Buschbericht Dezember 2010

Die 75 Tage in Zambia hatte viele tolle Eindruecke hinterlassen, es war eine abenteuerliche Zeit mit grossartigen Erlebnissen und Tiersichtungen in grandioser Landschaft. Doch gleich unser erster Game-Drive im heimatlichen Krugerpark bestaetigte uns, fuer Leute die in kurzer Zeit viel sehen wollen, ist der Kruger fast nicht zu toppen. Der Artenreichtum, die Tierdichte, die verschiedenen Landschaftszonen, die schnelle und einfache Zugaenglichkeit mit gutem Wegenetz, und die vielen verschiedenen Unterkunftsmoeglichkeiten, sowie die flexible Zeiteinteilung bei den Safaris, bessere Voraussetzungen fuer Natur- und Tierliebhaber und zur Tierfotografie koennte es kaum geben.

Wir gingen mitten im Winter weg, und kamen mitten im Sommer zurueck. Die Regenzeit hatte Frueh und Gut begonnen, die Vegetation ist gruen und ueppig, die Impalas haben ihre Jungen bekommen, alle Tiere haben genuegend zu Fressen, und viele Voegel brueten. 

Gantages-Safari am 16.12.2010

Wir sind das erste Mal ueber die neu hergerichtete Strasse aus Marloth-Park herausgefahren, fuehlte sich fast an wie richtige Teerstrasse. Ueber die N4 und durch Komatipoort ging es zum Crocodile-Bridge Gate, die neue Bruecke war fertig, so gibt es nun auch keine Hochwasserprobleme mehr. Und das neue Gate war nun offen, man brauchte gar nicht mehr auszusteigen, in Zweierreihe ging es an die Fahrzeug-Schalter, und nach wenigen Minuten hatten wir das Einfahrts-Permit. Es hatte am Vortag geregnet, war noch leicht bewoelkt und somit nicht zu heiss, ueberall quakten Grasfroesche. Gleich nach dem Tor entdeckten wir Zebras, Impalas, und Giraffen. Ein grosser Bulle ging flehmend einer winzigen Kuh hinterher, ein paarmal dachten wir sie wuerden sich paaren, aber es wurde dann doch nichts. Alle paar Meter rannten Frankolin-Huehner auf der Strasse herum, wir haben hier drei Spezies, Natal-, Swanson-, und Crested-Frankolin. Wir freuten uns, dass alles so gruen war, wir hatten guten Regen bekommen, und das schon seit Oktober. Wir waren an diesem Tag das erste mal wieder im Park seit unserem fast dreimonatigen Zambia-Trip. Die Giraffen frassen an Akazien, die Zebras am frischen Gras, daneben zupften die Impalas Blaetter von Bueschen und Kraeutern. Letztere hatten nun bereits Alle ihre Jungen bekommen, die Kitze standen in “Kindergarten-Gruppen” zusammen. Vor dem Gasanftombi-Damm lag eine Herde Streifen-Gnus unter ein paar Baeumen. An der Abzweigung zur S28 standen drei alte Bueffelbullen im hohen Gras und frassen gemaechlich. Ueberall in Baeumen und Bueschen sassen noch dick aufgeplusterte Voegel, von ganz klein bis zu Raubvoegeln, sie warteten auf ihren Start in den Tag. Dann ging es schnell, man hoerte Diderick-Kuckucks, Sombre-Greenbuls, Senegal-Liste, Waldtauben… das typische Lied eines Sommermorgens im Busch. Bei Gomondwane sahen wir zwei riesige Landschnecken die sich gegenseitig befruchteten, da sie ja Hermaphroditen sind. Kurz vor dem Sabie-River, an der Bruecke des Mabyandzawu-Fluesschens hielten ein paar Leute Ausschau nach der Leopardin, die man hier oft antrifft, sie war jedoch nicht “zuhause”. Dafuer sass ein Hammerkopf-Paerchen in einem Apfellaub-Baum, sie bauten fleissig an ihrem Nest. Am Sabie-Wehr standen Graureiher im Wasser, und auf einem Felsen lagen fuenf riesige Krokodile in der Morgensonne. Ungesehen durch das hohe Reetgras grunzten Hippos aus dem Fluss. Kurz vor der Sabie-Bruecke wanderte am gegenueberliegenden Ufer ein einsamer Elefantenbulle entlang. Kurz nach der Flussquerung sahen wir anhand ihrer Hinterlassenschaften und den Resten von wilden