Buschbericht April 2010

Anfang April wurden wir noch einmal ueberrascht! Wir hatten ja die Hoffnung auf Regen schon aufgegeben, als wir ab dem Osterwochenende noch ein paar sehr heftige Gewitter bekamen! Aber in einer Staerke, wie wir sie in diesem Jahr den ganzen Sommer noch nicht hatten, gigantische Blitze, ohrenbetaeubender Donner, und Regenguesse verbunden mit Sturm so dass es in Marloth einige Beschaedigungen und Wassereinbrueche gab! Und natuerlich war danach das Crocodile Bridge Tor wieder fuer einige Zeit wegen Ueberflutung der Bruecke gesperrt! Wir hoffen ja nun, das dieses Problem nach den Bauarbeiten im kommenden Winter nun endgueltig einmal der Vergangenheit angehoeren wird! Der Regen gab dem Busch einen Aufschub auf den nahenden Winter!

Zweitages-Safari nach Satara am 15. und 16. April

Crocodile Bridge war gesperrt, wir fuhren ueber Malelane und hatten wieder einmal superviel Glueck, fast nicht zu toppen!
Bereits kurz nach Malelane kam uns eine junges Loewenmaennchen direkt auf der Teerstrasse entgegen. Er gehoerte zu der Gruppe von 4 nomadisierenden Jungloewen, wir erkannten ihn an dem fehlenden Schwanzende! Wir drehten und fuhren langsam fuer ca 400m neben ihm her, dabei entdeckten wir auch, dass sein vorderes linkes Bein gechwollen war, vermutlich eine Jagdverletzung! Selbst das Leben eines “Koenigs” ist nicht leicht! Als wir merkten, dass er etwas nervoes wurde liessen wir ihn in Ruhe weiterziehen und drehten wieder um Richtung Norden. Eine Elefantenherde mit vielen Kaelbern zog durch den dichten Busch kurz vor Afsaal, hier sahen wir auch einige Kudu-Antilopen. Als naechstes entdeckten wir einen Nahornbullen, er hatte gerade ein schattiges Plaetzchen fuer sein Tages-Nickerchen gefunden wo er sich dann auch hinlegte! Ein Stueck nach dem Abzweig zur Jock-Lodge sah ich etwas auf der Strasse, mehrere Tiere, mit langen Ohren, schlanke Tiere in Hundegroesse, Wildhunde! Hatten wir ein Glueck, das Pack bestehend aus dem Alpha-Paar, einem weiteren Maennchen und 5 Jungtieren musste wohl gerade erst die Strasse erreicht haben wo sich sich zu einer Rast ablegten! Wir konnten sie lange bei ihren sozialisierenden Ritualen beobachten, wie sie sich im Elefantendung waelzten, die Jungen einfach nur ausgelassen tobten, und das Alpha-Paar die Umgebung nach Beute absuchte! Dann entdeckte der Leit-Ruede Impalas, in Windeseile hetzte das ganze Pack hinter ihnen her. Nur das Weibchen wartete aufgeregt an der Strasse, sie lief dann erst die Strasse entlang, dann verschwand auch sie im Busch! Die beiden anderen dazugestossenen Autos fuhren weiter, wir warteten! Und nach wenigen Minuten kam die Meute zurueck auf die Strasse. Da rasteten sie wieder kurz, und dann begann das ganze Spiel von Vorne! Wir hatten das Privileg die agilen Jaeger fuer gut eine Stunde beobachten zu koennen! In gut 2 Jahren in ca unsere 20igste Sichtung der Wild Dogs, dabei musste ich daran denken, dass selbst viele Suedafrikaner, die seit ueber 20 Jahren