Buschbericht Februar 2010

Anfangs gab es etwas Regen und bedecktes Wetter. Doch die Hoffnung auf mehr Regen verloren wir dann erst mal, da es wieder schoen und sehr schwuelheiss wurde. Nun haben so gut wie alle Tiere ihre Jungen bekommen.
Die kleinen Impalaboecke bekommen bereits kleine Hoernchen, ueberall sieht man junge Gnus, Zebras und Giraffen.
Die Jungtiere der sogenannten “Hider”, also der Tiere die ihre Jungen die erste Zeit ihres Lebens zur Sicherheit versteckt halten, kann man ab und an mit Glueck erspaehen. Also z.B. Kudus, Busch-, und Wasserboecke. Die Raubtiere erfreuen sich an den relativ hilflosen und unerfahrenen und dadurch leicht zu jagenden Jungtiere! Auch der Grossteil der Voegel ist nun fertig mit brueten und sie ziehen fleissig die Jungvoegel auf. Vereinzelt sieht man aber noch z.B. bruetende Webervoegel, und um sie herum lauernde Kuckucks!

Im Moment sieht man im offeneren Buschland im Park sehr viele Giraffen und Breitmaulnashoerner, oft bis zu 6-8 Tiere oder mehr zusammen! Die grossen starken Impalaboecke bereiten sich bereits auf die kommende Paarungs-Saison im April/Mai vor, sie liefern sich Testkaempfe und man hoert sie roeren!

2 Tage Safari am 4. und 5. Februar

Wir sahen zwar keine Raubkatzen, aber unsere Gaeste zaehlten zum Glueck zu dem Schlag Mensch der alles genoss wie es gerade kam und nichts abzuhaken hatte. Wir stoppten an schoenen Plaetzen wie z.B. dem Mlondolozi Damm, dem Lace-Panic Bird-Hide, dem Mathekenyane Huegel, dem Sunset-Damm, und dem Ntandanyathi-Hide! Da verbrachten wir relaxte Zeiten, beobachteten die Landschaft und alles was so kam. Der Mathekenyane Huegel laesst einen die Groesse und Weite des Parks spueren, man steht oben auf den Felsen, und alles weit und breit, so weit man sehen kann ist echte fast unvefaelschte Natur! Am Mlondolozi Damm trafen wir schon bei der Anfahrt am Weg auf 2 riesige Elefantenbullen. Oben vom Hide aus beobachteten wir dann einen von ihnen wie er ans Wasser kam, ganz gemaechlich und bedaechtig und vorsichtig mit seinem Ruessel das saubere Wasser von der Oberflaeche absaugte und es sich ins Maul spritzte. Er ging immer tiefer ins Wasser, kniete und rollte sich so, dass teilweise nur noch die Ruesselspitze zum Atmen herausschaute. Es war schoen und zeitlos, der Elefant hatte keine Eile, dies schien beim Beobachten direkt auf einen ueberzugehen! Lange beobachteten wir ihn, fast neidisch, da wir bei der Hitze auch gerne ein Bad genommen haetten. Aber wie haetten wohl die beiden grossen Krokodile und die Flusspferdegruppe auf einen badenden Menschen reagiert? Am Lace-Panic naeherte sich ein Flusspferdbulle einer Kuh, ihr gefiel dies weniger und die Beiden pfluegten springend und spritzend durch den Damm, was sehr beeindruckend war so direkt 10m vor uns! Am Sunset Damm waren ca 50 Flusspferde, einige Krokodile, Nimmersatt-, Klaffschnabel-, und Marabu Stoerche, trinkende Impalas und Warzenschweine, und die letzten bruetenden Bueffelweber im alten grossen abgestorbenen Leadwood-Baum! Am Ntandanyathi-Hide wieder Flusspferde, verschiedene fischende Eisvoegel und Mangrovenreiher, sowie ein Trupp Meerkatzen-Affen in einer Baumkrone, die Jungtiere tollten ausgelassen in den Aesten umher! Ansonsten, viele Giraffen, und in den 2 Tagen bestimmt 30-40 Breitmaul-Nashoerner, sie sieht man wie schon beschrieben im Moment sehr gut auf den groesseren offenen Flaechen, da sie hier ihre bevorzugten Grassorten vorfinden! Einige grosse Bueffelbullen, an den Fluessen so gut wie immer Elefanten und Paviane, und alle gaengigen Antilopen sowie Zebras, Mangusten, und Baumhoernchen. Raubvoegel wie Milane, Kampf-, Fisch-, und Schlangenadler, Afrikanische-Habichtsadler, Hoehlenweihen, Gleitaare, und Geier. Und viele unserer migrierten Stoerche aus Europa. Andere Voegel, Schildkroeten, Froesche, Warane, eine Mamba sowie eine Speikobra, und viele Insekten! Aber das Beeindruckendste war jedoch diese zeitlosigkeit, das relaxte Beobachten ohne in Eile zu sein und ohne etwas bestimmtes sehen zu muessen!
Wer dass kann, der geniesst seinen Urlaub, und nimmt Eindruecke mit zurueck ins kalte Europa die einem Niemand mehr nehmen kann, und die auch nur Diejenigen verstehen, die dies selbst schon einmal erlebt und gesehen haben!
So kann Natur auch schoen sein ohne Alle der “Grossen 5″ gesehen zu haben!

