Buschbericht Dezember 2009

Der Dezember brachte viel Regen, Crocodile Bridge war total gesperrt und wir mussten den ganzen Monat ueber Das Malelanetor ausweichen! Ein heisser schwueler Sommer, mit Temperaturen oft ueber 40 Grad! Die Landschaft war farbenpraechtig, Wildblumen, bluehende Baeume, viele hatten auch bereits Fruechte oder Samenschoten. Viele Voegel zogen bereits die Jungtiere auf, in den offenen Ebenen um Lower Sabie Richtung Satara z.B. brueteten die Blutschnabelweber, dabei wurden sie von gierigen Raubvoegeln aller Art belauert, leichte Beute! Man sah fast keine Impalaherde mehr ohne Jungtiere und so freuten sich auch die vierbeinigen Raeuber! Ueberall sah man Mistkaefer wie sie ihre schweren Kugeln davonrollten. Zwischen dem Malelane Tor und dem Aafsal Picknickplatz liegt eine grosse weite flache offene Ebene mit saftigem Gras. Taeglich waren dort Breitmaulnashoerner zu beobachten, gegen Abend oft bis zu 10 Tiere auf einmal! Eine Gruppe mit 5 Kuehen und Kaelbern, der dominante Platzbulle und 4 untergeordnete Jungbullen. Kleinere Bueffelherden hatten sich nach dem Ende des Winters zu grossen Herden zusammengeschlossen, bis zu 500-700 Tiere. Wenn man zu Beginn einer Strassenquerung auf die Huftiere stiess konnte man sie oft bis zu eineinhalb Stunden dort beobachten bis die ganze Herde voruebergezogen war! Bei einem Transfer durch den Park vom Malelane zum Numbi Tor sahen wir in nur 1 Stunde und 45 Minuten die “Grossen 5″! Das zu dem Thema, dass man im Sommer durch den dichten Busch weniger Sichtungen hat! Bereits kurz nach dem Malelane Eingangstor lagen 4 Loewenmaennchen mitten auf der Strasse und doesten. Ein aelterer Loewe, er hatte seine Glanzzeit als Rudelfuehrer vermutlich schon hinter sich. Er hatte sich zu einer Koalition mit 3 Jungloewen zusammengeschlossen. Sie wuerden zusammen jagen, sollten die Juengeren ein Rudel uebernehmen wuerden sie den Alten vertreiben. Und das, obwohl seine Erfahrung ihnen in der naechsten Zeit vermutlich das Ueberleben sichert. So aber ist das Gesetz der Natur, nur die jungen starken ueberleben! Wie schon kurz angesprochen trafen wir kurz darauf bei Aafsal auf die Nashoerner, umringt von Zebras, Gnus, Impalas, Warzenschweinen und den Stoerchen die aus Deutschland zum ueberwintern kamen! Dazwischen Madenhacker, Kuhreiher, Drongos und viele andere Voegel die zwischen den Saugetieren Insekten fingen! Zwischen Aafsal und Pretoriuskop immer wieder die Strasse kreuzende Elefantenherden und fressende Bullen. Kurz vor dem legendaeren Transport Damm (Battle of Kruger) scheuchte ein grantiger Musthbulle einen rueckwaertsfahrenden Reisebus vor sich her. Das passiert halt immer wieder wenn man die Komfortzonen der Tiere nicht einhalten will nur um Touristen gute Schnappschuesse ermoeglichen zu wollen, oder total unerfahren ist! Man muss eben die Koerpersprache der Tiere zu deuten wissen. Wir hatten bereits von Weitem gesehen, wie der Bulle seine Ohren aufstellte, unruhig wurde und ueberlegend mit dem linken Vorderbein wippte. Das haette eigentlich auch der Busfahrer und der Guide neben ihm sehen muessen! Irgendwann drehte der Bus und fuhr davon und der Bulle beruhigte sich wieder, er wackelte von dannen. So fuhren auch wir weiter und stiessen auf eine Gruppe alter Bueffelbullen. Dann entdeckten wir nervoese Impalas die alle in eine Richtung blickten, zu einer Giraffe. Die wiederrum stand ebenfalls wie angewurzelt da und visierte mit ihrem Blick einen Busch an. Und dahinter ein Kopf mit Flecken, eine lauernde Katze, ein Leopard! Der starre Blick der Giraffe, der abgewinkelte Schwanz, dann die zurueckwippenden Vorderbeine, ein eindeutiges Zeichen fuer die Impalas. Sie begannen sofort warnend zu schnauben! Der Leopard gab missmutig auf, stand nun bereits entdeckt auf und verliess die Szene, er musste sich eine andere Beute suchen. Die Antilopen verzogen sich immer wieder nach der Raubkatze umblickend in die andere Richtung. Die Giraffe zog sich ebenfalls langsam zurueck, hinter einem Busch stand ihr Junges!