den Park zweimal jaehrlich besuchen oft immer noch nicht das Glueck hatten so etwas sehen zu duerfen! Der Himmel wurde dominiert von Bateleur Adlern (Gauklern) und in Baeumen sitzend entdeckten wir Geier und Schlangenadler. Wir sahen etliche Male die ausserhalb des Parks stark gefaehrdeten Truthahngrossen Hornraben sowie weiter im Norden durch die Steppe stapfende Riesentrappen, beide Spezies auf der Suche nach Insekten, Eidechsen, Froeschen und Schlangen! Kurz vor Skukuza machte uns ein Guide von Thompson`s mit einem Fingerzeig auf etwas aufmerksam. Wir stoppten und beobachteten aufmerksam den hier sehr dichten Busch. Dann ploetzlich stand eine zierliche Leopardin auf und trottete dichter ins Unterholz, und sie war noch nicht ganz verschwunden, da stand ein grosses Maennchen auf und folgte ihr! Die Beiden waren in Paarungs-Laune, so etwas sieht man nicht oft da diese Raubkatzen in der Regel sehr scheu sind! In Skukuza stoppten wir kurz, bevor wir den Sabie-River entlang weiterzogen. An der Highwater-Bridge beobachteten wir dann Flusspferde, nach der Querung der Bruecke sahen wir dann die ersten Giraffen. Auf dem Picknick-Platz in Tsokhwane musste sich eine Familie mit Zwillen bewaffnet die Gruenmeerkatzen vom Leibe halten, sie wollten auch an dem leckeren Brunch teilhaben! Die Strecke Tsokhwane nach Satara war recht ruhig, es war auch schon wieder relativ warm, Impalas und Wasserboecke, Steinboeckchen und Kudus waren unere Sighting-Ausbeute! Aber ab der Bruecke ueber den Sweni mit den markanten Lala-Palmen wurde die Gegend Tierreicher, wir sahen Giraffen, vor Allem aber unzaehlige Gnus und Zebras! Gegen 14:00 erreichten wir das Satara-Camp, wo wir die Bungalows bezogen, duschten und etwas relaxten. Gegen 15:30 machten wir uns auf zum Afternoon Game-Drive, wir wollten Richtung Timbavati Picknick-Spot und zum Ratelpan Bird-Hide. Auf dem Hinweg entdeckten wir dann die ersten Bueffel, kleine “Dagga-Boy” Gruppen und einzelne Bullen! An dem Beobachtungsposten angekommen mussten wir schnell austeigen um in den Hide hineinzugelangen da ein neugieriger Elefantenbulle angewackelt kam um unseren Bus zu inspizieren! Nach einer genauen Untersuchung zog der Riese dann zufrieden von Dannen. Im Hide, der Timbavati-River ist hier angestaut, beobachteten wir einen Pond Flusspferde, einen im Reet fressenden weiteren Elefantenbullen und ein sich sonnendes riesiges Krokodil sowie einige Wasservoegel! Es war sehr relaxend und wir genossen die Ruhe um uns! Auf dem Rueckweg dann weite offene Grasflaechen im Gegensatz zum dichteren Buschland im Sueden, und wieder unzaehlige Giraffen, sowie gemischte Herden von Gnus und Zebras im Sonnenuntergang, Afrika pur! Beim abendlichen Braai und Nachts merkte man dann, das es Herbst ist, wir sassen mit langen Pullis am Feuer und man konnte angenehm schlafen!
Am naechsten Morgen holten wir uns neben dem Tor am Tagesbesucherplatz heisses Kaffeewasser fuer die Thermoskannen, dann ging es Punkt 6 raus aus dem Tor.