Ganztages-Safari am 11. Februar

Das Wetter war wie gewuenscht am Morgen noch leicht bedeckt, und sofort nach dem Tor in Crocodile-Bridge entdeckten wir wieder viele Nashoerner, eine Kuh mit Kalb, zwei Jungbullen und kurz nacheinander zwei territoriale Bullen! Giraffen, teilweise Gruppen von 10 und mehr Tieren, Gnus, Zebras, grosse Impalaherden mit mehr als 50 Tieren, ein grosser alter Bueffel, und viele Raubvoegel! Kurz vor dem Sabie-River dann die ersten Elefanten, einige Bullen und eine Herde die bereits am Wasser war kreuzte die Strasse vor uns zurueck in den Busch! Bevor wir in Lower Sabie zum Fruehstuecken stoppten schauten wir zum Glueck gleich noch zum Sunset-Damm!
Flusspferde, Krokodile, Reiher, Stoerche und andere Wasservoegel, und dann entdeckten wir etwas am hinteren Ende des Dammes. Einen Loewen! Er trank gerade, und da tauchte ein zweiter neben ihm auf, es waren zwei junge Maennchen! Nachdem der eine mit trinken fertig war rieben sie ihre Koepfe aneinander und schlenderten den Damm entlang. Die Beiden waren wohl erst vor kurzem aus ihrem Rudel vertrieben worden, sie hatten bereits einen kleinen Maehnenansatz. Und sie waren hungrig, und leider eben noch unerfahren! Sie blickten sich nach jedem Vogel um der da am Wasser entlanglief. Sie kamen den Damm entlang, immer naeher auf uns und die Strasse zu. Da schlenderten sie dann an den Autos der Touristen vorbei, querten die Strasse vor unserem Kleinbus und verschwanden unten im Reet Richtung Fluss! Sehr beeindruckend, und wie immer im Kruger, das gewisse Quentchen Glueck! 5 Minuten frueher oder spaeter, und wir haetten die Loewen nicht gesehen. Aber wie gesagt, das macht den Krugerpark aus, er ist kein Zoo, in dem man einfach alle Tiere nacheinander abhakt!
Wir haben danach auf dem Deck des Lower-Sabie Restaurants gefruehstueckt, mit Blick auf den Fluss und einigen grunzenden Flusspferden und badenden Elefantenbullen vor uns!
Danach sind wir nach Norden an den Mlondolozi Damm, dort konnten wir wieder viele Elefantenbullen beobachten!
Auf dem Rueckweg Richtung Sabie ueber die Gravel-Road erlaubte uns ein Schakalweibchen, ihr einige Kilometer bei ihrem Streifzug zu folgen. Voellig unbekuemmert lief sie vor unserem Bulli her, markierte immer wieder, schnupperte mal hier mal dort, dann setzte sie sich mal wieder und nagte irgendwo im Fell, vermutlich wurde sie von einigen Floehen geaergert. Dann kurz vor dem Fluss verliess sie die Strasse und folgte einem Tierpfad hinab ans Reet! Hier im Suedosten ist dies in etwa der suedlichste Punkt wo man diese Tiere vorfindet, weiter unten ist ihnen vermutlich der Busch zu dicht!
Als wir am Ntandanyathi Hide vorbeikamen erschraken wir richtig, durch den wenigen Regen war das Wasserloch fast ausgetrocknet! Ein paar Mangrovenreiher, Wasserschildkroeten und ein kleines Krokodil, und der klaegliche Rest der Flusspferde, zwei juengere Bullen lagen dicht beieinander in dem wenigen Wasser das noch uebrig war!
Und das nun, wo es gerade mal Mitte Februar ist! Dann krachte es im Unterholz und ein riesiger Elefantenbulle kam zum Trinken ans Wasser, argwoehnisch beobachtet von den gerade mal ca 2-3m entfernten Flusspferden! Und wie immer, der Bulle reinigte erst einmal die Wasseroberflaeche mit der Ruesselspitze, dann trank er vorsichtig das saubere Nass, wir konnten deutlich das Geraeusch hoeren, als das Wasser von seinem Ruessel in seinen Schlund gespritzt wurde. Danach ruderte er den Schlamm auf, fasste mit dem Ruessel ganz nach unten in den Matsch und legte sich eine Schicht Fango an. Als Sonnenschutz und um spaeter Parasiten zu entfernen, wenn er sich die Schlammschicht an einem Baum abschaben wuerde! Oben am Rand des Wasserloches warteten nervoes eine Herde Gnus auf ihren Turn! Es war nun die heisseste Zeit des Tages, auf dem Rueckweg nach Crocodile Bridge standen ausser einigen Giraffen alle anderen Tiere wie Kudus, Zebras, Gnus, Impalas, einige Elefanten und ein Nashornbulle, im Schatten der Buesche und Baeume. Sie frassen dort und verbrachten die Zeit, bis es am Spaetnachmittag wieder leicht kuehler werden wuerde. Dafuer hatte aber nun der Gasanftombi Damm Wasser, vermutlich wurde er nun ueber eine Solar-Pumpe mit Wasser gespeist. Einige Elefantenbullen tranken, und ganz hinten badete eine Herde mit verspielten Kaelbern! Gegen 16:00 verliessen wir den Park, auch wir suchten uns nun einen Platz im Schatten und eine feuchte Abkuehlung im Pool!

