurz vor dem Camp hatten wir dann nochmal Glueck. Ein Auto vor uns sah einen Leoparden, wir suchten, und konnten ihn im Gras huschen sehen, das wars! Aber auch hier zeigte sich dass Hartnaeckigkeit doch meisst zum Erfolg fuehrt. Wir fuhren hin und her,warteten, fuhren wieder hin und her, und dann sahen wir ihn wieder. Oben auf den Felsen, er stand da, markierte, stand noch eine Weile, dann verschwand er. So kamen wir auch noch zu einer Leopardensichtung. Hier bewahrheitete sich auch unsere zweite Devise wieder, man braucht doch mindestens zwei Tage Zeit fuer den Park, hat man an einem Tag Pech, so bringt doch vielleicht der Zweite mehr Glueck. Relaxt machten wir uns dann auf den Heimweg!

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