Die meisten Touristen bogen ab Richtung Sueden, zur beruehmtberuechtigten S100 Strasse. Wir hatten jedoch am Tag vorher auf den Sichtungstafeln gesehen, dass dort im Moment nicht viele Tiere waren, so entschieden wir uns wieder fuer den Nordwesten. Was wir auch nicht bereuten, keine 3-4km vom Camp entfernt hatten wir eine fuer Margot und mich ganz besondere Sichtung! Wieder einmal direkt an der Teerstrasse, was wieder einmal bewiess, dass man dort oft die Besten Sichtungen hat, sahen wir unseren ersten Serval! Die kleine Raubkatze waermte sich auf dem Teer der Strasse, huepfte dann leichtfuessig ins hohe Gras, ein letztes schnelles Foto, dann war die Katze verschwunden! Wir waren das erste Auto, die Nachfolgenden hatten die seltene Sichtung leider verpasst! An der Bruecke ueber den Mnondozo entdeckten wir zwei Reetbock-Weibchen, eine ebenfalls seltene Sichtung! Danach dann ein etwas verschuechtertes Hyaenen-Junges, es wartete vermutlich an seinem Bau auf die Rueckkehr seiner Mutter. Das Jungtier duckte sich tief ins Gras und spaehte aengstlich zu uns hoch, so liessen wir
es in Ruhe und verschwanden! Wir bogen Richtung Westen ab und folgten paeter dem Timbavati Fluss zurueck nach Sueden. Die Ufer waren dicht bewachsen mit riesigen Sachakalbeeren- und Feigen- sowie Mahagoni-Baumen! Als wir um eine Kurve bogen stand ein Merzedes, der un kurz vorher ueberholt hatte wieder in unsere Fahrtrichtung und der Fahrer deutete in`s Unterholz! Da war eine Loewin, sie rief mit tiefem Uuumpf Lauten nach ihren Jungen und kam dann auf den Weg, sie musterte uns kurz, drehte sich um weiter ihre Jungen zu locken und verschwand dann von der Bildflaeche! Gleich darauf erschienen zwei tapsige Jungloewen und rannten eilig ueber den Weg um ihrer Mutter zu folgen, eine sehr schoene Begegnung! Wir fuhren an die Stelle wo die Katzen gequert hatten und sahen uns die Spuren an, obwohl die Jungen noch klein waren hatten sie bereits grosse Tatzen, wer Hauskatzen hat weiss das! Bevor wir uns auf den Weg zurueck in den Sueden machten mussten wir wieder knapp an Satara vorbei, da entdeckten wir dann wiederkaeuend im Schatten von Bueschen in einer Senke eine grosse Bueffelherde! Wir machten kurze Rast in Tsokhwane und in Lower-Sabie, beobachteten einen rastenden Pavian-Trupp nahe des Mlondozi Flusse, danach noch einmal Flusspferde, Krokodile und Wasservoegel am Sunset-Dam, dazwischen genossen wir die sich staendig aendernde Landschaft von Nord nach Sued! Ab Lower Sabie fuhren wir Richtung Crocodile Bridge, dann bogen wir in den Short-Cut Richtung Riverweg und von dort am Fluss entlang nach Malelane. Dabei sahen wir dann auf der freien Flaeche nahe Gomondwane noch vier Nashoerner, eine Kuh mit Kalb, sie machten ihr Nachmittags-Schlaefchen! Und zwei junge Bullen, sie waren noch aktiv, und wir konnten dabei unseren Gaesten zeigen wie kurzsichtig diese Tiere sind und wie irritiert sie sind wenn dann auch noch der Wind in die falsche Richtung weht! Direkt vor den beiden Nashoernern lief eine Rotte Warzenschweine, die zwei Bullen hoerten sie, konnten sie aber wegen der Entfernung nicht sehen und der Wind ging von den Beiden weg, also konnten sie auch keine Witterung aufnehmen. Aufgeregt rannten sie hin und her, dann fluechteten sie, um gleich darauf wieder zurueckzurasen, total hysterisch! Erst als sie direkt zwischen die nun ebenfalls aufgeregten Schweine liefen erkannten sie was los war und beruhigten sich wieder. Sie besuchten danach die Nashornkuh mit dem Kalb als ob nichts gewesen waere! Am Crocodile River beobachteten wir dann noch ein paar Elefanten sowie die nun in die Paarungszeit kommenden Impalas. Die grossen Boecke beginnen ein Territorium zu bilden und vertreiben die Jungboecke aus den Herden der Weibchen. Gegen 16:00 verliessen wir mit unsagbaren Eindruecken und vollen Kamera-Speicherkarten den Park. Und auch uns hatte der Kruger wieder gezeigt, selbst wenn wir hundert Jahre alt wuerden, es wird hier niemals langweilig und der Park hat immer wunderbar Interessantes und Neues zu bieten!

5-Tages Safari-Paket vom 24.-28. April

Wegen einer Verspaetung des 12:30 Uhr Fluges Johannesburg – Nelspruit kamen unsere Gaeste leider erst gegen 18:00 am KMIA Airport an. Den fuer diesen Abend gebuchten SANParks Sunset-Drive konnten wir gluecklicherweise noch auf einen spaeteren Zeitpunkt umbuchen. So etwas klappt bei SANParks in der Regel unproblematisch, und unsere Gaeste hatten sich fuer solche Faelle auch noch einen Ersatz-Tag eingeplant. Bevor wir sie an die gebuchte Selbstversorger-Lodge brachten machten wir noch einen kurzen Einkaufsstop in Malelane!