Ganztages-Safari am 17. Februar

Es hatte die Tage vorher wieder Regen um Johannesburg und Nelspruit gegeben, die Fluesse fuehrten Hochwasser, Crocodile Bridge war wieder gesperrt, und wir mussten wieder auf das Malalane Gate ausweichen!
Es war bereits Frueh sehr warm und wir erwarteten keine ueberragenden Sichungen da sich die Tiere an solchen Tagen bald in den Schatten verzogen. Wir fuhren ab Malalane die S118 und den Byiamiti-Loop nach Skukuza.
2 Giraffenbullen, Gnus mit vielen Kaelbern, Zebras und natuerlich Impalas, ihre Jungen sind praechtig gewachsen, Zwergmangusten und Baumhoernchen am Wegrand, Einige Tawny und ein junger Schlangenadler, sowie auf bessere Thermic wartende Weissrueckengeier! Als wir die Gravel-Road hinunter zum Byiamiti-Wehr fuhren entdeckten wir 2 Breitmaulnashoerner die sich genuesslich in einem Schlammloch suhlten, eines hatte den Kopf auf dem Ruecken des anderen abgelegt und beide doesten! Auf der anderen Seite stand eine einzelne Elefantenkuh am Fluss und trank! Und hinter ihr bewegte sich etwas am Reet, eine Hyaene?! Nein, Wildhunde, es waren echt Wildhunde! Wir konnten nur 3 Tiere erkennen, sie liefen ueber die Felsen zum Trinken, legten sich kurz auf den Felsen ab, und dann huschten sie zurueck in den Busch. Wir hatten echt Glueck, wir standen noch am Hang, ein weiteres Auto und ein Game-Viewer die unten in der Senke nahe der Elefantenkuh standen konnten die Hunde leider nicht sehen. Bis sie dann eilig zu uns hochkamen waren die flinken Jaeger bereits verschwunden! Kruger, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, man braucht das gewisse Quentchen Glueck! Ein Stueck weiter beobachteten wir einen Fischadler und 2 Sattelstoerche! Wir bogen um eine Kurve und standen inmitten einer grossen Herde Bueffel! Einige hundert Tiere, verteilt im Busch und die Boeschung zum Fluss hinunter! Grosse Bullen mit maechtigen Hoernern, Kuehe mit Kaelbern, neugierige Halbwuechsige, immer wieder beeindruckend inmitten einer solchen Herde zu stehen und die Tiere zu beobachten. Wenn die Bullen nicht fressen, dann kaempfen sie um die Paarungsrechte mit den Kuehen, waehrend der Rest der Tiere frass, wiederkaeute oder uns ab und zu misstrauisch beobachtete! Nach einer halben Stunde hatte die Herde den Weg ueberquert und sie entfernten sich hinunter Richtung Fluss! Wir fuhren weiter, um die naechste Kurve, und standen inmitten eines Loewenrudels, 7 Tiere die den Bueffeln folgten! Von uns ueberrascht verliessen sie den Weg und sie lagen rund um uns herum in den Bueschen, uns mit hellwachen nervoesen Augen beobachtend! Sie wuerden den Bueffeln folgen, den warmen Tag abwarten, und wenn es dunkel werden wuerde, wenn die Zeit der Jaeger beginnt, dann wuerden sich sich einen Nachzuegler, ein verletztes Tier, oder ein unerfahrenes Jungtier herauspicken und versuchen es gemeinsam zur Strecke zu bringen! Das Gesetz der Natur, Tag fuer Tag, nur die Starken wuerden die Naechte ueberleben!
Wir sahen weitere Giraffen, Zebras, Gnus, Impalas, Warzenschweine, am Renosterkoppie sogar alle zusammen mit 2 Nashoernern am Wasserloch, ein tolles Bild, im Hintergrund die gruenen Huegel! Im Skukuza Camp sassen wir beim Fruehstueck, ueber uns im Dach die Fruchtfledermaeuse mit ihren Jungtieren, im grossen Feigenbaum am Fluss sassen 4 Ibise. Danach fuhren wir den grossen River-Loop, Flusspferde an der Highwater-Bridge, Krokodile, Elefanten, und Gruenmeerkatzen! Wir sahen 3 grosse Paviantrupps, mit jeweils mehr als 30 Tieren, die ganz Kleinen hingen unten am Bauch der Muetter, die schon etwas Groesseren sassen daumenlutschend auf dem Ruecken! Die Halbwuechsigen tollten spielend auf der Strasse herum, an den Seiten und am Ende der Trupps sicherten grosse Maennchen mit beeindruckenden Eckzaehnen die Gruppen ab. Die Tiere zupften Beeren von  den Bueschen am Wegesrand und stopften sie sich in ihre Backentaschen! Es wurde immer bewoelkter, auf dem Weg zurueck Richtung Malalane begann es zu troepfeln, und als wir zurueck in Marloth waren begann es zu schuetten wie aus Eimern! Wir bekamen endlich den lange ersehnten Regen, hoffentlich wuerde der ein paar Tage anhalten!