Zwei Tage spaeter auf der selben Strecke lag auf dem Felshuegel am Abzweig nach Skukuza ein Loewenrudel auf den Felsen im Schatten und verdoesten den Tag, zum Verdruss des ansaessigen Klippspringer Paerchens! Auf dem Rueckweg, etwa 15 Kilometer vor dem “Loewnfelsen” dann ein weiteres Loewenrudel. Man konnte 7 Loewinnen sehen die auf einer Felsplatte lagen, einige doesten, einige beobachteten bereits aufmerksam das unter ihnen liegende Tal. Es war 16 Uhr und es war ein heisser Tag gewesen. Den Raubkatzen war anzusehen dass sie knurrende Maegen hatten. Sie werden spaeter ihren Durst in dem kleinen Wasserloch direkt neben der Felsplatte gestillt haben um danach zur Jagd aufzubrechen, sobald alle aufgewacht waren und es etwas kuehler geworden war. Und nachdem alle Leute in den Camps verschwunden waren oder den Park durch die Tore verlassen hatten, dann wenn den Tieren der Park wieder alleine gehoerte und eine neue afrikanische Nacht begann mit dem Kampf ums Ueberleben! Am naechsten Morgen wuerden die Gewinner satt sein oder als Ueberlebende in der aufgehenden Sonne ausgelassen huepfen und sich auf den sicheren Tag freuen. Die Verlierer wuerde es dann nicht mehr geben!

Krugerpark 19.-21.Dezember

Kurz vor Weihnachten hatten wir zwei besondere Gaeste, naemlich ein vogelbegeistertes Paar.
Somit waren wir nicht wirklich auf der Jagd nach den Grossen Fuenf, wobei wir trotzdem 2x Loewen, Elefanten, Bueffel und viele Breitmaulnashoerner gesehen haben. Dazu natuerlich viele andere Tiere wie Impalas, Giraffen, Gnus, Zebras, Kudus, Buschboecke, Duiker, Steenboecke, Klippspringer, Warzenschweine, Mangusten, Paviane, Gruenmeerkatzen, sowie das Highlight: ein Rudel Wildhunde. Die waren gerade dabei den Rest ihres Kills, vermutlich ein Impala oder ein Buschbock, zu vertilgen. Danach sozialisierten sie spielend bevor sie im dichten Busch verschwanden. Eine Sichtung die man nicht alle Tage hat. Das Hauptinteresse galt jedoch der vielfaeltigen Vogelwelt des Parks. Goliath-, Kuh-, Grau-, Silber-, und Mangrovenreiher. Loeffler, Mohrenklaffschnabel, Weisstorch, Nimmersatt, Sattelstorch, Kronen- und Schmiedekiebitz, Dreiband-Regenpfeifer,
Weissbrustkormoran, Riedscharbe, Hoeckerente, Nilgans, Hammerkopf, Kaptriel, Blaustirn-Blatthuehnchen, Kammblaesshuhn, Mohrenralle, Witwenstelze, Natal-, Swainson-, und Crested Frankolin, Hagedash Ibis, Helmperlhuhn, Graufischer, Haubenzwergfischer, Braunkopf- und Senegalliest, Gelb-, Rot-, und Grauschnabeltoko, Suedlicher Hornrabe, Bronzefleck-, Gurr-, Palm-, und Halbmondtaube, Maskenpirol, Rotzuegelmausvogel, Gold-, Kap-, und Jakobinerkuckuck, Graulaermvogel, Glanzhaubenturako, Senegaltschagra, Elstern-, Brillen-, Graukopf-, Schneeball-, Weissscheitel-, und Orangenwuerger, Neuntoeter, Schlicht-, und Graubuelbuel, Halsband-, und Haubenbartvogel, Rotschnabel-Madenhacker, Baumhopf, Bienenfresser, Gabel-, und Blauracke, Masken-, Brillen-, Oryx-, Dorf-, Bueffel-, und Blutschnabelweber, Dominikaner-, und Spitzschwanzparadiswitwe, Tiputip, Goldschwanzspecht, Blauastrid, Gelbbauchammer, Trauerdrongo, Maid-, und Rauchschwalbe, Rotschulter-, und Riesenglanzstar, Weissflankenbatis, Rotschnabeldrossel, Weissbrauenheckensaenger, Gruenruecken Camoptera, Gelbbrustfeinsaenger, Neddicky, Langschnabel Crombec, Haussperling, Gaukler, Steppen-, Schreisee-, Kampf-, Brauner Schlangen-, Raub-, und Wahlbergadler, Schmarotzermilan, Gleitaar, Weissrueckengeier…
das waren 100 Species, vielleicht habe ich ein paar Weitere vergessen! Dies waren auch fuer mich als Guide drei sehr interessante Tage da es sehr entspannend war da man Voegel immer und ueberall sehen kann und diese auch immer etwas machen, also nicht nur z.B. herumliegen und doesen wie die Loewen meist waehrend des Tages.
Und alle anderen Tiere die wir sahen waren ein zusaetzlicher Bonus!

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