Crocodile-Bridge war noch gesperrt, so fuehrten wir die beiden Tages-Safaris ueber das Malelane Gate durch. Der erste Tag war kuehl und ab Mittag regnete es sich ein, keine guten Voraussetzungen fuer einen erfolgreichen Safaritag. Doch wir sahen am Renoster-Koppie sich paarende Loewen. Die beiden waren unten am Wasserloch, so liessen sie sich durch die relativ vielen Autos durch das lange Wochenende nicht stoeren, und wir konnten innerhalb einer guten halben Stunde drei ihrer Paarungsakte beobachten! Danach dann Giraffen, Zebras und Gnus. Durch den Regen konnten wir viele Raubvoegel auf Baeumen sitzend entdecken, alle drei haeufigen Geierarten, Kampfadler, Bateleur, Schlangenadler, Fischadler, und einen Steppenbussard!
Nach einer kurzen Pause in Skukuza versuchten wir unser Glueck den Sabie-River entlang, doch da begann es dann noch staerker zu regnen. Wir sahen die leider bedroeppelten Gesichter der anderen Gaeste die auf den offenen Game-Drive Fahrzeugen sassen, nass und frierend! Das nur als kurze Anmerkung zu unserer Entscheidung unsere Safaris im Kleinbus anzubieten! Im Sabie-River konnten wir noch einige Flusspferde beobachten. Nach Nkuhlu bogen wir wieder ab zurueck Richtung Sueden, der Regen nam ab, wir sahen Kudus, Giraffen, und unzaehlige Spuren von die Strasse kreuzenden Nashoernern und Elefanten. Aber leider nicht die zu frischen Spuren gehoerenden Tiere. Aber auf die vielen Impalas konnte man zaehlen, speziell auch ihre momentane Aktivitaet waehrend der Paarungszeit. Kaempfende Boecke, Boecke die ihre Weibchen zusammentrieben, ihre Reviere markierten, und die Jungboecke aus den Herden heraussondierten und vertrieben! Am Crocodile-River, an dem wir zurueck nach Malelane fuhren hatten wir dann noch Glueck mit Elefanten. Eine Herde mit vielen kleinen Kaelbern kreuzte vor uns den Weg und machte sich ueber das saftige Gras nahe des Flusses her! Wir beobachteten sie, wie die Nanny`s auf die Kleinsten achteten, wie die Leitkuh zwischen der Herde und uns sicherte, wie sie sich grummelnd verstaendigten, einige junge Bullen uebermuetig spielten, und wie die Tiere beim Fressen der ausgerissenen Grasbueschel die Erde die noch an diesen hing an ihren Stosszaehnen abklopften bevor sie das Gras danach in ihre Maeuler stopften. Immer wieder unglaublich beeindruckend diese intelligenten Wesen zu beobachten! Dann war es nahe an der Torschlusszeit und wir mussten uns sputen um Malelane zu erreichen!
Am zweiten Safari-Tag fuhren wir schnurstracks ueber den Crocodile-River Weg zum gleichnamigen Camp, dort organisierte ich dann den gebuchten Bush-Walk und den umgeplanten Sunset-Drive fuer den Folgetag. Wegen der uebrfluteten Bruecke wuerden die SANParks Ranger unsere Gaeste mit ihrem 4×4 Game-Viewer am Morgen ueber die Bruecke bringen! Nach einer guten Tasse Kaffee ging es dann weiter. Und wie wir es in unserem Heimatgebiet fast nicht anders gewohnt waren, haeuften sich nun die Sichtungen. Innerhalb nur weniger Kilometer sahen wir 6 Breitmaulnashoerner ganz nahe der Strasse, dazwischen Gnus, Zebras, Impalas, Giraffen und Warzenschweine! Dann, nahe Gomondwane kreuzte wieder eine Elefantenherde unseren Weg, wir mussten etwas warten, einige zu aufdringliche Parkbesucher stellten sich den Dickhaeutern immer wieder in den Weg um Fotos zu bekommen. So blieben die Elefanten anfangs im nahen Busch. Als die Autos dann abzogen, wir hatten in etwa 30m Entfernung geparkt, war die Leitkuh sicher, und die Herde ueberquerte vor uns den Weg. Einige verschwanden im Busch, andere frassen an Bueschen direkt am Strassenrand. Wir beobachteten, und nach und nach folgten wir den Tieren die Strasse entlang. Wenn man den richtigen Abstand einhaelt verhalten sich die Elefanten total natuerlich und beachten Fahrzeuge kaum. So finden wir es wirklich traurig, das viele Leute diese Tiere total in Stress versetzen um dann Fotos auf naechster Naehe zu bekommen, auf denen man dann Tiere in Angst, Panik oder Aerger sieht! Als die Herde den Weg verlassen hatte fuhren wir an ihnen vorbei und konnten sie danach auf einer etwas freieren Flaeche beim Fressen beobachten. Und dann, ganz ploetzlich, kam ein Riese wie aus dem Nichts, wie ein Geist aus dem Busch! Ein maechtiger Elefantenbulle, seine beiden Oberschenkeldicken Stosszaehne waren abgebrochen, und er hatte ein Sender-Halsband um!