2 Tage Kruger vom 25.-26. Februar

Wir machten wieder einmal unsere Lieblings-Safaris, 2 Tage mit Uebernachtung im Kruger-Camp Satara!
Als wir bei Crocodile-Bridge in den Park gefahren sind ging gerade langsam die Sonne auf. Wir wussten ja nun im Moment wo wir nach den Nahoernern suchen musten, und wir fanden sie auch! Vielleicht bin ich ein hoffnungsloser Romantiker, aber mir lief die Gaensehaut den Ruecken hinunter und ich wuenschte mir, dass in dem Moment die Zeit stehenbleiben muesste und man in diesem Bild einfrieren moechte. Die Sonne ging hinter den Lebombo-Bergen auf, im Vordergrund ein alter abgestorbener knorriger Baum, und da stand wachend ein Nahornbulle, neben ihm lagen 2 Nashoernkuehe mit ihren Kaelbern. Das kleinere der beiden kniete neben seiner Mutter und versuchte zu saeugen! Grandios, und die Stille des Morgens liess die Szene unheimlich friedlich wirken! Waehrend wir die Tiere beobachteten donnerte es hinter uns im Westen, es begann zu troepfeln, und aus Richtung Fluss bruellte ein Loewenrudel in den Morgen hinaus… das ist Afrika wie man es sich vorstellte! Wir fuhren Richtung Fluss, die Loewen fanden wir nicht, aber ein weiteres Naturschauspiel. Die Sonne beleuchtete die Szenerie von Osten aus, das kurze Gewitter war vorbei, zurueck blieb ein wolkiger Himmel und ein Regenbogen! Darunter standen hunderte von Impalas, Zebras und Gnus! Und auf einem alten duerren Baum landeten Kuhreiher! Alleine diese beiden Sichtungen waeren genug fuer den Tag gewesen, man braeuchte nun Zeit dies sacken zu lassen und zu begreifen, was einem die Natur hier geboten hat! Durch den Umstand, dass es trotz dem wenigen Regen in der letzten Zeit hier bei uns im Suedosten noch das fruchtbarste Gras gab, lies viele Tiere nun hierher ziehen, und dies teilweise in grossen Herden, ein Schauspiel dass man hier im Kruger nur fuer kurze Zeit jeweils im Fruehling und Herbst beobachten kann! Wir kamen gerade einmal ca 4km als wir auf eine riesige Bueffelherde stiessen, die Tiere glaenzten nach dem Regen, ein Kalb wackelte ganz unbeholfen ueber die Strasse! Es war erst vor Kurzem geboren, die Nabelschnur war deutlich zu sehen, die Mutter und weitere Kuehe wartenden immer wieder sichernd! Grosse aeltere Bullen hoben witternd die Koepfe, schuettlten sie und warfen uns misstrauische Blicke zu bevor sie in den Busch verschwanden. Einige hatten Grasbueschel im Maul, anderen hingen Zweige, Gras oder Stuecke von Schlingpflanzen zwischen den Hoernern herab. Einige Kuehe waren mit Sendhalsbaendern versehen, SANParks kann so die Wanderungen der Herdentiere nachvollziehen! Einige Tiere hatten Verletzungen, Narben von Raubtierkrallen auf dem Ruecken, teilweise fehlten den Tieren die Schwaenze, auf ihren Ruecken sassen warnend kraechzende Madenhacker-Voegel! Nach ca 35 Minuten war der Spuk vorbei und nur die Dungfladen und schlammigen Fussabdruecke zeugten von dem morgendlichen Schauspiel, und der Geruch der Tiere lag noch in der Luft!