Sauerpflaumen dass hier ein Pavian-Trupp unterwegs war. Hier sahen wir wieder einige Bueffelbullen, dahinter eine kleine Antilope, ein Kronenducker. Auf der anderen Strassenseite lief aufgeregt eine Warzenschweinfamilie durch das hohe Gras. Am Abzweig zum Mlondozi-Damm hatte ich so ein Bauchgefuehl, so fuhren wir gerade weiter. Und es hatte sich gelohnt, wir querten den Mlondozi, fuhren den Huegel hoch, und da standen bereits zwei Autos. An einer Knotenakazie lagen zwei Geparde, sie hatten einen Kill gemacht, ein junger Wasserbock. Bei den Raubkatzen handelte es sich um die beiden Brueder die wir hier oft in der Umgebung antreffen. Ihre Baeuche waren bereits gut gefuellt, sie frassen nun im Wechsel noch etwas an ihrer Beute, sie hatten Geparden-Typisch an den Innenseiten der Hinterschenkel begonnen, dazu das “Filet”. Geparde haben viele Fressfeinde, ihre Spezialisierung zum Sprintjaeger hat sie auch dazu verurteilt, dass sie sich ausser gegen Schakale eigentlich gegen kein anderes Raubtier mehr ernstlich verteidigen koennen. So fressen sie nach einem Kill schnell die besten Stuecke, machen sich dann meist schnell aus dem Staub, und kommen im Gegensatz zu den beiden anderen grossen Raubkatzen nie wieder zurueck zu ihrem Kill. Dies war natuerlich die Nr1 Sichtung an diesem Tag. Nach gut einer Stunde zogen wir weiter, wir fuhren rund um den Muntshe-Huegel. Wir sahen viele Elefantenbullen, sie kamen nun aus dem Norden aus den Mopane-Waeldern wieder hierher in den Sueden. Entlang einer Senke im Osten, die von drei kleinen Fluesschen durchzogen wird sahen wir dann wieder Giraffen, dazu Steinboeckchen, und drei Breitmaulnashoerner, und eine riesige Herde mit Bueffeln, gut 500-600 Tiere. Immer wieder querten Schlanke-Mangusten den Weg. Durch den Regen waren die Wege aufgeweicht, man konnte im Schlamm sehr schoen Spuren erkennen. Neben Hyaenen, Zibet-, und Ginsterkatze fanden wir auch Loewenspuren, leider waren sie schon vom Vortag. Sie zogenvermutlich hinter den Bueffeln her. Am Mlondozi-Damm machten wir Brunch, dabei entdeckten wir an der Lapa eine gefleckte Buschschlange, und eine Guertel-Echse, und unten im Wasser wieder Flusspferde. Weiter ging es Richtung Lower-Sabie, auf dem Weg trafen wir direkt am Strassenrand auf einen aufgeregt trumpetenden jungen Elefantenbullen. Er war sauer, dass wir ihn bei seinem Nickerchen unter einem schattigen Baum stoerten. Wir liessen ihn in Ruhe und sind dann an den Sunset-Damm gefahren. Viele Hippos, direkt vor uns schwamm ein Krokodil vorbei, am Ufer standen Graureiher, Loeffler, Nimmersatt-Stoerche, Kibitze, Stelzvoegel, Nilgaense und Weissgesicht-Enten. Auf dem grossen toten Baum im Damm nisteten wieder Masken- und Bueffel-Weber, Diderick-Kuckuks warteten auf ihre Chance, doch die Webervoegel waren wachsam. Direkt neben unserem Auto rannten zwei Nilwarane hinunter zum Ufer. Auf dem Rueckweg sind wir die Schotterpiste ueber Dukes-Wasserloch gefahren, wir sahen Zebras, einen einsamen Gnu-Bullen, natuerlich viele Impalas, Warzenschweine direkt an der Wasserstelle, und eine Gruppe Kudus. Weiter im Busch schienen Loewen einen Kill gemacht zu haben, ueberall auf den Knotenakazien sassen Geier, weitere landeten gerade. Im dichten Delagoa-Akazienwald trafen wir auf zwei Elefantenherden mit Kaelbern und einen Bullen. Am Gasanftombi-Damm standen Impalas zusammen mit ein Wasserboecken, am Ufer des Damms lag eine Gruppe Flusspferde in der Sonne, daneben einige Krokodile. Kurz vor der Ausfahrt aus dem Gate sahen wir dann noch einmal die Giraffen und Zebras vom Morgen.

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