Es war der legendaere “Duke”, vormals der Groesste noch lebende “Big-Tusker” des Krugerparks! Er hatte sich in den letzten Jahren beide Stosszaehne abgebrochen, beide wurden von Rangern gefunden! Fuer Duke selbst scheint dies eine Erleichterung zu sein, obwohl er doch damit einen Teil seiner “Maennlichkeit” verlor! Seine Stosszaehne waren jedoch schon so lange, so dass er immer mit erhobenem Kopf gehen musste um sie nicht in den Boden zu rammen! SANParks hatte ihm erst vor kurzem den Sender angelegt, sie wollen die Wanderungen des alten Knaben verfolgen!
“Duke” war in “Musth”, er sekretierte aus seiner Schlaefendruese, sein Penis hing hervor und war gruen, und die Innenseiten seiner Hinterbeine waren nass. Also “Musth”-Hoechststand, er war auf der Suche nach Kuehen in Oestrus! Man konnte sehen, dass er in seinem Alter sehr erfahren war, in kurzer Zeit, und ohne die Herde zu stressen pruefte er jede Kuh. Als er merkte, dass keine von ihnen Paarungsbereit war verliess er die Herde und marschierte die Strasse entlang davon, zur naechsten Herde! Obwohl “Musth-Bullen” oft aggressiv sind, “Duke” war die Ruhe in Person, er ist vermutlich zu alt um sich selbst stressen zu wollen. Das war eine der grossartigsten und beeindruckendsten Sichtungen der letzten Monate! In Lower-Sabie machten wir Pause, danach beobachteten wir dann Flusspferde und Krokodile am Sunset-Damm. Die Sonne kam raus, und damit auch die Tiere aus dem Busch. Auf dem Rueckweg schauten wir am Ntandanyati Hide vorbei, nach dem Regen der Vorwoche war wieder viel Wasser in dem kleinen Damm, und es waren immer noch ein paar der temporaeren Flusspferde vor Ort. Wegen der gesperrten Crocodile-Bridge mussten wir uns dann aber auch schon wieder auf den Rueckweg machen um Malelane zu erreichen, der weite Weg von dort aus in den Suedosten hatte sich jedoch wirklich gelohnt! Wir sahen noch viele Giraffen und Zebras, und weitere Elefanten, Herden und einzelne Bullen. Einer der Bullen war ebenfalls in Musth, man sah den Unterschied zu “Duke” deutlich, er war reizbar und man sah, dass ihn die sprichwoertliche “Fliege an der Wand stoerte”! Wir liessen ihm Freiraum, mussten aber an ihm vorbei auf unserer weiteren Fahrtstrecke! Wir fuhren langsam, moeglichst so weit auf der anderen Seite als moeglich und auch als wir vorbei waren fuhr ich noch langsam um ihn nicht zu erzuernen! Das war ok fuer ihn, wir zeigten den noetigen Respekt! Aber nicht das nachfolgende kleine Auto! Erst kam es angebraust, stoppte abrupt, fuhr an, stoppte! Der Bulle kam auf den Weg um sich dieses “nervoese Ding” anzusehen. Da legte der Fahrer den Rueckwaertsgang ein und brauste ein Stueck zurueck, der Bulle folgte wuetend und kopfschuettelnd! Der Fahrer drehte das Auto und brauste in die andere Richtung davon! Fehlverhalten, wuerden das nun mehrere Autos machen gewoehnt sich dieser Bulle daran Autos vor sich herzuscheuchen!