Wieviele solcher Eindruecke kann man aufnehmen, speichern, damit einem diese Bilder lange vor Augen bleiben, keine noch so gute Kamera kann diese Augenblicke wirklich einfangen, man muss es selbst erlebt haben!
Ein Stueck weiter zog ein junger Kudubulle mit einer Herde Impalas durch den Busch, mehr Augen, mehr Ohren, mehr Sicherheit! Kurz vor dem Sabie-River erhaschten wir einen kurzen Blick eines Loewenrudels, sie hatten die Strasse bereits gequert und marschierten zielstrebig Richtung Westen, auch sie folgten vermutlich einer Herde Antilopen oder Bueffeln! Flusspferde am Sabie River, das Fischadler-Paerchen am Damm, einige Elefantenbullen, eine Gruppe mit 4 grossen Kudubullen, Gruenmeerkatzen in einem Baum und ein Pavian-Trupp am Sunset-Damm. Als wir gerade Fotos schossen kletterten zwei der Paviane auf das Dach unseres Bullis! Sie fuhren ein Stueck mit uns per Anhalter, am Tor des Camps sprangen sie dann wieder ab! Auf der Strasse sahen wir Schlanke und Zwerg-Mangusten, 2 grosse Leoparden-Schildkroeten, 4 verschiedene Eidechsenarten, eine Nachtotter und eine leider totgefahrene Natal-Green-Snake! An der Abzweigung in die Gravel-Road zum Mlondozi Damm entdeckten wir die frischen Spuren von Geparden im Sand, also waren die beiden jungen Maennchen immer noch hier in der Naehe, gut zu wissen! Wir entdeckten einen Kori-Bustard, den groessten flugfaehigen Vogel, er stapfte durch das hohe Gras auf der Suche nach Schlangen und Eidechsen! Und ein Red-Crested Korhaan imponierte im moerderischen Sturzflug seiner Henne! Ueber der grossen flachenen offenen Grasebene noerdlich von Lower Sabie ruettelten unzaehlige Gleitare auf der Suche nach Maeusen. Diese sammeln nun fleissig die Samen der Graeser! Auch einige Strausse waren zu sehen, ihre Koepfe gingen wie Rasenmaeher auf ca 40cm Hoehe durchs Gras, sie ernteten ebenfalls die Grassamen ab! Als es bereits waermer wurde sahen wir eine Gruppe trinkender Wasserboecke und im Schatten einiger Schakalbeeren-Baeume stand ein doesender Nashornbulle! Weitere Wasserboecke und Giraffen standen fressend zwischen den Akazien! Obwohl es immer waermer wurde, irgendetwas war immer zu entdecken! Es war bereits nach Mittag und sehr heiss, aber mein Bauchgefuehl riet mir doch noch den Sweni-Loop zu