Buschbericht Januar 2010

Januar ist normalerweise der Hoehepunkt der Regenzeit, es hatte jedoch von 20. Dezember bis zur Nacht des 15. Januar keinen Tropfen geregnet. Zumindest nicht in Marloth und Krueger-Suedost! Die Marulafruechte werden reif und die Combretum-Baeume zeigen ihre auffaelligen Vier-fluegeligen Schoten. Die meisten Voegel sind bei der Aufzucht ihrer Jungen und ueberall an Baeumen und Straeuchern am Strassenrand sitzen Blauracken und Neuntoeter um von Fahrzeugen aufgeschreckte Insekten zu fangen!

Oft hoert man den Balzruf der Rotschopftrappen, mit Glueck auch mal den spektakulaeren Balz-Sturzflug
eines Hahnes! Die Impalas haben nun Alle zum Grossteil ihre Jungen und diese haben bereits an Erfahrung dazugewonnen. So sieht man untertags nicht mehr so viele Leoparden als noch im November und Anfang Dezember.

Nun bekommen viele Zebras ihre Fohlen und Gnus ihre Kaelber!

Tages-Safari am 16.01.2010

Durch den ersten Regen seit 4 Wochen und da es noch kuehl und bedeckt war hatten wir optimale Game-Drive
Voraussetzungen. Crocodile-Bridge war kurzzeitig wieder offen, so konnten wir in unserem heissgeliebten Gebiet starten. Gleich kurz hinter dem Camp trafen wir auf drei Loewen, die beiden Maennchen und die Loewin gingen direkt vor uns mitten auf der Strasse. Die Loewin und der vordere Loewe waren in der Paarung, der andere folgte fuer den Fall der Faelle. Wir fuhren neben dem hinteren Loewen fuer einige hundert Meter her, er war relativ relaxt und blickte nur ein paarmal zu uns an die Seite. Sein narbiges Gesicht zeugte von unzaehligen Kaempfen und er war so gross, dass ich ihn selbst vom Busfenster aus mit Leichtigkeit am Kopf kraulen konnte.

Ein Prachteemplar mit einer maechtigen Maehne, aber eben schon ziemlich am Ende seiner Bluetezeit.
Wir schlossen nun auf das Paar auf das bereits von einem weiteren Auto verfolgt wurde. Dies passte dem Maennchen ganz und gar nicht, fauchend drehte er sich immer wieder nach dem Fahrzeug um! Ihm fehlte die Schwanzspitze und sein Gesicht war fast noch narbiger, die beiden Loewen waren ganz sicher Brueder!
Auch die Loewin wurde sichtlich nervoeser, an einem breiten Tierpfad der nach Osten von der Strasse abbog verliess sie Diese von ihrem Partner gefolgt. Im Ruckspiegel sahen wir, das auch der zweite Loewenmann diesen Abzweig nahm. Kurz bevor wir den Sabie-Fluss erreichten erkannten wir von Weitem Hyaenen am Strassenrand, als wir naeher kamen entdeckten wir, dass sie an einem verendeten Flusspferd frassen. Der Kadaver war relativ frisch, allerhoechstens vom Vorabend. Er war von unten geoeffnet, seine Eingeweide fehlten, der Magen- und Darminhalt war ueberall verteilt und eine Hyaene entfernte sich schwer schleppend mit einem grossen Stueck der Bauchschwarte. Einige weitere Hyaenen standen mit dickgefuellten Baeuchen herum und doesten gesaettigt bereits im stehen. Sie verzogen sich zur Tagesruhe, nur ein kleines Maennchen war noch mit dem Kopf im Kadaver um ein paar Stuecke herauszureissen. Wir fuhren weiter und kurz vor der Sabie-Bruecke ueberquerte eine grosse Elefantenherde gerade die Strasse. Sie kamen nach dem Trinken vom Fluss hoch und waren auf dem Weg zurueck in den Busch. Die Herde hatte viele kleine Kaelber dabei die sorgsam von ihren Muettern und Kindermaedchen waehrend der Strassenquerung von den Autos abgeschirmt wurden. Danach bogen wir an der Bruecke Richtung Norden ab, wir wollten am Mlondozi Damm Fruehstuecken. Als wir dorthin auf die Schotterpiste abbogen sahen wir einen Game-Viewer und einen Landrover am Strassenrand stehen. Die Leute erzaehlten uns, da sollten 2 Geparde irgendwo im Gras liegen. Schade, vermutlich wuerden wir nur wieder die Schwanzspitzen oder Ohren der Tiere zu Gesicht bekommen, wenn ueberhaupt. Wir stellten den Motor ab und warteten. Und nach gerade mal ein paar Minuten stand die erste Katze auf, duckte sich wieder, dann stand der zweite Gepard auf, ging zwei, drei Schritte vorwaerts und duckte sich dann ebenfalls ab. Gerade mal ca 30 Meter vor ihnen wackelten zwei Warzenschwein-Jaehrlinge unbedacht dahin. Als sie schon fast an den Raubkatzen vorbei waren sprang der eine auf und jagte hinter den Schweinen her. Jedoch etwas halbherzig, sein Bruder blieb im Gras liegen. Der Sprinter brach die Jagd ab und schlendere zurueck. Da stand sein Kollege auf und beide kamen voellig relaxt vor unseren Autos auf den Weg.