Am vorletzten Tag war Bush-Walk angesagt, um 5:45 holten uns die Guides von Crocodile Bridge ueber die immer noch ueberflutete Bruecke. Wir fuhren ein Stueck den River-Weg entlang, dann stopten wir. Billie und Dingaani hielten ihr Briefing, informativ und humorvoll wie immer, dann marschierten wir los! Nach dem kuerzlichen Regen gab es viele Spuren zu sehen, die von Loewen, Nashoernern, Hyaenen, Kudus und Impalas. Und Zeichen, Stellen an denen sich Nashoerner im Schlamm suhlten, wo sie sich diesen wieder an Baeumen abwetzten, Revier-Markierungen von Impalaboecken, das Schlafloch eines Warzenschweins, Dung- und Urinmarkierungen der Nashoerner, und die Scharrspuren und Urinmarkierung eines Loewenmaennchens! Und die war frisch! Wir rochen Kraeuter, lauschten dem Morgengesang der Voegel, und sahen Impalas, einen Kudubullen und ein Gnu! Und dann hoerten wir die Loewen, aber weit weg, gut 3-4km. Wir liefen schraeg zu dem Gebruell Richtung Osten. Gerade als Dingaani uns den traditionellen Nutzen des Marulabaums erlaeutern wollte hoerten wir die Loewen wieder! Aber nahe, sehr nahe! Wir gingen vorsichtig weiter auf das Geraeusch zu! Dann hoerten wir sie wieder, aber untereinander kaempfend! In diesem Gebiet, es musste sich um die 3 Maennchen und laut dem Gebruell auch einigen Weibchen des Gomondwane Rudels handeln! Und als wir an den Rand einer Lichtung traten, weichte der Kampflaerm einem nervoesen Knurren, ueberall vor uns aus dem gegenueberliegenden Gebuesch! Die Loewen hatten uns entdeckt, sie duckten sich nieder und beobachteten uns grollend! Unglaublich beeindruckend, die Luft war adrenalingeladen, auch wenn wir sie nicht sahen, es war einfach gigantisch! Margot und ich wussten, eines der Gomondwane-Loewen war dieses beeindruckende Maennchen mit der zottigen Maehne, dem zernarbtem Gesicht und den stechendem Blick!
Billie erklaerte den Gaesten, dass man in so einer Lage natuerlich nicht weiter auf die Tiere zugeht, als Beweiss setzte er nur einen Fuss nach vorne auf die Lichtung, das grollen wurde lauter und nervoeser! Wir waren an der absoluten Grenze der Komfort-Zone der Raubkatzen!
Wir formierten uns und gingen langsam schraeg nach hinten davon, ein Wahnsinns-Erlebnis, selbst fuer mich als Guide immer wieder von neuem beeindruckend, wenn man bedenkt wie gross die Tiere sind, waeren sie aus dem Gebuesch gekommen, man haette ihnen geradewegs aufrecht in die Augen sehen koennen! Etwas entfernt bauten wir bei einer Pause auf einem Fels-Plateau mit Snacks und Softdrinks unseren Adrenalinspiegel wieder ab! Gegen 10 Uhr waren wir dann zurueck im Camp, wir brachten unsere Gaeste zum Relaxen zurueck an die Lodge.
Gegen 16:00 ging es dann nochmal nach Crocodile-Bridge zum Sunset-Drive. Das Wetter war schoen, so gab es auch einen schoenen Sonnenuntergang. Ausser einigen alten Bueffeln und 2 grossen Elefantenbullen sahen unsere Gaeste unter anderem auch einen Schabracken-Schakal und eine Afrikanische Wildkatze. Somit waren sowohl der Walk als auch der Drive an diesem Tag sehr erfolgreich!
Am letzten Morgen gab es dann vor dem Fruehstueck ein wohlverdientes Ausschlafen und danach einen letzten kleinen Riverwalk entlang des Flusses in Marloth-Park mit Sichtung von Flusspferden und Wasserboecken. Danach dann der Transfer zurueck zum Flughafen.

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