fahren bevor wir unsere Tagesetappe in Satara abschliessen wollten. Aber es war zu heiss und kein Tier war zu sehen, mein Bauchgefuehl schien mir einen Streich gespielt zu haben… Aber sag niemals nie! Ploetzlich sahen wir eine Loewin tief geduckt einen Tierpfad hochschleichen, wir verloren sie aus den Augen, dann eine weitere Loewin, gerade als wir sie entdeckten startete sie zu laufen. Dann konnten wir nichts mehr sehen im dichten Busch! Und urploetzlich brachen zwei grosse Giraffenbullen aus dem Gebuesch, gerade dass sie unseren Bus nicht rammten! In einem unheimlichen Galopp jagten sie die Strasse entlang, dann verschwanden sie im Busch! Wir stellten den Motor ab und lauschten! Nichts… dann ein tiefes Grollen… die Loewen hatten einen Kill gemacht… vermutlich waren sie gerade noch dabei das Opfer zu ersticken… weiteres Grollen! Dann naeherte sich vorsichtig eine Giraffenkuh, sie querte vor uns die Strasse Richtung der Loewen! Sie streckte den Hals, stoppte immer wieder, dann erhaschte sie vermutlich einen Blick! Sie stand kurz wie angewurzelt, dann drehte sie ploetzlich und galoppierte eilig davon! Eine Mutter, sie wollte es nur noch ganz sicher wissen, aber nun war sie sicher, ihr noch unerfahrenes Kalb war den Raubkatzen zum Opfer gefallen! Vermutlich waren die Giraffen beim Fressen direkt in die doesenden Loewen gelaufen. Und auch wenn es bereits heiss war, hungrige Loewen lassen sich eine solche Chance nicht entgehen! Dann hoerten wir einige Lokalisierungslaute der Katzen, so informierten sie den Rest des Rudels ueber den Standort der Beute! Auch wenn wir den Kill selbst nicht sehen konnten, es war unheimlich beeindruckend Bruchteile dieser Jagd mitzuerleben, auch wenn man sich den kompletten Hergang nun selbst zusammenreimen musste! Nachdem wir unseren Gaesten das Ganze erklaert hatten fuhren wir weiter nach Satara. Unterwegs sahen wir noch eine kleine Elefantenherde, auch sie ruhten im Schatten einiger Baeume! Im Camp dann freche Frankolin-Huehner, Gelbschnabel-Tokos, Bueffelweber, Lachtauben und neugierige Baumhoernchen! Und am Abend am Lagerfeuer die fuer Satara schon obligatorischen Hyaenen direkt neben uns am Zaun! Und die hoerte man dann auch die ganze Nacht heulen, unterbrochen von den Rufen einiger Perlkauze!