Sie setzten sich langsam in Bewegung, wir folgten ihnen. Sie setzten sich immer wieder und beobachteten die Umgebung. Nach ein paar hundert Metern kletterten sie auf einen alten umgestuerzten Baum neben dem Weg. Sie checkten wieder die Umgebung, schnueffelten an einigen Markierungen und verschwanden dann im Busch. Dicht auf ihrer Faehrte folgte ihnen ein Schakal, es koennte ja vielleicht etwas fuer ihn abfallen!?

Das war eine supertolle Sichtung, Geparde so nah und so relaxt bekommt man im Kruger nicht so oft zu Gesicht!
Beim Fruehstueck am Damm beobachteten wir einen energischen maechtigen Wasserbock der mit viel Ausdauer immer wieder in eine grosse Wasserbock-Herde hineinjagte und die jungen Maennchen vertrieb. Er jagte sie den ganzen Damm entlang, an der Dammauer ueber die Felsen hinunter und von da noch ein Stueck in den Busch, vermutlich war da seine Territoriumsgrenze. Nach 7-8 solchen Jagden blieben nur noch 4 Weibchen uebrig, die durften bleiben.

Am Ende des Damms trank eine Elefantenherde und ein Stueck weiter stand ein Giraffenbulle zwischen einigen Akazien. Im Damm grunzten Flusspferde, neben uns sonnte sich eine Guertelechse und ein Paerchen Frankolinhuehner patroulierte durch den Picknickplatz. Sie werden leider oft von Touristen gefuettert, verlieren ihre Scheu, werden dann oft nervig, und muessen dann oft von den Rangern “entfernt” werden!

Wir machten uns wieder auf den Weg, an einem Wasserloch entdeckten wir noch einen Nashornbullen der sich im Schlamm suhlte und dann im kuehlen Wasserloch doeste. Ein Stueck weiter standen noch einmal drei grasende Nashoerner in der Ebene. An der schoenen Nkumbe Aussichtsstelle stoppten wir noch einmal. Hier kann man seine Seele kurz baumeln lassen und hat einen weiten Blick vom Huegel ueber die ebene Savanne. Es ist einer unserer Lieblingsplaetze hier im Krugerpark! Ueber einen kurzen Stop am Tsokhwane Picknickplatz ging es weiter ueber ein paar Wasserloecher zur Sabie-Hochwasserbruecke und von dort am Fluss entlang zurueck nach Lower Sabie. Fischadler, Hornraben, andere Raubvoegel, zwei grosse alte Bueffelbullen im Reet, Elefanten, Giraffen, Paviane, dann machten wir eine Pause in Lower Sabie. Am Damm war leider nicht viel los, so sind wir zurueck Richtung Crocodile Bridge. Am Hippo-Kadaver sassen mittlerweise gut 30-40 Geier. Zwei grosse Ohrengeier und der Rest waren Weissrueckengeier. Sie laermten, rissen, huepften und zerrten an dem was noch uebrig war. Rundherum auf den Baeumen sassen weitere Aasvoegel und warteten auf ihren Turn. In der Nacht dann noch einmal Hyaenen und am Folgetag nochmal die Geier, dann wird nicht mehr viel uebrig sein von dem fast zwei Tonnen schweren Flusspferd. Die Knochen werden dann in den naechsten Wochen von den Hyaenen in alle Himmelsrichtungen verteilt, einige Zeit wird noch ein dunkler uebelriechender Fleck von dem Schauspiel zeugen, aber nach dem naechsten laengeren Regen wird auch der verschwunden sein und nichts wird an die Tragoedie im Tierreich erinnern. Das Flusspferd war entweder krank verendet, wir vermuten jedoch dass es den Verletzungen eines Kampfes mit einem anderen Bullen erlegen war! Auf der Strecke zurueck nach Crocodile Bridge dann noch Impalas, Warzenschweine, Giraffen, Zebras und Gnus. So hatten wir einen schoenen erfolgreichen Tag, unsere 3 Gaeste waren zufrieden mit ihren “Grossen 5″, anstatt eines Leoparden hatten sie zwei Geparde gesehen, sie waren privilegiert gewesen!

Zu dem Bild mit dem Waran:

Wir sassen Anfang Januar Morgens auf unserer Terrasse und tranken eine Tasse Kaffee. Da entdeckte Margot etwas auf unserem Marulabaum, es war dieser Waran. Es ist der Groesste den wir hier um unser Haus haben mit guten 1,60m Laenge. Er hatte einen dickgefuellten Bauch, er musste gute Beute gemacht haben, vielleicht war es sogar eines der Junghuehner von unserm Natal-Frankolin “Cpt Hardy” und seiner Henne!? Der Waran war fur ueber 3 Tage auf dem Baum, Frueh und Abends sonnte er sich, wenn es ihm zu heiss wurde verzog er sich in den Schatten, er schlief und verdaute in den lustigsten Posen. Am Morgen des vierten Tages war er dann wieder verschwunden.

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