Am naechsten Morgen ging`s um 5:30 los, wieder zurueck ueber den Sweni-Loop! Eine Nahornmutter mit Kalb, und einige Elefantenbullen, ein ganz grantiger zwang uns dann einen Umweg zu fahren! Dabei entdeckten wir frische Loewenspuren, und immer wieder die Abdruecke im Sand, wo die Tiere sich auf dem Weg kurz ablegten! Dann konnten wir nur noch kurz die Maehne eine Maennchens im Busch erspaehen, er ging vermutlich am Ende des Rudels, abwartend ob seine Weibchen denn einen Kill machen konnten! Und dann wieder eine Herde Bueffel, hinter ihnen wanderten die Loewen wohl her. Wir beobachteten die Herde noch lange bis sie im Busch verschwunden war, die Loewen konnten wir allerdings nicht mehr finden! Danach ein doesender Nahorn-Bulle, Dagga-Boys (alte Bueffelbullen) im kuehlen Wasser des Sabie-Rivers, einige Weitere am Gomondwane Wasserloch, noch eine weitere  Bueffelherde in der Sabie-Senke, Giraffen, Kudus, Wasserboecke, und viele Bee-Eater-Voegel, sowie gleich 2x die ausserhalb des Parks sehr gefaehrdeten grossen Hornraben! Kurz vor Crocodile-Bridge dann wieder unzaehlige Impalas, Gnus und Zebras! Und als kroenenden Abschluss eine Elefantenherde!

Es begann wieder zu donnern und zu regnen. Die Herde mit ca 30 Tieren kam vom Fressen am Rande eines ausgetrockneten Flussbettes hoch durch den Busch an eine offene Stelle! Durch den Regen weichte die rote Erde auf, und die erfahrene Leitkuh hatte eine gute Stelle fuer ein Schlammbad gefunden. Die Tiere trampelten den Matsch weicher, knieten oder legten sich hinein. Die grossen Kuehe bewarfen sich mit dem Schlamm, immer schoen die kleinen Kaelber nach aussen abschirmend, ein tolles Schauspiel! Die Kleinen tollten und rollten im Matsch, Halbstarke schoben sich herum, und alle zusammen legten sich eine rote, im Regen glaenzende Schlammschicht an!
Dann gab die Leitkuh das Zeichen zum Aufbruch, die Herde formierte sich, und im Gaenemarsch querten sie direkt vor uns die Strasse. Die Kuehe hoben warnend ihre Koepfe und spreizten die Ohren weit. Dies hiess, bleibt wo ihr seid, und lasst uns ja in Ruhe! Die kleineren Bullen schleuderten wild die Ruessel und starteten kurze Scheinangriffe mit kurzem Trompeten! Die Tiere hoben immer wieder ortend die Ruessel, um uns zu lokalisieren! Ein paar Nachzuegler rannten aufgeregt in einigem Abstand hinter der Herde ueber die Strasse. Als Alle Tiere die andere Seite erreicht hatten verteilten sie sich fressend im Busch. So etwas sieht man nicht jeden Tag! Dick gefuettert mit unzaehligen einmaligen Eindruecken verliessen wir am Spaetnachmittag dann den Park!

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